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Die idealen Brennstoffe: Welches Brennholz ist das Beste überhaupt?

Information

KaminfeuerBrennholz ist eines der besten Brennstoffe überhaupt, soweit schon mal diese Feststellung. Doch ist Holz nicht gleich Holz um das auch zu nennen. Denn jedes Brennholz vom Typ her, hat Ihre eigene Eigenschaft und Brennt länger oder auch kürzer. Doch nicht jede heimische Holzart eignet sich perfekt zum beheizen eines Kamins. Welche Unterschiede es gibt und was die unterschiedlichen Maße zu bedeuten haben, zeigen wir hier im Artikel.

Wissenschaftler glauben zu Wissen, dass die Menschen bereits vor 400.000 Jahren zum heizen Brennholz verwendet haben. Mit der gleichzeitigen Entdeckung von Feuer bot es neue Möglichkeiten wie das Kochen von Mahlzeiten oder das Verflüssigen von harten Materialien – die Grundlage der Werkzeugherstellung.


Während der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wurde Brennholz neben Kohle zum wichtigsten Energielieferanten. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg vollzog sich ein Wandel: Erdöl und Erdgas waren billige Alternativen und verdrängten die Nutzung von Brennholz als primären Heizstoff in der Wirtschaft. Seit einigen Jahren ist eine Rückbesinnung auf das Heizen mit Holz zu erkennen.

Hintergrund ist ein wachsendes Umweltbewusstsein in der Gesellschaft. Wer sich nämlich dazu entscheidet, seinen Kamin mit Brennholz zu befeuern, erzeugt Wärme auf eine fast klimaneutrale Weise. Doch nicht jede Holzart eignet sich auch zum Verfeuern. Es müssen immer der Heizwert, die Entzündlichkeit und die jeweiligen Brenneigenschaften betrachtet werden.

kaminfeuer

Brennwert und Heizwert
älschlicherweise werden der Brenn- und der Heizwert oft synonym verwendet. Dabei handelt es sich in Wahrheit um zwei unterschiedliche Messwerte.

Brennwert früher Heizwert
Der Brennwert (früher „oberer Heizwert“) gibt an, wie viel Energie in Form von Wärme bei der Verbrennung pro Kilogramm des Stoffs gewonnen werden kann. Dabei wird angenommen, dass die entstehenden Verbrennungsgase auf 25 Grad Celsius abgekühlt werden und der enthaltene Wasserdampf vollständig kondensiert.

Heizwert früher unterer Heizwert
BrennholzDer Heizwert (früher „unterer Heizwert“) eines Brennstoffes gibt an, wie viel Energie in Form von Wärme bei der Verbrennung pro Kilogramm des Stoffs gewonnen werden kann. Es wird angenommen, dass die entstehenden Verbrennungsgase auf 25 Grad Celsius abgekühlt werden, der enthaltene Wasserdampf, im Gegensatz zum Brennwert, jedoch nicht kondensiert. Der Heizwert von Holz liegt etwa zehn Prozent (genau 9,26 Prozent) unter dem Brennwert.

Außerdem ist der Heizwert größer, je mehr Harze und Lignine im Holz enthalten sind. Gut zu wissen: Der Heizwert eines Brennstoffs kann nicht experimentell ermittelt, sondern nur durch Näherungsformeln berechnet werden. Die Maßeinheit für den Heiz- und Brennwert bei Holz ist Kilowattstunde pro Raummeter (KWh/rm), selten wird auch Kilowattstunde pro Kilogramm (KWh/kg) verwendet.

Kiefer, Tanne und Fichte sind billiger
versprühen jedoch Funken und sollten deshalb nur in geschlossenen Anlagen verbrannt werden. Außerdem ist die Verrußung durch das Verbrennen des Harzes stärker. Das Holz eignet sich zwar nicht als Hauptbrennstoff, hat aber eine gute Spaltbarkeit und ist leicht zu entflammen, sodass es auch als Anfeuerholz eingesetzt werden kann.

Weiches Laubholz wie Weide, Linde, Erle und Pappel sind aufgrund ihrer geringen Brennwerte als Brennholz ungeeignet. Wer einen offenen Kamin besitzt, sollte ausreichend getrocknetes Birkenholz verfeuern. Es brennt mit einer eleganten, bläulichen Flamme und verströmt einen angenehmen Duft. Birkenholz eignet sich optimal für einen offenen Kamin.

Brennwert in KW:

Eiche

2.100 Kilowattstunden

Buche

2.100 Kilowattstunden

Robinie

2.100 Kilowattstunden

Esche

2.100 Kilowattstunden

Kastanie

2.000 Kilowattstunden

Ahorn

1.900 Kilowattstunden

Birke

1.900 Kilowattstunden

Platane

1.900 Kilowattstunden

Ulme

1.900 Kilowattstunden

Lärche

1.700 Kilowattstunden

Kiefer

1.700 Kilowattstunden

Douglasie

1.700 Kilowattstunden

Erle

1.500 Kilowattstunden

Linde

1.500 Kilowattstunden

Fichte

1.500 Kilowattstunden

Tanne

1.400 Kilowattstunden

Weide

1.400 Kilowattstunden

Pappel

1.400 Kilowattstunden

 

Das Eschenbrennholz
Dieses Holz wird aktuell vermehrt als Brennholz angeboten. Ursache ist ein Pilzbefall, der ein weitflächiges Eschensterben auslöste. Im Landkreis Ravensburg wurde, vor allem auf feuchteren, wasserbeeinflussten Standorten, ein teilweise 90-prozentiger Befall der Eschen mit dem Hallimasch-Pilz festgestellt. Aufgrund des erhöhten Gefahrenpotenzials durch einstürzende Bäume mussten diese vorzeitig gefällt werden – und das Angebot an Eschenbrennholz stieg. Günstige Preise sind die Folgen für die Verbraucher. Gut zu wissen: Esche ist ein Hartholz wie die Buche und hat als Brennholz einen fast genauso hohen Brennwert. Es muss jedoch mindestens zwei Jahre gelagert werden, da es nur sehr langsam trocknet.

Kaminfeuer am Abend

Aufbearbeitung des Brennholzes
Brennholz darf nur von Personen, die älter als 18 sind, aufgearbeitet werden. Voraussetzung ist außerdem die Teilnahme an einem qualifizierten Motorsägenlehrgang oder die nachweisbare, mehrjährige berufliche Tätigkeit in der Holzernte. Zum eigenen Schutz ist es wichtig, immer eine Sicherheitsausrüstung tragen, die aus Helm, Gesichts- und Gehörschutz, Schnittschutzhose, Sicherheitsschuhen sowie Handschuhen besteht. Für die Aufarbeitung darf ausschließlich Bio-Sägekettenhaftöl und Sonderkraftstoff (Alkylatbenzin) verwendet werden. Gut zu wissen: Bei der Aufbereitung eines Flächenloses gelten noch umfangreichere Regelungen. So darf zum Beispiel im Staatswald kein Holz mit einem Durchmesser von weniger als sieben Zentimetern aufgearbeitet werden.

Wichtig: Brennholz richtig lagern
Brennholz muss richtig gelagert werden, damit es später gut brennt. Denn frisch geschlagenes Holz enthält zu Beginn der Lagerung viel Wasser, das etwa die Hälfte des Gewichts ausmacht. Damit Kaminholz richtig trocknet, sollte es an einem Ort mit guter Sonneneinstrahlung, ausreichender Luftbewegung und vor Witterungseinflüssen geschützt platziert werden. Hierfür eignen sich zum Beispiel Holzmieten, Schleppdächer oder freistehende Stapel. Setzen Sie das Holz auf eine Unterlage, decken Sie es jedoch nicht mit Plastikfolie rundherum ab. So kann keine Fäulnis entstehen. Wenn Sie das Holz an einer Wand lagern, sollte ein Abstand von mindestens fünf bis zehn Zentimetern eingehalten werden. Tipp: Je kleiner zersägt und je häufiger gespalten, desto größer wird die gesamte Oberfläche des Holzes und umso schneller trocknet es.

Nach einem Jahr Lagerung enthält das Holz noch etwa 15 bis 20 Prozent Wasser und kann zum Heizen verwendet werden. Brennholz sollte grundsätzlich nicht länger als vier Jahre gelagert werden, sonst drohen biologische Abbauprozesse den Heizwert zu verringern. Feuchtes Holz sollten Sie auf keinen Fall verbrennen. Dies ist nicht nur umweltbelastend, sondern auch unwirtschaftlich, denn je mehr Wasser das Holz enthält, umso mehr Energie muss für dessen Verdampfung beim Verbrennen aufgebracht werden. Außerdem entsteht viel mehr Ruß im Kamin und eine „Versottung“ des Schornsteins ist wahrscheinlich.

Holz verliert Volumen
Bei der Berechnung des Heizwertes sollte man beachten, dass das Holz beim Trocknen an Volumen verliert (Trockenschwindmaß). Das bedeutet, der Heizwert steigt zwar durch die Trocknung, durch die Abnahme an Volumen sinkt der Endwert jedoch wieder.

Der richtige Ofen bringts
Nicht nur die Holzart und der Trocknungsgrad sind entscheidend, auch der richtige Ofen beeinflusst, wie viel Heizenergie schlussendlich aus dem Brennholz umgesetzt werden kann. So kann es oftmals besser sein, ein teureres Modell zu kaufen, denn besonders günstige Kamine erreichen oft nicht die höchste Ausbeute an Wärmeenergie und beeinflussen damit den Heizwert maßgeblich.

Ist das Heizen mit Brennholz umweltschädlich?
Brennholz wird als Energielieferant immer beliebter. Doch ist das Heizen mit Brennholz wirklich umweltfreundlicher? Kurz gesagt: ja. Denn Holz verbrennt nahzu vollständig klimaneutral. Wächst ein Baum, entzieht er der Atmosphäre CO2, speichert im Holz den Kohlenstoff und gibt wieder Sauerstoff an die Atmosphäre ab. Es entsteht keine zusätzliche CO2 Belastung. Bei der Verbrennung von Erdöl und Erdgas sieht dies anders aus. Denn hier wird bisher in der Erde fixiertes CO2 zusätzlich zum bereits vorhandenen Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre abgegeben und dort angereichert. Außerdem ist nicht nur der eigentliche Verbrauch umweltschädlich, hinzu kommen die Suche nach Ölfeldern, die Förderung und der Transport des Erdöls, die allesamt ebenfalls negative Auswirkungen auf die Umwelt haben.

Brennholzpreise
Der TFZ-Brennholzpreisindex gibt den durchschnittlichen Brennholzpreis in Deutschland an. Grundlage sind die Preise für ofenfertiges Brennholz bei 28 Anbietern im gesamten Bundesgebiet. Die Preise für Hart- und Weichholz werden getrennt erhoben.

TFZ-Brennholzpreisindex - Preise inklusive Lieferung bis 10 km

Sortimente

 

Mittelwert

€/Rm

 

 

Min.

€/Rm

 

 

Max.

€/Rm

 

Zahl

 

Mittelwert

ct/kWh

 

 

Min.

ct/kWh

 

 

Max.

ct/kWh

 

Meterware Hartholz gespalten

79,09

65,00

92,50

11

5,14

4,23

6,01

 

Meterware Weichholz

gespalten

 

59,87

47,00

71,67

7

5,26

4,13

6,29

33 cm Hartholz gespalten

94,35

75,00

112,76

28

6,13

4,88

7,33

 

33 cm Weichholz

gespalten

 

76,62

57,00

96,11

18

6,73

5,00

8,44

Quelle: Eichberger

Die idealen Brennstoffe: Welches Brennholz ist das Beste überhaupt?

Für den Inhalt der Kommentare sind die Verfasser verantwortlich.


  1. nopicBenjamin *  schreibt am 04.10.2018 10:16
    Ich nutze immer Eiche weil dieses Holz gut nachbrennt und über die Nacht abheizt. Dabei hat man dann nicht den Nachteil, zick mal nachlaufen zu müssen. Wobei auch Buche sehr gut ist was ich auch schon oft genutzt habe.