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Wechseljahre: Behandlung von Beschwerden

Tipps
Bei gut einem Drittel der Frauen sind die Symptome in den Wechseljahren (Menopause, Klimakterium) so stark, dass sie nach Behandlungsmöglichkeiten suchen. Dabei können verschiedene Strategien zum Einsatz kommen. Hilfreich sind regelmäßige Bewegung, bestimmte Pflanzenpräparate, Teemischungen oder sogenannte Phytohormone (pflanzliche östrogenartige Hormonstoffe). Auch die Akupunktur kommt zum Einsatz. Schwerere Symptome sind jedoch häufig nur mit der sogenannten Hormontherapie (Hormonersatztherapie) befriedigend in den Griff zu bekommen.

Hormontherapie

Bei der Hormontherapie werden Östrogen-Gestagen-Präparate eingesetzt, um den Ausfall der Eierstockhormone auszugleichen. Störungen des vegetativen Nervensystems wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Schlafstörungen lassen sich durch die Gabe von Hormonen rasch bessern. 

Auch Müdigkeit, Reizbarkeit, Nervosität und depressive Verstimmungen sowie Störungen der Sexualität sprechen gut auf darauf an, wenn sie durch den Hormonausfall bedingt sind. Zusätzlich bessern sich häufig Muskel- wie auch Gelenkschmerzen, und der positive Effekt der Östrogene auf Haut und Haare bleibt erhalten. Alterungsprozesse speziell der Haut können dadurch allerdings nicht aufgehalten werden – hier sind UV-Strahlung und Schadstoffe wie Nikotin die bestimmenden Faktoren. 

Langfristig nützlich ist die Hormoneinnahme zur Verhütung von Osteoporose-bedingten Knochenbrüchen, was auch durch zahlreiche Studien gut belegt ist. Die Basis dafür liefern eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung mit statischer Belastung der Wirbelsäule (wandern, laufen, tanzen, walken usw.) sowie die ausreichende Zufuhr von Kalzium und Vitamin D. 

Ein früher Beginn der Hormontherapie innerhalb der ersten zehn Jahre nach der Menopause verbessert den Stoffwechsel und kann dazu beitragen, Herz- und Gefäßerkrankungen zu verhindern. Dennoch ist die vorbeugende Gabe allein aus diesem Grund nicht empfohlen. Auch bei bestehenden Herz- und Kreislauferkrankungen wie Angina Pectoris, Herzinfarkt oder Atherosklerose wird keine Hormonbehandlung begonnen, da sich diese nicht – wie früher vermutet – positiv auf die Erkrankung auswirkt.

Welches Präparat im Einzelfall am besten geeignet ist, finden Arzt und Betroffene am besten im gemeinsamen Gespräch heraus; manchmal ist es auch nötig, verschiedene Präparate oder Darreichungsformen zu versuchen. Dabei sollten mögliche Vorteile und Risiken gut gegeneinander abgewogen werden. Prinzipiell gehen die Empfehlungen heute dahin, die niedrigste wirksame Dosierung einzusetzen. Nach einer Gebärmutterentfernung kann auf die Zugabe von Gestagenen (Gelbkörperhormonen) im Allgemeinen verzichtet werden. 

Wie lange eine Hormonersatztherapie angewendet werden soll, hängt einerseits von den Beschwerden und andererseits vom Nutzen-Risiko-Profil der einzelnen Anwenderin ab. Grundsätzlich ist die Anwendung „so lange wie nötig“ empfohlen, also so lange, wie beeinträchtigende Beschwerden bestehen. Gleichzeitig steigt mit zunehmendem Alter aber auch das Risiko für Thrombosen, Lungenembolien oder Hirnschlag. Nach dem 60. Lebensjahr sollte daher keine Hormontherapie neu begonnen und bestehende Hormongaben auf ihre Notwendigkeit überprüft werden.

Lokal wirksame Hormonbehandlung
Östrogenhaltige Zäpfchen oder Cremes können Beschwerden an den Schleimhäuten der Scheide (Trockenheit) lindern. Das wirkt sich häufig positiv auf die gelebte Sexualität aus, aber auch unwillkürlicher Harndrang mit Harnverlust kann dadurch Besserung erfahren.

Nebenwirkungen der Hormontherapie
Zu den Gefahren einer Hormontherapie gehört speziell mit zunehmendem Alter und Gewicht ein erhöhtes Auftreten von Thrombosen, Embolien, Gallenblasenerkrankungen und Schlaganfällen. Frauen mit bereits bestehenden Herz- oder Gefäßkrankheiten wie Bluthochdruck oder Angina Pectoris sollten keine Hormontherapie beginnen.
Die Einnahme einer sogenannten kombinierten Hormontherapie (Östrogen und Gestagen) ist mit einem Anstieg der Häufigkeit von Brustkrebs verbunden, dafür nimmt die Wahrscheinlichkeit für Gebärmutterkrebs und Darmkrebs ab. Ob diese Erkenntnisse für alle Formen der Hormontherapie gelten, ist derzeit nicht gesichert.


Pflanzliche Medikamente

Neben der Hormontherapie werden zur Linderung von Wechselbeschwerden häufig zunächst pflanzliche Wirkstoffe mit hormonähnlicher Wirkung eingesetzt. Dazu zählen Phytohormone, die etwa in der Traubensilberkerze, im Mönchspfeffer, in Soja oder Rotklee enthalten sind. Auch Salbeitropfen helfen einem Teil der Frauen speziell gegen Hitzewallungen. Bei schwereren Wechseljahrbeschwerden sind sie im Allgemeinen jedoch nicht ausreichend wirksam.


Vorzeitige Wechseljahre

Frauen, die vor dem 40. Lebensjahr die Menopause erleben, sind durch den frühen Wegfall des Östrogens speziell gefährdet, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder eine Osteoporose zu erleiden. Auch bestimmte neurologische Erkrankungen sowie Einschränkungen der geistigen Leistung stehen damit in Zusammenhang. Besonders gefährdet sind Frauen nach Entfernung der vorher funktionsfähigen Eierstöcke. Frauen mit vorzeitigen Wechseljahren wird deshalb der Hormonersatz dringend empfohlen; sie sollten die Hormone bis zum eigentlichen Wechseljahrsalter (ca. 51–52 Jahre) einnehmen. Die Risikobedenken der postmenopausalen Hormontherapie gelten für sie nicht.


Was können Sie selbst tun, um Wechselbeschwerden zu lindern?

Die Wechseljahre sind einer normaler Abschnitt im Leben jeder Frau. Vorbeugende Maßnahmen, Symptome gänzlich zu verhindern, gibt es nicht. Durch einige Veränderungen in der Lebensführung lassen sich die Beschwerden und Folgen des Wechsels jedoch mildern.

Regelmäßige Bewegung: Krafttraining ist die beste Medizin gegen Osteoporose, Ausdauertraining eine ausgezeichnete Möglichkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Yoga, Pilates, Tai-Chi und ähnliche Sportarten helfen, das vegetative Nervensystem zu beruhigen. Darüber hinaus hilft Bewegung gegen Depressionen, Schlafprobleme und Gewichtszunahme. Wählen Sie eine Sportart, die Ihnen Spaß macht! 
Rauchen Sie nicht! Raucherinnen kommen – statistisch gesehen – früher in die Wechseljahre und haben stärkere Beschwerden. Wer das Rauchen (so früh wie möglich) aufgibt, senkt sein Risiko für Krebserkrankungen, Herzkrankheiten und viele weitere "Gefahren" des Alterns. Da Rauchen die Haut schädigt, haben Nichtraucherinnen auch eine elastischere Haut. 
Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit reichlich Vitamin D und Kalzium. Sorgen Sie dafür, dass Sie ausreichend Obst, Gemüse, Getreide und Nüsse zu sich nehmen, um dem Knochenabbau entgegenzuwirken. Verwenden Sie hochwertige Pflanzenöle und essen Sie fetthaltigen Fisch. 
Vermeiden Sie Stress! Welche Dinge tun Ihnen gut, verschaffen Ihnen ein gutes Körperbewusstsein? Entspannungsübungen, Yoga oder Shiatsu können Ihnen helfen, die neuen Prozesse im Körper gut anzunehmen. 

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