Österreich feiert den 25. Geburtstag der ersten Internetanbindung, die zwischen der Universität Wien und dem Genfer CERN geschaltet wurde.

Am 10. August 1990 wurde eine Standleitung zwischen der Universität Wien und dem Genfer CERN von IBMs SNA-Technik auf TCP/IP umgestellt. Damit kam das Internet in Österreich an, denn vom CERN ging ein T1-Link zum Backbone der National Science Foundation, die das Forschungsnetz betrieb. Zur Feier von 25 Jahren Internet in Österreich und zum 650. Geburtstag der Universität Wien werden zwei Konferenzen abgehalten, eine über das Internet in den nächsten 20 Jahren und eine über die Perspektiven für die österreichische Forschung.

Österreich

Der Anschluss Österreichs an das Internet ist vor allem Peter Rastl zu verdanken, dem damaligen Leiter des zentralen Informatikdienstes (ZID) der Universität Wien. Mit seinem Team kombinierte er den RT 6150, den ersten AIX-Rechner von IBM mit dem Kommunikations-Vorrechner IBM 8232 so, dass das System die Routerfunktionen übernehmen konnte.

Damit war die Universität Wien nicht nur an das IBM-Protokolle nutzende European Academic Research Network (EARN) angeschlossen, sondern auch an das US-amerikanische NSF-Net. Im nächsten Schritt wurde das österreichische Wissenschaftsnetz ACOnet aufgebaut, das somit ebenfalls Geburtstag feiert.

Zur Geburtstagsfeier sprechen Kate O'Riordan vom Centre for Material Digital Culture und der Schriftsteller Bruce Sterling. Beide wollen sich mit der Zukunft des Netzlebens befassen, mit virtuellen Artefakten und der ubiquitären Cloud.

Weiter werden Diskussionsrunden veranstaltet, an denen unter anderem der PGP-Entwickler Phil Zimmerman und der österreichische Netztheoretiker Felix Stalder teilnehmen. Ein Stream der Strauss-Oper Salome, produziert von der Wiener Staatsoper und den VR-Forschern der Universität Wien, bildet den Abschluss. The Salome Experience kann auch als Hommage an die Vernetzung gelesen werden, weil die sieben Schleier der Salome jeden Netzwerker an die sieben Schichten des OSI-Modells erinnern.