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COPD - Lebensqualität und Lebenserwartung

Information

Patienten mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) geraten oft in eine Art Spirale, an deren Ende soziale Isolation, eine massiv eingeschränkte Lebensqualität und Depression stehen können. Dadurch, dass Betroffene – je nach Schweregrad der COPD – bei körperlicher Anstrengung oder auch schon bei der Ausführung von Alltagsaktivitäten in Atemnot kommen, neigen sie dazu, sich körperlich zu schonen. Dies führt zu Muskelabbau und zieht einen weiteren Verlust der Leistungsfähigkeit nach sich.

Dabei bedeutet COPD nicht, dass Sie Ihren Alltag verändern und Ihr gewohntes Leben massiv einschränken müssen. Lernen Sie, die Krankheit und damit verbundene Einschränkungen zu akzeptieren und bauen Sie Ihr Leben weiterhin auf den Dingen auf, die für Sie wichtig sind und Ihnen Freude bereiten.

Auswirkungen der COPD auf körperliche Belastbarkeit, Lebensqualität und Psyche

Mit welchen Maßnahmen können Sie Ihre Lebensqualität bei COPD verbessern?

Die COPD fügt man sich als Raucher "selbst" zu. Man ist dann allerdings auch im Stande, den Verlauf der Erkrankung entscheidend mit zu beeinflussen: Durch ein Bündel von Maßnahmen, das konsequent und ein Leben lang durchgeführt wird, kann die körperliche Leistungsfähigkeit soweit gesteigert werden, dass ein relevanter Verlust an Lebensqualität verhindert wird - und darauf kommt es schließlich an.

Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen neben dem Rauchstopp vor allem ein körperliches Trainingsprogramm und eine auf das Gewicht abgestimmte Ernährung.


Rauchstopp

Verzichten Sie unbedingt auf das Rauchen! Machen Sie, wenn es Ihnen schwer fällt, Gebrauch von Raucherschulungen, Gruppentherapien, Nikotinersatz oder Medikamenten. Das Angebot reicht dabei von Kaugummi über Pflaster bis hin zu Tabletten und Inhalatoren. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten, welche Methoden für Sie am besten geeignet sind.


Bewegung & Muskelaufbau

Ausdauertraining (z.B. gemäßigtes Gehtraining) und Muskeltraining sollten unbedingt Teil der Langzeittherapie bei COPD sein. Wichtiges Ziel ist unter anderem, der Verminderung von Muskelmasse entgegenzuwirken, sodass alltäglichen Aktivitäten weiter nachgegangen werden kann. Mit bestimmten Messmethoden (z.B. Bioimpedanz-Messung) lässt sich feststellen, ob Ihre Muskelmasse bereits reduziert ist. Durch den gezielten Wiederaufbau der Muskulatur können nachweislich die Atemnot reduziert und die körperliche Belastbarkeit gesteigert werden.


Ernährung & Gewicht

COPD-Patienten weisen häufig einen Gewichtsverlust auf, der auf eine erkrankungsbedingte Störung des Energiestoffwechsels zurückzuführen ist und zu einem zusätzlichen Schwächegefühl beiträgt. Ihr Arzt wird deshalb Ihren Body-Mass-Index berechnen, um zu sehen, ob Sie über-, unter- oder normalgewichtig sind.

Sollte Ihr Gewichtsverlust mehr als zwei Kilogramm innerhalb von sechs Monaten betragen und nicht auf eine bewusste Umstellung der Lebensweise zurückzuführen sein, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen. Ein ungewollter Gewichtsverlust von mehr als zehn Prozent des Ausgangsgewichts innerhalb von sechs Monaten bedarf einer sorgfältigen ärztlichen Kontrolle und eventuell auch einer Ernährungstherapie.

Da untergewichtige COPD-Patienten eine schlechtere Lebenserwartung aufweisen als solche mit Normalgewicht, stellt eine optimale Ernährung eine wichtige Säule in der Verbesserung der Lebensqualität dar. Basis der Ernährungsempfehlungen für normalgewichtige COPD-Patienten ist eine ausgewogene Mischkost mit reichlich Vollkornprodukten, Obst und Gemüse sowie eiweißreiche Lebensmittel. Um möglichst hochwertiges Eiweiß aufzunehmen, kombiniert man am besten Lebensmittel wie Getreide und Kartoffel mit Milchprodukten oder Eiern.

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Abhängig von den Begleitsymptomen (z.B. Blähungen, Verstopfung) und der Frage, ob der Patient über- oder untergewichtig ist, muss ein individueller Ernährungsplan erstellt werden. Bei Appetitmangel und daraus resultierendem Untergewicht wird etwa empfohlen, die Speisen mit hochwertigen Ölen und Nüssen anzureichern und häufige, kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu essen. In bestimmten Fällen kann es auch notwendig sein, Zusatznahrung in den Speiseplan zu integrieren.

Nehmen Sie hingegen ohne Umstellung der Ernährung an Gewicht zu, ist dies meist auf Wassereinlagerungen in den Beinen oder der Lunge zurückzuführen. Halten Sie in diesem Fall unbedingt Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt.


Soziales Umfeld

Sie sollten Ihre Erkrankung weder verheimlichen noch den sozialen Kontakt, den Sie bisher gepflegt haben, verändern. Sagen Sie Ihrer Familie und Ihren Freunden, bei welchen Dingen Sie sich eingeschränkt fühlen und hören Sie auf Ihren Körper, der Ihnen genau sagen wird, wo Ihre Grenzen liegen.

Selbiges gilt für den Arbeitsplatz: Sprechen Sie mit Ihren Kollegen über Ihre Erkrankung - das fördert auch das Verständnis, das man Ihnen entgegenbringt. Überfordern Sie sich nicht und scheuen Sie sich nicht, am Arbeitsplatz Ihre Medikamente einzunehmen.

Wenn Sie Ihr Leben aktiv gestalten und versuchen, sich von Ihrer Erkrankung so wenig wie möglich einschränken zu lassen, erhöht sich nicht nur Ihre eigene Lebensqualität, sondern auch die Ihres nahen sozialen Umfeldes.


Patientenschulung/pulmonales Rehabilitationsprogramm

Nehmen Sie an einer Patientenschulung oder einem pulmonalen Rehabilitationsprogramm teil! Ihr Arzt kann Ihnen bei Angebot und Auswahl behilflich sein. Die Inhalte, die in einer Patientenschulung angeboten werden, sind unter anderem:

Information über das Krankheitsbild COPD
Wie können Sie eine Verschlechterung der COPD verhindern?
Risikofaktoren und Tabakentwöhnung
Beobachtung und Einschätzung von Symptomen
Anwendung einer korrekten Inhalationstechnik abhängig von Ihrem Inhalationsgerät
Erlernen atemerleichternder Maßnahmen
Im Rahmen von pulmonalen Rehabilitationsprogrammen findet zusätzlich zu diesem Informationsangebot ein körperliches Trainingsprogramm statt. In der Regel werden Rehabilitationsprogramme in Gruppen durchgeführt, was für Sie auch den Vorteil hat, sich mit anderen Betroffenen austauschen zu können. Außerdem ist im Rahmen des Rehabilitationsprogramms die Möglichkeit gegeben, sich mit einer langfristig eventuell erforderlichen Sauerstofftherapie vertraut zu machen.


Selbsthilfegruppen

Neben der Teilnahme an Rehabilitationsprogrammen stellt auch der Beitritt zu einer Selbsthilfegruppe eine Möglichkeit dar, sich im Zuge von Gesprächen mit anderen Betroffenen und deren Angehörigen über die Krankheit und den damit verbundenen Problemen auszutauschen.


Ihr Arzt als COPD-Manager

Betrachten Sie Ihren behandelnden Arzt als Verbündeten gegen die COPD – erarbeiten Sie gemeinsam einen Behandlungsplan, der auf Ihre Erfordernisse und Möglichkeiten eingeht. Dazu gehören neben dem Rauchstopp, der Gewichtskontrolle und körperlichem Training auch ein Ernährungsplan, die regelmäßige Auffrischung der korrekten Anwendung Ihres Inhalationsgerätes und die Überwachung eventueller Nebenwirkungen der verschriebenen Medikamente.

Eine Überweisung an den Lungenfacharzt sollte erfolgen, wenn

Sie neben der COPD noch an weiteren schweren Erkrankungen leiden
sich trotz intensiver Behandlung keine Besserung einstellt
eine anti-entzündliche Dauertherapie beendet werden soll
eine Notfallbehandlung erfolgt ist
Verdacht auf eine berufsbedingte Atemwegserkrankung besteht

Kann die Lebenserwartung bei COPD vorausgesagt werden?

COPD-Patienten weisen aufgrund des Voranschreitens der Erkrankung eine um mehrere Jahre verminderte Lebenserwartung auf - insbesondere, wenn bei der Erstdiagnose bereits ein Stadium III oder IV vorliegt. Die Lebenserwartung kann jedoch durch eine optimale Therapie und die bereits erwähnten Maßnahmen zur Steigerung der Lebensqualität nachweislich erhöht werden.

Eine allgemein gültige "Formel", wonach die Prognose von COPD-Patienten exakt vorausgesagt werden könnte, gibt es nicht. Allerdings existieren einige Parameter, die eine Aussagekraft über den Funktionszustand der Lunge erlauben. Hier spielt vor allem das forcierte exspiratorische Volumen in einer Sekunde (FEV1) – jenes Luftvolumen, das in der ersten Sekunde nach maximaler Einatmung ausgeatmet wird – eine Rolle. Bei COPD-Patienten sinkt es um circa 30ml pro Jahr. Umso relevanter ist es, den empfohlenen sofortigen Rauchstopp umzusetzen, da sich bei Rauchern die FEV1 oft um das Dreifache (90ml pro Jahr) verringert.

Ein weiteres Hilfsmittel zur Einschätzung der Lebenserwartung ist durch den sogenannten „BODE-Index“ gegeben; dabei werden auch Lungenfunktions-unabhängige Kriterien berücksichtigt:
B – Body-Mass-Index
O – Obstruktion (Verengung der Atemwege)
D – Dyspnoe (Atemnot)
E – "Exercise capacity" – Bestimmung der Leistungsfähigkeit durch den Sechs-Minuten-Gehtest (jene Strecke, die innerhalb von sechs Minuten zurückgelegt werden kann)

Die Beurteilung erfolgt durch Vergabe von Punkten auf einer Skala von eins bis zehn für die einzelnen Testbereiche: Je geringer die erreichte Gesamtpunktezahl, umso höher ist die Lebenserwartung einzustufen.

 


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