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Gesundheit


Neue klinische Richtlinien für ältere Patienten mit Typ 2 Diabetes (Gesundheit)

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Neue klinische Richtlinien für ältere Patienten mit Typ 2 Diabetes, um einen europaweiten Pflegenotstand zu verhindern.

Das Institute of Diabetes for Older People (IDOP) (Institut für Diabetes bei älteren Menschen) hat die ‘European Diabetes Working Party for Older People 2011 Clinical Guidelines for Type 2 Diabetes Mellitus (EDWPOP)’ (Europäische Diabetes-Arbeitsgruppe für ältere Menschen 2011 Klinische Richtlinien für Typ 2 Diabetes Mellitus) herausgegeben, mit dem Ziel, klinische Entscheidungen zu unterstützen und die Qualität der Betreuung von Millionen älteren Menschen mit Diabetes zu verbessern und gleichzeitig einen Pflegenotstand in Europa zu verhindern.

Diabetes ist in den letzten Jahren weltweit zu einer der am besorgniserregendsten Erkrankungen geworden. Im Jahr 2010 wurden über 54,4 Millionen Menschen mit Diabetes diagnostiziert und es wird erwartet, dass bis zum Jahr 2030 diese bereits enorme Zahl auf 66,5 Millionen ansteigt. Es wird angenommen, dass über die Hälfte dieser Erkrankten mehr als 60 Jahre alt sind.
Der demographische Wandel wird bis 2030 und danach eine Welle von älteren Menschen mit Diabetes verursachen, wodurch die Mittel der öffentlichen Gesundheitswesen stark strapaziert werden. Die EU gibt zurzeit 80 Millionen Euro für diese Menschen aus, was 10 Prozent der gesamten Ausgaben des öffentlichen Gesundheitswesens ausmacht. Es wird erwartet, dass diese Zahl bis 2030 auf 94 Millionen Euro in die Höhe schnellt.

“Wenn wir jetzt nichts unternehmen, um die Betreuung von älteren Menschen mit Typ 2 Diabetes zu verbessern, wird das katastrophale Auswirkungen auf die Patienten und das gesamte europäische Gesundheitswesen haben. Es besteht ein besonderes Risiko für Länder, die ein staatliches Gesundheitssystem haben, wie Grossbritannien, wo diese Diabetes-Zeitbombe einen potentiellen finanziellen Ruin des bereits strapazierten Gesundheitssystems darstellt”, sagt Professor Alan Sinclair, Direktor des IDOP.

Die EDWPOP Richtlinien wurden herausgegeben, um Lücken im Gesundheitswesen zu schliessen, die in einem Positionspapier, das von der International Association of Gerontology and Geriatics (IAGG), der European Diabetes Working Party for Older People (EDWPOP), und der International Task Force of Experts in Diabetes entwickelt wurde.
Dieser Expertenpool erforschte die wesentlichen Probleme von Diabetes bei älteren Patienten im Konsensweg, zusammen mit einer evidenzbasierten Literaturstudie.

In diesem Positionspapier wird der Bedarf an spezifischen Richtlinien identifiziert, da bestehende Richtlinien nicht auf die Bedürfnisse von älteren Menschen eingehen. Dazu gehören:
Der Einsatz von Bewegungstherapie, Ernährungstherapie und blutzuckersenkenden Therapien zur zielgruppenorientierten, wirksamen Behandlung von Typ 2 Diabetes bei älteren Menschen Praktische ambulante Interventionen, um stationäre Aufenthalte zu reduzieren Methoden zur Verringerung von Hypoglykämien in verschiedenen Settings Gesundheitsökonomische Bewertung von Stoffwechselbehandlung Interventionen zur Verzögerung/Prävention von Diabetes-bedingten Komplikationen, die häufig bei älteren Patienten vorkommen, wie kognitive Störungen und funktioneller Abhängigkeit Entwicklung von technischen Hilfsmitteln, die den älteren Diabetespatienten zur Selbstständigkeit und Sicherheit verhelfen “Die meisten europäischen Richtlinien gehen nicht auf die besonderen Bedürfnisse bezüglich Behandlung und Abhängigkeit bei älteren Diabetespatienten ein, und diese neuen Richtlinien enthalten praktische Behandlungsempfehlungen, die für alle im Gesundheitswesen Tätige in ganz Europa anwendbar sind”, sagt Professor Sinclair.

Betreuung von älteren Patienten mit Diabetes
Eine wirksame Versorgung von älteren Patienten mit Diabetes sollte sich auf Folgendes konzentrieren: Sicherheitsaspekte, Diabetes-Prävention, frühe Behandlung von Gefässerkrankungen und funktionelle Diagnose vor und nach Amputation der Gliedmassen, Augenleiden und Schlaganfällen. Zusätzlich sollten bei älteren Patienten die Prävention und die Behandlung von diabetesbedingten Komplikationen wie Gebrechlichkeit, kognitive Funktionsstörung, funktionelle Abhängigkeit und Depression im Vordergrund stehen.

Die EDWPOP Richtlinien liefern eine evidenzbasierte und detaillierte Zusammenfassung davon, was im Gesundheitswesen Tätige in ganz Europa jetzt tun sollten, um älteren Menschen die bestmögliche Behandlung von Diabetes zu ermöglichen. Dazu gehört:
Eine evidenzbasierte Analyse von Behandlungsmethoden für ältere Diabetespatienten – und diese gilt als Ansatz für klinische Entscheidungen Eine benutzerfreundliche Empfehlungsliste für stationäre und ambulante Behandlungsrahmen Leitfaden für 18 Themengebiete mit klinischem Interesse, unter anderem: Tests und Diagnose, Prävention, sekundäre Komplikationen, Hypoglykämie, kognitive Störungen, Stürze und Immobilität.

Quelle: Institute of Diabetes for Older People (IDOP)

Mundgeruch: jeder sechste Deutsche ist betroffen - Was hilft? (Gesundheit)

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Haben Sie Probleme eine Partnerin zu finden oder wendet sich Ihre Freundin immer häufiger von Ihnen ab, anstatt Sie zu küssen? Vielleicht ist Ihr Mundgeruch schuld. Das Tückische an einem übel riechenden Mund: man selber nimmt es kaum wahr. Dabei schreckt der Mundgeruch bei Männern, wie auch Schuppen oder übermäßiges Schwitzen, besonders Frauen ab.  Zum Glück können Sie jedoch einiges gegen den hartnäckigen Mundgeruch unternehmen.

Mundgeruch: jeder sechste Deutsche ist betroffen

Wer Mundgeruch hat, ist nicht alleine. Studien zufolge leidet jeder sechste Deutsche an dem üblen Geruch aus dem Mund. Das Tückische: die Hälfte der Betroffenen weiß nichts davon. Den Geruch nimmt man selber selten war und oftmals ist das Umfeld zu höflich um einen auf den Mundgeruch hinzuweisen. Hier ist jedoch Ehrlichkeit gefragt, denn der Geruch aus dem Mund ist in den meisten Fällen ein Anzeichen für Fäulnisprozesse, die in den Zahnzwischenräumen, auf der Zunge, aber auch in den Nasennebenhöhlen stattfinden. Besonders gefährdet sind auch Schnarcher und Menschen, bei denen der Speichelfluss im Mund verringert ist, denn so können sich Bakterien verstärkt ausbreiten.  Im Gegensatz zu einem eher unangenehmen Geruch, der auf den Genuss von Zwiebeln oder Knoblauch zurück zu führen ist, existiert der Mundgeruch, auch als Halitosis bezeichnet,  unabhängig von konsumierten Nahrungsmitteln oder ähnlichem. Hier muss auch angesetzt werden, wenn Sie das Entstehen von Mundgeruch verhindern wollen.

Mundgeruch verhindern

Den Kampf gegen Mundgeruch gewinnen Sie nur, wenn Sie Ihrer Mundhygiene genug Zeit opfern. Um die Entstehung von Halitosis vorzubeugen, sollten die Zähne und Zahnzwischenräume täglich gereinigt werden. Denn so können sich keine Bakterien niederlassen. Auch die Zunge, besonders der hintere Teil, kann mit einem speziellen Schaber von Bakterien befreit werden. Auch Kaugummi kauen sorgt für gute Effekte, denn zum einen erfrischt es den Atem und regt zum anderen auch den Speichelfluss an, was wiederum das Bakterienwachstum verhindert und  langfristig auch gegen Mundgeruch am Morgen helfen kann. Denn an einem übel riechenden Mund in der Früh ist mangelnder Speichelfluss in der Nacht schuld, der die Fäulnisprozesse unterstützt. Wenn Sie schon ein Problem mit Mundgeruch haben, ist es angebracht einen Zahnarzt aufzusuchen und den Mundraum auf Entzündungen, Karies oder Parodontitis untersuchen zu lassen. Hier kann auch eine professionelle Zahnreinigung helfen.

Viagra bekämpft schwarzen Hautkrebs (Gesundheit)

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Der Wirkstoff Sildenafil des Potenzmittels Viagra zeigte sich sehr potent – in einem ganz anderen als seinem ursprünglichen Wirkungsfeld: Er verlängerte krebskranken Mäusen deutlich das Leben.
Von den krebskranken Nagern, die den Viagra-Wirkstoff Sildenafil als Mittel ins Trinkwasser bekamen, lebten nach rund sieben Wochen noch mehr als doppelt so viele wie bei den unbehandelten. Das zeigt eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und der Universität Heidelberg. Die Ergebnisse sind in den in den „Proceedings“ der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften (PNAS) veröffentlicht.

Die Erkrankung der Mäuse verlaufe klinisch sehr ähnlich wie beim Menschen, erklärte Viktor Umansky, Immunologe am DKFZ. Es sei daher möglich, dass der Viagra-Wirkstoff die Immunabwehr gegen den Krebs auch beim Menschen verbessern könne. Zur Klärung sind aber weitere Untersuchungen nötig.

Viagra wirkt auf Immunsystem ein
Viele Tumore rufen chronische Entzündungen hervor, die Angriffe des Immunsystems gegen den Krebs unterdrücken. Bei Mäusen, die aufgrund einer genetischen Veränderung einen dem Melanom des Menschen sehr ähnlichen Hautkrebs entwickeln, neutralisierte Viagra den Angaben zufolge die Entzündungen und hob die Hemmung der Immunabwehr auf. Die Wissenschaftler setzten Sildenafil ein, weil der Wirkstoff in Tierversuchen schon mehrfach die Immunabwehr gegen Tumoren verbessert hatte.

Gut und richtig essen in der Schwangerschaft (Gesundheit)

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Erwachsene sollten laut Empfehlung täglich 180 bis 200 Mikrogramm (µg) Jod zu sich nehmen, Schwangere durch ihren höheren Bedarf 230 µg Jod. Heute ist Deutschland durch die Verwendung von Jodsalz zwar kein Jodmangelgebiet mehr, trotzdem erreicht die Aufnahme die Empfehlungen immer noch nicht. Die mittlere Aufnahme liegt bei circa 110 bis 120 µg Jod am Tag. Etwa 30 Prozent der Bevölkerung sind unzureichend mit Jod versorgt, bei den Schwangeren sogar 50 Prozent. Diese Versorgungslücken können selbst in geringer Ausprägung die Entwicklung des Kindes negativ beeinflussen. Deshalb wird allen Schwangeren zur Vorbeugung die Einnahme eines Jodpräparats und eine jodreiche Ernährung empfohlen.   

Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das für die Bildung der Schilddrüsenhormone notwendig ist. Diese Hormone regulieren wichtige Stoffwechselabläufe im Körper. Ein längerfristiger Mangel kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Störungen führen. Typische Symptome einer Unterversorgung sind ein Enge- und Druckgefühl im Hals ("Kloß-Gefühl"), Atem- und Schluckbeschwerden, Zunahme des Halsumfangs (Struma), Veränderung der sichtbaren Halsvenen sowie unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Schlafstörungen, Kältegefühl, Verdauungsbeschwerden, Leistungsminderung und erhöhte Infektanfälligkeit. Auch Hautveränderungen (feuchte bzw. trockene Haut) können auf einen Jodmangel hinweisen. Ein Mangel während der Schwangerschaft kann die Entwicklung und Intelligenz des Kindes beeinträchtigen und in starker Ausprägung zu einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten oder Fehlbildungen führen. Jod ist an der Steuerung des Wachstums, der Knochenbildung und der Gehirnentwicklung des Embryos im Mutterleib beteiligt.   

Schwangere sollten deshalb täglich ein Präparat mit 100 bis 150 µg Jod einnehmen und jodreiche Lebensmittel wie Meeresfisch (zweimal pro Woche) und Milch und Milchprodukte (täglich) essen. Zusätzlich sollten sie Jodsalz verwenden und damit hergestellte Produkte bevorzugen. Von der Verwendung getrockneter Algen- und Tangpräparate wird abgeraten, da diese zu hohe Mengen Jod enthalten können. Frauen mit Schilddrüsen-erkrankungen sollten Rücksprache mit ihrem Arzt halten.

Schon gewusst? - Die Frühlingssonne macht gesund! (Gesundheit)

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Der Frühling ist im Anmarsch und es zeigt sich wieder häufiger die Sonne. Bei Sonne produziert der Körper vermehrt Serotonin, ein Hormon, das auch als Glückshormon bezeichnet wird. Es bewirke, dass der Mensch leichter, beschwingter, ausgeglichener und zufriedener sei, erläutert Thomas Aßmann vom Deutschen Hausärzteverband.

Dieselbe Wirkung trete zwar auch ein, wenn man eine große Menge Schokolade isst. Auch dann schüttet der Körper Serotonin aus. "Aber die Schokolade macht sich auf den Hüften nicht so gut." Besser daher: Schon an den ersten schönen Tagen so viel Licht tanken wie möglich.

Glückshormone und Vitamin D
Dass es früher und länger hell ist, kommt auch dem Biorhythmus zugute. Wenn man morgens mit der Sonne aufstehe und erst wieder ins Bett gehe, wenn es dunkel sei, könne sich der Körper besser auf den Tag-Nacht-Rhythmus einstellen, sagt Aßmann. "Wir nehmen das Licht jetzt bewusst wahr." Das ist im Winter anders, weil es oft trüb ist. Dann stehe man im Dunkeln auf und gehe im Dunkeln wieder zu Bett - und fühlt sich nicht so fit.

Serotonin ist ein Schlüsselhormon und regelt die Ausschüttung weiterer Hormone, zum Beispiel Endorphine. Auch diese Glückshormone wirken sich positiv auf die Stimmung aus, ergänzt die Medizinmeteorologin Christina Koppe-Schaller vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Außerdem unterdrücken Endorphine zeitweise unter anderem das Schmerzempfinden - auch das kann die Stimmung steigern.

Darüber hinaus hilft die Sonne dem Körper, Vitamin D zu bilden. Es ist wichtig für den Knochenbau und das Immunsystem, erklärt Koppe-Schaller. Ab März lädt der Körper seine Vitamin-D-Depots auf, die er zuvor aufgebraucht hat. Im Winter reiche die Sonne nicht aus, um die Depots wieder aufzuladen. Daher haben viele Menschen in der kalten Jahreszeit einen zu niedrigen Vitamin-D-Spiegel. Als Folge können sie einen Winterblues bekommen. Dank der ersten Frühlingssonnenstrahlen dürfte diese Phase nun aber vorbei sein.

Thema Aids: Nach 30 Jahren erstmals geheilt? (Gesundheit)

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In den USA soll zum ersten Mal ein Mensch von dem Virus befreit worden sein, das 1983 entdeckt wurde und bisher nicht aus infizierten Körpern hinaus zu bringen war. Allerdings bleiben Experten skeptisch.
Irgendwo im US-Bundesstaat Mississippi kam im Herbst 2010 eine Schwangere mitten in den Wehen in ein Spital, die Geburt verlief gut, Mutter und Kind waren wohlauf. Aber noch während der Geburt testeten die Ärzte das Blut der Mutter auf HIV: Die Frau hatte das Virus – sie hatte nichts davon gewusst –, das Baby hatte es wohl auch, Tests bestätigten den Verdacht. Deshalb griffen die Ärzte zu einem außergewöhnlichen Mittel und therapierten das Baby 31 Stunden nach der Geburt mit dem antiviralen Cocktail, mit dem Aids-Kranke heute ein ganz normales Leben führen können.

Die Virenbelastung sank, bald wurde nichts mehr entdeckt, die Ärzte therapierten weiter. Mutter und Kind verließen das Spital, nach 18 Monaten setzte die Mutter die Medikamente des Babys ab. Erst als es 21 Monate alt war, kam sie wieder in das Hospital. Die Ärzte erwarteten das Schlimmste – man darf die Therapie nicht abbrechen, die Viren kehren sonst zurück – und maßen bei dem Kind die Virenzahl. Sie fanden – fast nichts. Das sei „der erste gut dokumentierte Fall“ der Heilung eines infizierten Babys, berichtete Kinderärztin Deborah Persaud (Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health) am Sonntag bei einer Retroviren-Konferenz in Atlanta. Antonio Fauci, als Direktor des National Institute of Allergy and Infection Diseases die höchste Aids-Autorität der USA, stimmte zu: Es sei ein „sehr wichtiger Nachweis der Machbarkeit“ einer Therapie an Neugeborenen. Zumindest sei es das dann, wenn es sich in weiteren Fällen bestätige.

„Ich traue dem Frieden nicht“
„Ich traue dem Frieden nicht“, mahnt hingegen Norbert Vetter (Otto-Wagner-Spital, Wien), Pulmologe und Österreichs oberste HIV-Autorität: „Es ist viel zu früh, Konsequenzen abzuleiten. Das Virus könnte noch in ,sanctuaries‘ – Zufluchtsstätten – ruhen, im Gehirn und/oder dem Lymphsystem.“ Diese Strategie des zeitweiligen Rückzugs in bestimmte Körperregionen und in die eigene Inaktivität ist eine der vielen bösen Überraschungen, die das HI-Virus zeigte, seit es 1983 von Luc Montagnier identifiziert und später HIV, „human immunodeficiency virus“, genannt wurde.

Seine Folgen hatte es zwei Jahre zuvor gezeigt, an ganz unterschiedlichen Orten: In Uganda kamen Frauen in Kliniken, die so dünn waren, dass die Ärzte sie bzw. ihr Leiden schlicht „Slim“ nannten; später tauchten auch in San Francisco ausgemergelte Gestalten auf, Männer: Schwule und „Fixer“. Die dortigen Ärzte nannten es Aids („acquired immunodeficiency syndrome“). Und da das Leiden nun im Westen war, zog es Aufmerksamkeit auf sich und behielt den Namen.

Dann ging es zunächst rasch, die Hoffnungen waren hoch. Das Virus wurde charakterisiert, erst von Montagnier, dann auch vom US-Amerikaner Robert Gallo, und man war zuversichtlich, bald einen Impfstoff entwickeln zu können, mit dem man dem Körper helfen könnte, den Krankheitserreger zu beseitigen. Gelungen ist das bis heute nicht: Heilbar in dem Sinn, dass das Virus aus einem infizierten Körper wieder vertrieben werden kann, ist Aids nicht. Deshalb ist die Suche nach Impfstoffen beinahe zum Erliegen gekommen, Vetter sieht auch „keine Ansätze, die ein neues Konzept zeigen“.

Ganz vernichtet sind die Viren nicht
Aber man kann mit Aids leben, so ähnlich wie mit Diabetes, es gibt Medikamente, die die vormals rasch tödliche Krankheit in eine chronische verwandelten: Erst kam AZT, dann gab es weitere Wirkstoffe. Ein Cocktail aus ihnen drückt die Virenbelastung auf Dauer herab, möglicherweise richtet er über Jahrzehnte hinweg auch alle Viren zugrunde. Manche vermuten es, aber man weiß es nicht, und bei dem Kind in den USA weiß man es schon gar nicht. Deshalb sprach selbst Persaud vorsichtig davon; es handle sich um eine „functional cure“ – bei der das Immunsystem des Kindes irgendwie die Oberhand über die Viren erhalten und behalten habe –, nicht um eine „sterilizing cure“, bei der die Viren vernichtet wurden.

Immerhin, der bisherige Therapieerfolg belegt für Vetter, „wie effizient die antivirale Therapie ist.“ Aber absetzen möge sie bitte niemand, und Schwangere sollten – anders als die werdende Mutter in den USA – Bescheid wissen über ihren HIV-Status. Bei Bedarf brauchen sie während der Schwangerschaft eine Therapie, und nachher dürfen sie ihr Kind nicht stillen: „Dann bleibt das Kind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von HIV verschont“, versichert Vetter, in Österreich ist das Gegenteil bisher nur ein oder zwei Mal passiert.

Bleibt ein einziger Mensch, der bisher doch von HIV befreit werden konnte, der „Berliner Patient“. Aber er war ein Sonderfall, und seine Heilung war ein unabsichtlicher Nebeneffekt: Er hatte außer Aids Leukämie und bekam deshalb über eine Knochenmarkspende ein neues Blutsystem. Und der Spender hatte eine höchst rare Genvariante, die von Natur aus immun macht gegen HIV.

Schlechtere Gesundheitschancen für Hartz IV-Kinder (Gesundheit)

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Jedes siebte Kind in Deutschland lebte 2011 in Hartz-IV-Haushalten. Diese Kinder haben nachweislich ihr Leben lang schlechtere Gesundheitschancen, hieß es auf dem Berliner Kongress "Armut und Gesundheit". Ärzte könnten mithelfen, das zu ändern.

Rund 1,6 Millionen Kinder in Deutschland lebten 2011 in Hartz-IV-Haushalten. Das ist jedes siebte Kind.

Diese Kinder haben nachweislich ihr Leben lang schlechtere Gesundheitschancen. Darauf weist Professor Rolf Rosenbrock, der Vorsitzende des Paritätischen Gesamtverbandes und ehemalige Gesundheitssachverständige, hin.

Scharfe Kritik übt er in diesem Zusammenhang am Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Der Umgang mit den Daten sei ein "lächerliches Geschäft", sagte Rosenbrock beim 18. Kongress "Armut und Gesundheit" am Mittwoch in Berlin.

"Armut und Gesundheit bleibt ein brennendes Thema", so Rosenbrock weiter. Die Fakten lägen auf dem Tisch.

"Da kann die schwarz-gelbe Bundesregierung Zahlen unterdrücken, wo sie will - die Bundesbehörden produzieren diese Daten. Sie sind öffentlich zugänglich", sagte der Präventionsexperte, der als Vorsitzender des Vereins Gesundheit Berlin-Brandenburg Veranstalter des mit rund 2000 Teilnehmern bundesweit größten Public-Health-Kongresses ist.

44 Kommunen wirken mit

Positiv bewertet Rosenbrock, dass auf der Praxisebene ein breites Bewusstsein für die soziale Ungleichheit von Gesundheitschancen gewachsen ist. "Das ist heute ein Riesenthema", sagte er.

Als Erfolg betrachtet er den Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit, den die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) als Unterstützerin des Kongresses 2003 gegründet hat.

Vor allem der in diesem Rahmen gestartete sogenannte Kommunale Partnerprozess "Gesund aufwachsen für alle" sei ein direktes Kind des Kongresses "Armut und Gesundheit".

44 Kommunen wirken an dem Ende 2011 gestarteten Projekt derzeit mit, 70 weitere haben Interesse angemeldet. Sie verpflichten sich, Angebote so zu vernetzen, dass sie den Bedürfnissen der Betroffenen entsprechen und leichter zugänglich werden.

Ärzte als Wegweiser

Das ist nicht einfach, wenn viele Netzwerke parallel bestehen. "Die Herausforderung ist das Netzwerkmanagement", sagte Christoph Gilles, Leiter der Koordinierungsstelle Kinderarmut beim Jugendamt des Landschaftsverbunds Rheinland.

"Präventionsketten müssen Eltern und Kindern ermöglichen, dass sie schneller und einfacher finden, was sie brauchen", so Gilles weiter.

Dabei spielen Ärzte eine wichtige Rolle. So müsse zum Beispiel die Kinderärztin bei der Schuleingangsuntersuchung informiert sein, an welche Unterstützungs- und Hilfeangebote sie Eltern bei Problemen verweisen kann. Aber auch auf die niedergelassenen Kinderärzte kommt es an.

"Ärzte haben eine entscheidende Wegweiserfunktion in das Hilfesystem", sagte Gilles. Er wies aber auch darauf hin, dass sie diese Funktion praktisch ehrenamtlich übernehmen.

Psychosoziale Komponente in Voruntersuchung von Kindern aufnehmen

Mit Blick auf die kinderärztliche Prävention unterstützt Rosenbrock die Forderung der Kinderärzte, die Vorsorgeuntersuchungen für Kinder um eine psychosoziale Komponente zu erweitern.

Allerdings müssten Kinderärzte dann auch nachweisen, dass sie zur Gesundheitsberatung qualifiziert sind, fordert er.

Eine "Nullnummer" ist aus seiner Sicht der Entwurf für ein Präventionsgesetz aus dem Bundesgesundheitsministerium. Das Ministerium sei in dieser Sache "beratungsresistent", die Akteure "maßlos enttäuscht."

Der Entwurf sei "fachlich so unterirdisch schlecht, dass man sich schämt, womit man da abgespeist werden soll", sagte Rosenbrock. Er hofft nun auf die nächste Legislaturperiode im Bundestag.

Knapp 6000 Influenza-Erkrankte stationär behandelt (Gesundheit)

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BERLIN. Bundesweit geht die Influenza-Aktivität zurück, sie war aber vergangene Woche immer noch in allen Regionen stark erhöht, berichtet die AG Influenza am Robert Koch-Institut.

In der neunten Kalenderwoche (KW 9) ist dabei in den Praxen die Zahl der Patienten mit akuten Atemwegserkrankungen auf hohem Niveau verharrt.

Im vergangenen Jahrzehnt hatte es nur im Winter 2004/05 ein ähnliches Ausmaß an Atemwegserkrankungen gegeben. Für die KW 9 (23. Februar bis 1. März) wurden bislang 4.204 klinisch-labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI übermittelt.

Knapp 6000 Influenza-Erkrankte stationär behandelt

Im Nationalen Referenzzentrum für Influenza (NRZ) waren in der ersten Februarwoche bei 255 eingesandten Sentinelproben 132 positiv für Influenza. Das heißt, bei etwa der Hälfte der Patienten mit Grippe-Symptomen liegt zurzeit auch eine Influenza vor.

Typisch für Influenza sind dabei plötzlicher Krankheitsbeginn, Fieber, trockener Husten und schweres Krankheitsgefühl. In 19 der Proben wurden zudem Respiratorische Synzytial-Viren (RSV) isoliert.

Seit Beginn der Grippesaison im vergangenen Jahr (40. KW) wurden 38.552 klinisch-labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI übermittelt. 5.931 Patienten (15 Prozent) wurden danach stationär behandelt.

Auch wurden 84 labordiagnostisch bestätigte Todesfälle mit Influenza dem RKI gemeldet; der Altersmedian liegt bei 60 Jahren (Spannweite 1 Monat bis 90 Jahre).

Auch in Finnland und Belgien hohe Aktivität

Insgesamt dominieren A(H1N1)- pdm09Viren. Dieser Subtyp hatte einen Anteil von 43 Prozent an den isolierten Erregern der Stichproben, gefolgt von Influenza A(H3N2)-Viren (35 Prozent) und Influenza B-Viren (22 Prozent).

Die A(H3N2)-Viren reagieren dabei weniger gut mit dem in konventionellen Impfstoffen enthaltenen Impfstamm, so die AG Influenza.

Die anderen Viren würden gut mit dem Impfstoff abgedeckt. Die Analyse der mit Oseltamivir therapierten Patienten ergab in zwei Fällen eine Resistenz gegen den Neuraminidasehemmer.

Alle untersuchten Influenzaviren waren sensitiv gegen den Neuraminidase-Inhibitor Zanamivir.

Außer in Deutschland, gibt es in Europa noch in Finnland und Belgien eine hohe Aktivität von Grippeviren. In den meisten europäischen Ländern nehmen die Grippe-Aktivitäten allerdings bereits wieder ab.(eis)

519 Artikel (65 Seiten, 8 Artikel pro Seite)

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