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Die Wechseljahre

Tipps
Wechseljahre: Lindert Soja Hitzewallungen? 

Frauen, die rund um die Wechseljahre zweimal pro Tag Sojaprodukte essen, könnten damit die Häufigkeit und das Ausmaß der Hitzewallungen lindern, berichten Forscher. 
Die Wissenschaftler der University of Delaware werteten 19 Studien mit insgesamt mehr als 1.200 Teilnehmerinnen aus. In den Studien ging es darum, die Auswirkungen von Sojakonsum auf die Wechseljahresbeschwerden zu untersuchen. 

Zwar ist die Studienlage dazu widersprüchlich, laut den Autoren ist dies aber vor allem auf die teilweise sehr kleinen Studien und die uneinheitliche Methodik zurückzuführen. In der Überblicksstudie, in der alle verfügbaren Daten zusammengefasst wurden, zeigte sich jedoch ein insgesamt positiver Effekt. 

Isoflavonoide als Wirkstoffe 

Besonderes Augenmerk gilt den in Soja enthaltenen Pflanzenstoffen, den Isoflavonoiden. Es handelt sich hierbei um sogenannte Phyto-Östrogene, die ähnlich wirken wie weibliche Sexualhormone. Vor allem Genistein, das primäre Isoflavonoid in Sojabohnen und Sojaprodukten wie Tofu, zeigte positive Effekte. 

Bei einer durchschnittlichen Einnahme von 54 Milligramm Isoflavonoide täglich über sechs Wochen oder länger zeigten sich bei den Teilnehmerinnen um 20,6% weniger Hitzewallungen. Zudem war der Schweregrad der Hitzewallungen um 26,2% geringer. Die 54 Milligramm entsprechen in etwa zwei Portionen Sojaprodukte pro Tag: Mit zwei Gläsern Sojamilch (0,47 Liter) oder 200 Gramm Tofu konsumiert man circa 50 Milligramm Isoflavonoide. 

Bei längerfristigem Verzehr entfalteten die Soja-Isoflavonoide in den Studien noch eine deutlich stärkere Wirkung. Nach Meinung der Forscher ist es für positive Effekte aber auch mit 50 Jahren noch nicht zu spät, mit einem regelmäßigen Konsum von Sojaprodukten zu beginnen – auch dann ist eine positive Wirkung zu erwarten. 

Die Wechseljahre - (Menopause, Klimakterium)

Die Zeit hormoneller Umstellung um das 50. Lebensjahr einer Frau wird als Wechseljahre oder Menopause bezeichnet. Mit dem Absinken weiblicher Sexualhormone im Blut gehen einige körperliche Veränderungen einher, die bei vielen Frauen zu Beschwerden führen. Häufig kommt es zu Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme oder trockenen Schleimhäuten. 

Bei etwa einem Drittel der Frauen in den Wechseljahren sind die Symptome stark ausgeprägt, bei einem Drittel nur leicht und die restlichen Frauen leiden gar nicht unter der hormonellen Veränderung. Bei vielen Frauen dauern die Beschwerden nur wenige Jahre an, etwa 10% der Frauen zeigen jedoch auch nach mehr als zehn Jahren noch deutliche Symptome. Stärkere Wechselbeschwerden können am effektivsten durch die medikamentöse Gabe von Sexualhormonen gelindert werden.

Welche hormonellen Veränderungen finden statt?

Während des gebärfähigen Lebensabschnitts steuern Hormone den weiblichen Zyklus, die im Gehirn (Zwischenhirn und Hirnanhangdrüse) und den Eierstöcken gebildet werden. Unter dem Einfluss des Follikel-stimulierenden Hormons (FSH) reifen Eizellen in den Eibläschen (Follikeln) heran. Diese produzieren Östrogen, das zum Aufbau der Gebärmutterschleimhaut führt und bei entsprechender Höhe das Gehirn zur Auslösung des Eisprungs (Ovulation) veranlasst. 

Der zurückbleibende Gelbkörper produziert Progesteron, das die Gebärmutterschleimhaut für eine Schwangerschaft vorbereitet. Tritt diese nicht ein, versiegt die Progesteronproduktion und die Gebärmutterschleimhaut wird in der Regelblutung (Menstruation) abgestoßen. Mit zunehmendem Alter nimmt die Empfindlichkeit der Eierstöcke gegenüber der hormonellen Stimulation ab. Der Eisprung findet seltener statt, und die Produktion von Östrogenen in den Eibläschen sinkt.

Unregelmäßige Monatszyklen mit länger ausbleibenden oder stärkeren Blutungen können erste Anzeichen des Wechsels sein. Mediziner nennen diese Phase Perimenopause. Sie kann sich über mehrere Jahre erstrecken. 

Etwa ab dem 34. Lebensjahr sinkt die Fruchtbarkeit bei Frauen mit jedem Jahr deutlich, erste Schwangerschaften nach dem 44. Lebensjahr sind eine Seltenheit. Trotzdem ist gerade bei Frauen mit mehreren Kindern auch noch spät eine Schwangerschaft prinzipiell möglich, sodass die Verhütung nicht ganz außer Acht gelassen werden kann. 

Das durchschnittliche Alter bei der letzten Periodenblutung liegt bei 51–52 Jahren. Aber auch eine frühere Menopause ab dem 45. Lebensjahr gilt als normal. Bis zum 55. Lebensjahr sind fast alle Frauen in den Wechseljahren. Nur bei etwa 1% der Frauen tritt die Menopause sehr früh, noch vor dem 40. Lebensjahr, ein (prämature Ovarialinsuffizienz = vorzeitige Wechseljahre). Wegen der starken erblichen Komponente liegt das eigene Alter bei der Menopause häufig nahe bei dem Alter, das Mutter oder Schwester bei ihrer Menopause hatten/haben.

Angesichts unregelmäßiger Zyklen ist der genaue Zeitpunkt der Menopause erst nach einem Jahr ausbleibender Blutungen sicher. Blutungen, die nach einem längeren Intervall auftreten, sind möglicherweise ein Krankheitszeichen und müssen frauenärztlich abgeklärt werden. In der Zeit nach der Menopause (Postmenopause) bleibt die hormonelle Stimulation der Eireifung noch lange erhalten, während die Antwort aus dem Eierstock ausbleibt. Im Labor zeigt sich das daran, dass die Blutspiegel des Follikel-stimulierenden Hormons (FSH) hoch sind, während Östrogenspiegel fast nicht mehr nachzuweisen sind. 

Auf diese Veränderung der hormonellen Situation reagieren viele Frauen mit Beschwerden, die bis hin zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität führen können. Ist die Umstellung aber nach einigen Jahren vollzogen, haben viele Frauen eine ausgesprochen gute Lebensphase mit viel Lebensfreude und einer gewissen Gelassenheit. 

Zu einer abrupten Menopause kann es nach chirurgischen Eingriffen an den Eierstöcken kommen (z.B. bei Endometriose) sowie nach einer Chemotherapie oder Antihormontherapie im Rahmen der Behandlung von Krebs, z.B. Brustkrebs. Auch Bestrahlungen können die Eierstöcke und deren Hormonproduktion schädigen. Die Beschwerden sind bei einer solchen plötzlich eintretenden Menopause durch den abrupten Hormonentzug verstärkt.

Frauen, die Hormone zur Empfängnisverhütung oder Zyklusregulation einnehmen, haben auch bei schwindender Eierstockfunktion unverändert regelmäßige Blutungen. Im entsprechenden Alter kann es daher sinnvoll sein, die Eierstockfunktion und die Notwendigkeit einer Verhütung durch die "Pille" zu überprüfen.

Welche Beschwerden können in den Wechseljahren auftreten

Nicht allen Frauen bereitet der Wechsel Probleme, etwa ein Drittel bemerkt lediglich das allmähliche Ausbleiben der Regelblutung. Die meisten Frauen haben allerdings über mehrere Jahre Beschwerden, rund die Hälfte davon so schwer, dass sie eine Behandlung wünschen. Dabei kann die individuelle Ausprägung sehr unterschiedlich sein – entgegen oft geäußerten Vermutungen hängt dies auch nur wenig von der eigenen Einstellung zu Alter und Verlust der Fruchtbarkeit ab. 

Erste bemerkbare Anzeichen des Wechsels können verkürzte Monatszyklen, unregelmäßige Blutungen, Zwischenblutungen oder besonders starke und lange Blutungen sein. Sie können von verstärkten Regelbeschwerden wie Bauchschmerzen, einem Spannungsgefühl in der Brust, Wassereinlagerung und Reizbarkeit begleitet sein. Manche Frauen leiden vermehrt unter Kopfschmerzen oder Migräne.

Hitzewallungen
Schon Jahre vor der Menopause sind sogenannte Hitzewallungen eine häufiges Symptom. Sie entstehen ganz plötzlich und scheinbar grundlos, mit Schweißausbrüchen und plötzlicher Röte im Gesicht, am Kopf und am Hals, manchmal bis zum Oberkörper reichend. Starkes Herzklopfen oder Herzrasen kann dazukommen. Danach frösteln manche Frauen. 

Die Dauer einer Hitzewallung beträgt in der Regel nicht mehr als drei bis sechs Minuten. Sie treten mehrere Male im Laufe einer Stunde auf, dann aber wieder nur einige Male pro Woche oder Monat. Frequenz und Intensität sind direkt um die Menopause am höchsten. Auslöser sind häufig heiße Getränke, vor allem Kaffee, aber auch Alkohol. Typischerweise sind die Wallungen nachts verstärkt.

Schlafstörungen
Auch der Schlafrhythmus kann sich schleichend verändern. Davon betroffene Frauen haben Durchschlafprobleme und wachen häufig – auch bedingt durch die Schweißausbrüche – auf. Abgeschlagenheit und Müdigkeit können sehr belastend sein. Aber auch bei Frauen, die noch relativ gut schlafen, kann das Erholungsgefühl fehlen.

Herzklopfen, Schlafstörungen und Hitzewallungen/Schweißausbrüche sind auf eine Regulationsstörung des sogenannten vegetativen Nervensystems zurückzuführen, die mit der hormonellen Umstellung auftritt.

Psyche
Östrogenmangel kann sich auch auf die Psyche auswirken. Mögliche Symptome sind Reizbarkeit, Nervosität, Stimmungsschwankungen und Verzagtheit bis hin zu depressiver Verstimmung. Die betroffenen Frauen wie auch ihr Umfeld/ihre Familie wundern sich manchmal gleichermaßen über diese labile Stimmungslage. Aber auch Depressionen und Angststörungen können erstmals in diesem Zeitraum auftreten. Besonders gefährdet sind Frauen, die schon einmal unter psychischen Störungen gelitten haben.

Zu den heute noch kaum geklärten, aber häufig mit den Wechseljahren auftretenden Beschwerden gehören zudem Vergesslichkeit und Leistungsabfall.

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Trockene Haut & Schleimhäute
Die Scheidenschleimhaut gibt aufgrund des fehlenden Östrogens weniger Feuchtigkeit ab und die Drüsen am Scheideneingang produzieren weniger Sekret. Dadurch entsteht ein Gefühl der Trockenheit, das einerseits Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und Infektionen begünstigt, andererseits zu spontanem Harndrang mit eventuellem Harnverlust führen kann. Viele Frauen beklagen zusätzlich ein Verschwinden der spontanen Lust und auch die sexuelle Erregbarkeit verändert sich.

Auch andere Schleimhäute wie die Mund- und Augenschleimhaut können in dieser Zeit zunehmend trocken werden, was allerdings keine reine Folge der hormonellen Umstellung ist und sich daher mit einer Östrogenbehandlung kaum bessert.
Nach einiger Zeit werden in der Postmenopause Haut und Schleimhäute dünner und verlieren an Elastizität. Mitunter kommt es zu Zahnfleischbluten. 

Gewichtszunahme
Im Rahmen der Wechseljahre stellen sich auch der Energieverbrauch des Körpers und die Fettverteilung um, was mit einer Gewichtszunahme und einer Veränderung der Körperform einhergehen kann. Betroffene Frauen beklagen, dass sie selbst bei reduzierter Kalorienzufuhr ihr Gewicht im besten Fall halten können oder sogar zunehmen. Das Körperfett lagert sich vermehrt im Bauchbereich an.

Erkrankungen in der Postmenopause
Mit der Zeit lassen viele dieser Beschwerden nach, doch der Mangel an Östrogen kann in Kombination mit dem zunehmenden Alter auch langfristige Folgen haben. So erhöht sich das Risiko für Diabetes und für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Der Blutdruck kann ansteigen und auch die Wahrscheinlichkeit von Osteoporose wächst, da Östrogene den Knochenabbau hemmen.

Verstärkte Androgenwirkung
Androgene, sogenannte „männliche Sexualhormone“ wie Testosteron, werden auch im weiblichen Körper gebildet. Die Menge an Androgenen im Blut von Frauen ist aber viel geringer als bei Männern. Der weibliche Körper bildet Androgene in den Nebennieren, in den Eierstöcken und im Fettgewebe. Auch hier wird die Hormonproduktion durch das FSH stimuliert. 

In den Wechseljahren nimmt die Produktion von Östrogen und Gestagenen viel stärker ab als die Androgenproduktion. Aus diesem Grund kann bei Frauen im Wechsel ein hormonelles Ungleichgewicht zu Gunsten der Androgene entstehen. Dies kann zu Haarausfall, verändertem Haarwuchs (z.B. Damenbart oder Brustbehaarung) und manchmal zu unreiner Haut führen.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Der Frauenarzt kann den Beginn der Wechseljahre oder deren Stadium anhand von Hormonmessungen bestimmen. Bei einer Blutuntersuchung wird der Spiegel des Follikel-stimulierenden Hormons (FSH) ermittelt, der bei abnehmender Eierstockfunktion stark ansteigt. Der Östrogenspiegel ist erniedrigt. Üblicherweise reicht jedoch das Vorhandensein der typischen Beschwerden im entsprechenden Alter aus, um den Beginn der Wechseljahre festzustellen. Das Ausbleiben der Periode für ein Jahr rechtfertigt dann die „Diagnose“ der Menopause. 

Bei Regelbeschwerden und/oder ungewöhnlichen Blutungen ist zusätzlich zur jährlichen gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung ein Besuch beim Frauenarzt sinnvoll. Bei einer gynäkologischen Untersuchung können andere Ursachen als die bevorstehende Menopause abgeklärt werden.

Die Wechseljahre

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