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Eine Lungenentzündung (Pneumonie, Bronchopneumonie) ist eine akute Entzündung des Lungengewebes durch infektiöse, allergische oder physikalisch-chemische Ursachen. In einigen Industriestaaten sind Lungenentzündungen die häufigste zum Tode führende Infektionskrankheit. Erfahren Sie mehr über Ursachen, Symptome, Dauer und Behandlung einer Lungenentzündung.


Lungenentzündung: Ursachen
Je nach der Krankheitsentstehung wird zwischen nichtinfektiösen und infektiösen Lungenentzündungen unterschieden. Nichtinfektiöse Lungenentzündungen sind z.B. allergisch oder durch physikalisch-chemische Reize (etwa Giftinhalation), infektiöse Lungenentzündungen durch Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten bedingt. Dabei kann eine direkte Infektion des Lungengewebes Ursache sein oder die Infektion kann durch Ausdehnung von den Bronchien (Bronchitis) auf das nahe liegende Lungengewebe verursacht werden.
Als etwas außergewöhnliche Ursache können bei Kindern oder älteren Personen Essenspartikel, die durch Verschlucken in die Lunge gelangt sind, eine Entzündung hervorrufen.
 
Lungenentzündung: Symptome und Art
Die Lungenentzündung kann nach unterschiedlichen Gesichtspunkten eingeteilt werden. Zum Teil sind diese Einteilungen historisch bedingt. Sie dienen auch der Wahl einer geeigneten (vorläufigen) Therapie bis zum Vorliegen des mikrobiologischen Erregernachweises. Eine einfache Unterscheidung ist die Einteilung anhand der Symptome. Dabei wird zwischen der typischen, hochakut einsetzenden, und der atypischen Lungenentzündung unterschieden, bei der die Krankheitszeichen langsam entstehen.
Bei einer typischen Lungenentzündung, die in der Regel durch bakterielle Erreger (zum Beispiel Pneumokokken oder Streptokokken) verursacht ist, entwickelt sich innerhalb von 12 bis 24 Stunden ein schweres Krankheitsbild. Der Patient bekommt plötzlich hohes Fieber, das 40° Celsius erreichen kann und hat oft Schüttelfrost. Der Puls beschleunigt sich auf bis zu 120 Schlägen pro Minute. Gleichzeitig tritt Husten auf. Nach kurzer Zeit hustet der Patient eitriges, gelbliches oder grünes Sputum aus. Es können Blutbeimengungen im Auswurf sein. Die Farbe des Auswurfs ändert sich dann in rötlich-braun.
 
Lungenentzündung: Dauer und Verlauf
Oft klagt der Patient über Atemnot und Schmerzen beim Atmen durch Mitbeteiligung des Lungenfells. Auffallend ist ein süßlicher oder übel riechender Mundgeruch. Einige Patienten atmen schnell und flach, wobei die Nasenflügel sich deutlich mitbewegen (Nasenflügeln) und die erkrankte Brustkorbhälfte sichtbar weniger an der Atmung teilnimmt (Schonatmung). Die atypische Lungenentzündung ist nicht auf einen Lappen begrenzt. Der Entzündungsherd kann zentral gelagert oder im gesamten Lungengewebe zum Teil mit fließenden Übergängen verstreut sein. Meist sind jüngere Menschen ohne Vor- oder Begleiterkrankungen betroffen.
Bevor die Erkrankung zum Ausbruch kommt, treten grippeähnliche Beschwerden auf. Der Allgemeinzustand ist im Vergleich zur Lappenpneumonie nur geringfügig beeinträchtigt. Das Fieber steigt langsam bis zirka 38,5° Celsius. Die atypische Lungenentzündung dehnt sich nur selten auf das Rippenfell aus. Ebenso fehlt der für die Lappenpneumonie typische eitrige Auswurf.
Je nach der Krankheitsentstehung wird zwischen nichtinfektiösen und infektiösen Lungenentzündungen unterschieden. Der Verlauf einer typischen Lungenentzündung zeigt eine Zunahme der Symptome innerhalb der ersten sieben Tage. Anschließend sind die Symptome rückläufig und die Rekonvaleszenz beginnt, welche bis 12 Wochen dauern kann.
 
Komplikationen bei einer Lungenentzündung
Durch die teilweise sehr schweren Verläufe bei bettlägerigen Patienten können die geschwächten Betroffenen an einer Lungenentzündung sterben. Als Folgekrankheiten der Lungenentzündung können auftreten: Lungenabszess mit reichlichem, übel riechendem Auswurf und selten Lungenbrand (Gangrän) bei Auftreten von Fäulniserregern in der Lunge.
 
Lungenentzündung: Behandlung und Therapie
Die Basistherapie beinhaltet die gezielte Bekämpfung der jeweiligen Krankheitserreger mit einem oder mehreren Antibiotika. Außerdem sollten folgende Maßnahmen ergriffen werden:

  • Bei unstillbarem Husten ohne Auswurf werden hustendämpfende Medikamente (mit Codein) verabreicht
  • Bei produktivem Husten unterstützen Expektorantien die Schleimlösung. Diese sollten aber, außer zur Nacht, nicht in Verbindung mit hustendämpfenden Medikamenten gegeben werden
  • Bei starken Schmerzen oder hohem Fieber (allgemein ist 38,5° Celsius die Grenze) sind fiebersenkende und schmerzstillende Mittel (z.B. Paracetamol) angezeigt
  • Bei bettlägerigen Patienten ist Thromboseprophylaxe erforderlich
  • Sehr wichtig ist ausreichende Flüssigkeitszufuhr, notfalls auch als Infusion. Aber Vorsicht: Da vorwiegend doch ältere Menschen an einer Lungenentzündung erkranken, muss darauf geachtet werden, ob diese an einer Herzinsuffizienz leiden
  • Eine gute Atemtherapie unterstützt wirksam die Behandlung
  • Gelegentlich muss in besonders schweren Fällen Sauerstoff über eine Nasensonde verabreicht werden