Interessantes aus Technik, Gesundheit & Co

Themen aus vielen Bereichen

flag-german flag-german_du

Die Themen als Blog

  • Der Raspberry Pi als C64, NES oder Sega Mega Drive (hier)

Artikel zur Kategorie :
Gesundheit


Husten ist nicht gleich Husten (Gesundheit)

Information

Eines der Symptome einer Erkältung ist der Husten. Aber Husten ist nicht gleich Husten: Ob trockener Husten oder Husten mit Schleim ist für die Therapie von Husten von erheblicher Bedeutung. Husten ist ein Selbstreinigungs- und Abwehrmechanismus der Atemwege. Dieser Mechanismus wird unterstützt durch die Bewegung des so genannten Flimmerepithels und der Schleimproduktion, die dann die Fremdstoffe abtransportieren. Im Laufe einer Entzündung der Bronchien, kommt es zu einer vermehrten Produktion von zähem Schleim, den das Flimmerepithel nicht mehr abtransportieren kann.

 

Trockener Husten

In der ersten Phase einer Infektion reagieren die Bronchien häufig auf jeden Atemzug mit Hustenreiz. Die eingedrungenen Viren - Hauptauslöser einer Erkältung - greifen die Schleimhaut der Bronchien an und lösen eine Entzündung aus. Zunächst wird aber in den Bronchien weder übermäßig viel, noch krankhaft veränderter Schleim produziert. Der trotzdem vorhandene Husten bewirkt in diesem Stadium der Erkrankung keine Erleichterung - daher bezeichnet man ihn auch als "unproduktiv". Der "trockene" Husten ist zwar sehr anstrengend und belastend, aber meist nach zwei bis drei Tagen vorüber. In dieser Phase helfen am besten hustenreizstillende Präparate. Sie wirken nach unterschiedlichen Prinzipien.

  • Erstens durch eine Dämpfung des Hustenzentrums. Hier sind die Wirkstoffe Codein, Dihydrocodein oder Noscapin zu nennen.
  • Zusätzlich durch eine Hemmung der Hustenrezeptoren in der Bronchialschleimhaut beziehungsweise durch Verminderung der Reizweiterleitung (Clobutinol, Pentoxyverin).

Bei der Auswahl eines Hustenstillers sind auf Nebenwirkungen zu achten, da einige Wirkstoffe müde machen können. Pflanzliche Hustenstiller sind Eibischwurzel, Isländisch Moos, Königskerze, Malvenblätter oder Spitzwegerichkraut.

Verschleimter Husten

Nach wenigen Tagen schließt sich an diese Phase der "produktive" Husten an. Es bilden sich große Mengen Schleim in den Bronchien, der mit dem Husten ausgeworfen wird. Geht der trockene Husten in einen produktiven Husten über, sollten so genannte Expektorantien, also schleimlösende Mittel, eingenommen werden. Hustenstiller sind jetzt kontraproduktiv, da sie den Husten unterdrücken und deshalb der Schleim nicht abtransportiert werden kann. Wer allerdings nachts nicht durchschlafen kann, für den ist es tatsächlich sinnvoll vor dem Schlafengehen einen Hustenstiller einzunehmen. Bei der Gruppe der schleimlösenden Wirkstoffe gibt es ebenfalls unterschiedliche Wirkprinzipien:

  • Mukolytika - sie senken die Viskosität des Schleims, er wird besser abtransportiert (z. B. Bromhexin, Ambroxol, N-Acetylcystein).
  • Sekretolytika - regen zur Produktion dünnflüssigen Schleims an, das Sekret wird verflüssigt (z. B. Saponine, ätherische Öle, Kaliumiodid, Schleime, Guaifenesin).
  • Sekretomotorika - regen die Tätigkeit der Flimmerhärchen an (z. B. ätherische Öle).

Hustenlöser auf pflanzlicher Basis sind Anis, Efeublätter, Primelwurzel, Quendelkraut, Thymiankraut oder Süßholzwurzel.

Maßnahmen bei Husten

Gerade beim verschleimten Husten ist es ganz wichtig, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen (mindestens 1,5 - 2 Liter am Tag). Dann kann auch der Schleim ausreichend verflüssigt und somit besser abtransportiert werden. Außerdem sollten Faktoren, die die Bronchialschleimhaut schädigen können, gemieden werden. Hierzu zählen:

  • Zigarettenrauch
  • Zu trockene Luft (überheizte Räume)
  • Reizstoffe in der Luft.

Nach etwa einer Woche sollten sich Schleimfluss und damit auch der Hustenreiz wieder normalisiert haben. Wenn sich die Husten-Symptome trotz medikamentöser Behandlung nicht gebessert haben, oder der Schleim sich gelb oder grün verfärbt, muß ein Arzt aufgesucht werden.

Nierenschmerzen richtig erkennen ... (Gesundheit)

Information

Hinter Nierenschmerzen können verschiedene Erkrankungen unterschiedlichen Schweregrades stecken. Störungen der Nierenfunktion werden oft bei Routineuntersuchungen des Blutes oder des Urins entdeckt. Mitunter führen aber auch Rückenschmerzen oder Schmerzen in der Nierengegend zu einem Arztbesuch. Dann muss der Arzt abklären, ob die Schmerzen vom Rücken oder der paarig angelegten Niere ausgehen.

Nierenschmerzen: Wo? Rechts, links, beidseitig

Nierenschmerzen treten in den Flanken, speziell im Nierenbecken, auf. Je nachdem, ob eine oder beide Nieren betroffen sind, können Nierenschmerzen rechts, links oder beidseitig auftreten. Während Rückenschmerzen die Bewegung beeinträchtigen und häufig zu einer gebeugten Haltung führen, ist dies bei Nierenschmerzen nicht unbedingt der Fall. Wenn ein leichter Schlag mit der Handkante, etwa zwei bis drei Finger breit über dem Beckenkamm, Schmerzen auslöst oder verstärkt, deutet dies auf ein Nierenproblem hin. Eine Urinuntersuchung kann die Diagnose absichern. Auch während einer Schwangerschaft können Nierenschmerzen auftreten bei denen zunächst nicht klar ist, ob es Rückenschmerzen oder Nierenschmerzen sind. Nierenschmerzen entstehen während einer Schwangerschaft, wenn sich durch den Druck auf die Harnwege der Urin zurück in das Nierenbeckensystem staut. Man spricht dann von einem Nierenstau, der zügig behandelt werden sollte. Wer Nierenschmerzen hat, sollte unbedingt eine Arzt aufsuchen. Sie können schwerwiegende Krankheiten andeuten.

 

Nierensteine als Ursache für Nierenschmerzen

Wer Nierenschmerzen hat, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen. Sie können schwerwiegende Erkrankungen andeuten. Zu diesen Erkrankungen zählen zum Beispiel:

  • Nierenbeckenentzündungen infolge einer „hochgewanderten“ Blasenentzündung
  • Nierenentzündungen
  • Zystische Nierenerkrankungen
  • Nierenkrebs
  • Nierensteine
  • Nierengrieß
  • Nierenkoliken

Nierensteine entstehen, wenn der Harn mit steinbildenden Substanzen wie Kalzium, Oxalat, Phosphat, Harnsäure und Cystin übersättigt ist. Daher sollten Menschen, die zur Steinbildung neigen, auf Getränke wie Kaffee, schwarzen Tee und Alkohol verzichten, da diese den Urin mit steinbildenden Substanzen anreichern. Normalerweise erschweren bestimmte Substanzen (z.B. kalziumbindendes Zitrat) das Ausfällen einer Harnsubstanz aus der damit übersättigten Harnflüssigkeit. Sind diese Hemmstoffe jedoch nur in geringen Mengen vorhanden, begünstigt dies die Bildung von zunächst winzig kleinen Kristallen, Grieß genannt, zusätzlich. Sind die Bedingungen günstig, entstehen aus diesem Grieß im Laufe der Zeit größere Nierensteine.

 

Nierenkolik als Folge von Nierensteinen

So lange es sich um Harnstein-Grieß oder kleine Steine handelt, können sie zu 80 Prozent mittels großer Trinkmengen (über Wochen) über Harnleiter und Harnblase, ohne starke Schmerzen zu verursachen, ausgeschieden werden. Als zusätzliche Hausmittel bieten sich hier feuchte Lendenwickel und heiße Vollbäder an. Wandert dagegen ein großer Stein aus der Niere heraus, treten häufig schmerzhafte Koliken auf. Dann reicht viel trinken allein nicht aus. Die Steine werden entweder mit Stoßwellen von außen zerkleinert. Die Bruchstücke gehen von alleine ab. Oder die Steine werden mittels Endoskop bzw. im Rahmen einer offenen Operation entfernt. Teilweise lassen sie auch medikamentös auflösen.

 

Symptom für Nierenbeckenentzündung

Nierenschmerzen können Symptom einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) sein. Bei einer Nierenbeckenentzündung handelt sich um eine akute oder chronische Entzündung des Nierenbindegewebes, die zumeist durch eine bakterielle Infektion verursacht ist. Doch auch bestimmte Medikamente und andere Infektionen können zu einer akuten oder chronischen Nierenbeckenentzündung führen. Bei einer akuten Nierenbeckenentzündung treten außer Nierenschmerzen hohes Fieber und ein plötzliches starkes Krankheitsgefühl auf. Nach einer Antibiotika-Einnahme heilt die akute Nierenbeckenentzündung zumeist aus. Manchmal entwickelt sich aus der akuten eine chronische Nierenbeckenentzündung (chronische interstitielle Nephritis). Eine chronische Nierenbeckenentzündung kann lange symptomfrei verlaufen, es können aber auch Symptome wie Flankenschmerzen auftreten. Eine weitere mögliche Ursache für Nierenschmerzen ist die interstitielle Nephritis. Bei ihr ist insbesondere der die Harnkanälchen umgebende Raum entzündet.

 

Zystennieren verursachen schmerzhaften Nierenumbau

Auch die zumeist vererbten Zystennieren können ursächlich für Nierenschmerzen sein. Bei Zystennieren handelt sich um gefährliche Nierenveränderungen, bei denen beide Nieren mehr als drei Zysten aufweisen. Langfristig führt die Zystenniere zu fortschreitendem Nierenversagen. Anfangs treten meist noch keine Symptome auf. Zu einem späteren Zeitpunkt erkranken die Betroffenen dann aber gehäuft an chronischen Harnweginfekten, haben Schmerzen im Nierenbereich und mitunter auch plötzliche Harnblutungen. Folglich kann die Niere immer weniger ihre Aufgaben erfüllen. Bei der Behandlung von Zystennieren geht es vor allem um die Linderung der Symptome.

Flankenschmerzen können auch ein Hinweis auf eine Nierenkrebserkrankung sein. Risikofaktoren für die Entwicklung von Nierenkrebs sind unter anderem Übergewicht, Rauchen, fettreiche Ernährung, ein häufiger Kontakt mit nierenschädigenden Lösungsmitteln sowie Asbest und chronische Nierenerkrankungen. Frühzeitige Symptome sind beim Nierenkrebs eine Seltenheit. Im fortgeschrittenen Stadium von Nierenkrebs treten außer Flankenschmerzen auch Fieber, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Blut im Urin und gegebenenfalls Knochenschmerzen auf.

Die Alkoholsucht (Gesundheit)

Information

Alkoholabhängigkeit (Alkoholsucht)

Wie lässt sich eine Alkoholsucht erkennen? Welche Symptome treten bei Alkoholmissbrauch auf? Informationen zu Diagnose und Therapie der Alkoholkrankheit für Angehörige, Betroffene und Interessierte.

Was bedeutet Alkohosucht?

Alkoholsucht bedeutet krankhafte Abhängigkeit von Alkohol. Sie ist gekennzeichnet durch körperliche, psychische und soziale Symptome sowie zahlreiche Folgeschäden.

Alkohol ist - nach Rauchen und Bluthochdruck - der drittwichtigste Risikofaktor für Krankheit in Europa. Jährlich werden in Deutschland etwa 42.000 Todesfälle in Zusammenhang mit Alkoholkonsum gebracht, sind also direkt (zum Beispiel durch Alkoholmissbrauch) oder indirekt (zum Beispiel durch alkoholbedingte Autounfälle) auf den Konsum dieser Substanz zurückzuführen. Dabei zeigen Männer eine ungefähr dreifach so hohe alkoholbedingte Sterblichkeit wie Frauen.


Schätzungsweise 1,7 Millionen der erwachsenen Menschen in Deutschland sind alkoholabhängig. Für die Diagnose einer Alkoholsucht werden bestimmte Kriterien herangezogen. Erfüllt ein Betroffener eine gewisse Anzahl dieser Kriterien, gilt er als abhängig (siehe Diagnose).

Vorherzusagen, wie die Chancen auf eine endgültige Heilung stehen, ist schwierig, denn jeder Fall ist individuell. Studien belegen nach stationären Therapien Erfolgsquoten um die 50 Prozent. Dass dieser Erfolg langfristig anhält ist jedoch nicht gesagt. Rückfälle sind bei der Alkoholkrankheit nicht selten. Der Kampf gegen den Wunsch nach Alkohol bleibt für viele Betroffenen deshalb eine lebenslange Herausforderung.

Die Übergänge zwischen „noch normalem“ Konsum und Alkoholmissbrauch sind fließend. Neuere Studien belegen: Mildere Formen der Gewöhnung oder Abhängigkeit sind in der Bevölkerung weit verbreitet. Auch sie sind mit einem erhöhten Risiko alkoholbezogener Probleme und Erkrankungen verbunden.

Wie wirkt Alkohol?

Der größte Teil des getrunkenen Alkohols wird über die Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes in den Körper beziehungsweise den Blutkreislauf aufgenommen. Wie schnell das geschieht, hängt unter anderem davon ab, was gegessen wurde. Bei nüchternem Magen erfolgt die Aufnahme sehr rasch, wohingegen fettreiche Nahrung den Prozess verzögert. Der höchste Alkoholspiegel im Blut ergibt sich im Durchschnitt zirka 45 bis 90 Minuten nach dem Konsum eines alkoholischen Getränkes.

Bei gleicher Alkoholmenge ist die Blutalkoholkonzentration bei Frauen höher als bei Männern. Der Grund: Männer sind schwerer und größer und verfügen daher meist über eine größere Menge an Körperflüssigkeit, in der sich der zugeführte Alkohol verteilen kann. Abgebaut wird Alkohol zum größten Teil in der Leber.

Wie Alkohol sich auswirkt, ist abhängig von der konsumierten Menge sowie von der individuellen körperlichen und seelischen Verfassung. Bei regelmäßigem Konsum kommt es außerdem zu einem gewissen Gewöhnungseffekt, der auch Toleranz genannt wird. Durch die Gewöhnung reagiert der Körper weniger empfindlich auf Alkohol. Allein der Promille-Wert sagt also nicht unbedingt etwas darüber aus, wie weit der Einzelne durch den Rausch bereits in seinen körperlichen und geistigen Fähigkeiten beeinträchtigt ist.

Doch immer gilt: Unabhängig davon, ob jemand „viel verträgt“ oder schneller betrunken wird, richtet der Alkohol in seinem Körper Schaden an. Denn Alkohol ist ein Zellgift. Das bedeutet, ab einer bestimmten Menge schädigt Alkohol die Zellen und Organe des Körpers, wie zum Beispiel die Leber oder das Nervensystem. Diese zellschädigende Wirkung entfaltet sich grundsätzlich und ausschließlich in Abhängigkeit von der Menge an reinem Alkohol – egal ob man sich diesen in Form von Schnaps, Bier oder Wein zuführt.

•    Zu den unmittelbaren körperlichen Reaktionen auf Alkoholkonsum zählen unter anderem:
undeutliche Aussprache, Koordinations- und Bewegungsstörungen (zum Beispiel Schwanken), Erweiterung der Blutgefäße (gerötetes Gesicht), vermehrtes Schwitzen, gesteigerte Harnbildung ...

•    Zu den unmittelbaren psychischen Reaktionen auf Alkoholkonsum gehören:
Redseligkeit, gehobene Stimmung, gesenkte Hemmschwelle (das heißt lockeres Verhalten, aber eventuell auch Distanzlosigkeit), erhöhte Gewaltbereitschaft ...

Wieviel Alkohol enthält ein Glas?

Wann ist Alkoholkonsum gefährlich?

Experten sind sich einig: Risikofreien Alkoholkonsum gibt es nicht. Ab welcher Menge Alkohol definitiv schädlich ist, wird in Fachkreisen kontrovers diskutiert. In Deutschland gängig ist folgende Einteilung in „Konsummuster“, wie sie auch von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. publiziert wird (in Gramm Reinalkohol am Tag):

Risikoarmer Konsum: Frauen bis 12 g /Männer bis 24 g.

Riskanter Konsum: Frauen mehr als 12 g bis 40 g / Männer mehr als 24 g bis 60 g.

Gefährlicher Konsum: Frauen mehr als 40 g bis 80 g / Männer mehr als 60 g bis 120 g.

Hochkonsum: Frauen mehr als 80 g / Männer mehr als 120 g

Zur Orientierung: Ein Glas Bier mit 0,33 Liter entspricht etwa 13 g Alkohol. Ein Glas Wein mit etwa 0,2 Liter entspricht ungefähr 16 g.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Der Scheidenkrebs - Ursache und Therapie (Gesundheit)

Information

Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom)

Scheidenkrebs kommt sehr selten vor und betrifft in erster Linie ältere Frauen. Der Tumor wächst oft lange Zeit, ohne dass Symptome auftreten. Blutungen aus der Scheide, die zum Beispiel nach Sexualkontakt auftreten, können jedoch ein Hinweis sein.

Was ist Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom)?

Scheidenkrebs ist eine sehr seltene Tumorerkrankung. Am häufigsten erkranken Frauen im Alter zwischen 60 und 70 Jahren daran. In etwa 90 Prozent der Fälle entwickelt sich ein primäres Vaginalkarzinom aus der obersten Zellschicht der Scheidenschleimhaut. Es handelt sich dabei um sogenannte Plattenepithelkarzinome.

Die meisten Tumoren, die in der Scheide vorkommen, entstehen jedoch nicht primär in der Schleimhaut der Vagina, sondern durch bösartige Tumoren in Nachbarorganen. So kann zum Beispiel ein bösartiger Tumor im Gebärmutterhals (Zervixkarzinom) oder im Bereich der Schamlippen (Vulvakarzinom) in das Scheidengewebe einwachsen. Mediziner sprechen dann von sekundären Malignomen.

 

Warum Scheidenkrebs entsteht, ist nicht genau bekannt. Als Risikofaktor gilt aber eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV-Infektion).

Anfangs verursacht Scheidenkrebs kaum Beschwerden, weswegen er oft erst spät entdeckt wird. Blutungen aus der Scheide, vor allem nach dem Geschlechtsverkehr, werden am häufigsten beobachtet. Die Diagnose stellt meist der Frauenarzt (Gynäkologe), nachdem er bei der Krebsvorsorge Auffälligkeiten entdeckt hat. Die Therapie hängt davon ab, wie weit der Krebs fortgeschritten ist und welcher Bereich der Scheide befallen ist. 
 

Ursachen und Risikofaktoren

Die genauen Ursachen von Scheidenkrebs sind bislang unklar. Eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV, insbesondere HPV 16 und HPV 18) erhöht jedoch das Risiko, daran zu erkranken.

Was genau Scheidenkrebs verursacht, wissen Forscher bis heute nicht. Als wichtigster Risikofaktor gilt allerdings eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV, vor allem HPV 16 und HPV 18). Beim Gebärmutterhalskrebs gilt eine lang anhaltende Infektion mit humanen Papillomviren aus der Hochrisiko-Gruppe inzwischen als notwendige Voraussetzung für die Entstehung eines Karzinoms.

Einen weiteren Risikofaktor stellte die Behandlung mit dem Medikament Diethylstilbestrol (ein künstliches Östrogen, mit dem früher Schwangere zur Verhinderung einer Fehlgeburt behandelt wurden) dar. Bei Mädchen, deren Mütter Diethylstilbestrol in der Schwangerschaft eingenommen hatten, wurde häufiger Scheidenkrebs beobachtet; das Medikament wurde jedoch bereits 1971 vom Markt genommen.

Therapie

Die Therapie hängt vom Stadium der Tumorerkrankung ab. Bei Scheidenkarzinomen steht als erste Behandlung vor allem die Strahlentherapie im Vordergrund. Besonders im Stadium I kommt auch primär eine Operation in Betracht.

Wie Scheidenkrebs im Einzelfall behandelt wird, hängt von der Lage, der Größe und der Ausbreitung des Tumors ab. Auch der Allgemeinzustand der Patientin sowie der zu erwartende Erfolg des Eingriffs spielen bei der Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Therapie eine Rolle.

In den Anfangsstadien der Erkrankung sind die Behandlungserfolge durch Operation und Strahlentherapie vergleichbar gut.

 

Zudem muss der Chirurg in diesem Stadium die Scheide oft nicht vollständig entfernen. Ist der Scheidenkrebs jedoch weiter fortgeschritten, muss gegebenenfalls die gesamte Vagina entfernt werden. In diesem Fall ist je nach persönlicher Situation und Wünschen der betroffenen Patientin die Bildung einer künstlichen Scheide (zum Beispiel aus Dickdarmgewebe) möglich.

Nach einer Operation kann eine anschließende Strahlentherapie sinnvoll sein. Dadurch können noch im Körper verbliebene Krebszellen zerstört werden. Eine Strahlentherapie kann dem chirurgischen Eingriff auch vorausgehen, um beispielsweise die Größe des zu operierenden Tumors zu verkleinern.

In fortgeschrittenen Tumorstadien, oder wenn eine Operation nicht möglich ist, stellt die Strahlentherapie die Therapie der Wahl dar. Insgesamt kommt sie bei etwa 80 Prozent aller Patientinnen mit Scheidenkarzinom zum Einsatz.

Im Gegensatz zu anderen Krebsarten spielt die Chemotherapie bei Scheidenkrebs eine untergeordnete Rolle. Wenn, dann wird sie meist in Kombination mit einer Bestrahlung eingesetzt.



Vorbeugen

Die regelmäßige Krebsvorsorge beim Frauenarzt stellt die wichtigste Früherkennungsmaßnahme dar.

Gehen Sie regelmäßig zur Vorsorge-Untersuchung beim Frauenarzt. Scheidenkrebs wird meist zufällig im Rahmen der Krebsfrüherkennung entdeckt. Vor allem ältere, sexuell nicht mehr aktive Frauen vernachlässigen oft die Früherkennungsuntersuchung, was eine zu späte Diagnose des Vaginalkarzinoms zur Folge haben kann.

Eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) gilt als wichtigster Risikofaktor für Scheidenkrebs. Oft stecken sich junge Frauen bereits beim ersten Geschlechtsverkehr mit den Viren an. In den meisten Fällen bereiten die Viren keine Probleme und werden vom Körper rasch wieder eliminiert. Nur sehr selten können sich in Folge einer anhaltenden Infektion Krebsvorstufen entwickeln – meist Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs. Eine HPV-Impfung schützt vor der Infektion mit den zwei wichtigsten krebserregenden HP-Viren. Der HPV-Impfstoff ist auch zur Vorbeugung von Krebsvorstufen der Scheide zugelassen. Ob sich eine HPV-Impfung für ein Mädchen empfiehlt, sollte mit dem Gynäkologen besprochen werden. Kondome schützen vor Geschlechtskrankheiten und Infektionen der Scheide, können aber eine Infektion mit humanen Papillomviren nicht sicher verhindern.

 

Kann man sich vor KREBS schützen? (Gesundheit)

Information

Kann man sich vor Krebs schützen?

Krebs kann einen Menschen in kurzer Zeit dahinraffen. Eine Zauberformel, wie sich einem Tumor vorbeugen lässt, gibt es leider nicht. Krebsforscher kennen jedoch die größten Risikofaktoren.

Der Mensch erfand das Auto und die Glühbirne. Er fliegt auf den Mond und setzt Sterbenden ein neues Herz ein. Doch er schafft es nicht, den Krebs endgültig zu besiegen. Immer noch sterben knapp acht Millionen Menschen weltweit an einem Tumor, so die Krebsstatistik der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2008. Dabei ließe sich Krebs in etwa 30 Prozent der Fälle vermeiden. Vorausgesetzt, Mann und Frau kennen die größten Risiken, die einen Tumor auslösen können. Und verändern, wenn nötig, ihren Lebensstil.



Wichtig: „Vorbeugen ist in jedem Alter sinnvoll“, sagt Professor Hermann Brenner, der die Abteilung für Klinische Epidemiologie und Alternsforschung am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg leitet. Es ist also nie zu spät, ein Laster aufzugeben.


Ein Laster birgt das größte Risiko für Krebs schlechthin: das Rauchen. Ein Drittel der Krebstodesfälle weltweit lässt sich auf das Rauchen zurückführen. 80 bis 90 Prozent all jener, die an Lungenkrebs sterben, haben gequalmt. Experten wissen heute, dass Rauchen nicht nur ein Bronchialkarzinom verursachen kann, sondern auch zahlreiche andere Tumorarten begünstigt – von Kehlkopf- bis Speiseröhrenkrebs. Denn der blaue Dunst schädigt nahezu jedes Organ des Körpers. „Tabakrauch ist ein Gemisch aus Tausenden von Substanzen, darunter 90 Stoffe, die krebserzeugend sind oder im Verdacht stehen, Krebs zu auszulösen“, erklärt Dr. Martina Pötschke-Langer, Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention am Deutschen Krebsforschungszentrum. Seit Jahren klärt die Wissenschaftlerin über die Gefahren des Rauchens auf und weiß, dass auch Passivraucher gefährdet sind. „Sie atmen die gleichen giftigen und krebserzeugenden Substanzen ein wie Raucher selbst“, betont sie. Wer die Qualmerei aufgibt, senkt sein Risiko für Krebs deutlich. Je früher er die Zigaretten verbannt, desto mehr Lebensjahre gewinnt er.

Auch Übergewicht steht im Zusammenhang mit Krebs. Wer zu viele Fettpolster mit sich herumträgt, insbesondere am Bauch, kann unter anderem eher einen Tumor im Dickdarm oder in der Bauchspeicheldrüse bekommen. Krebsforscher raten deshalb, dass Mann und Frau ein normales Gewicht anstreben. Die Weltgesundheitsorganisation definiert Normalgewicht mit einem Body-Mass-Index (BMI) zwischen 18,5 und 24,9. Wer im Laufe seines Lebens nicht übermäßig zulegt, sein Gewicht stattdessen in der Norm hält, kann sich vor manchen Krebsarten schützen. Der World Cancer Research Fund, eine internationale Krebsforschungsorganisation, hält dies sogar für einen der wichtigsten krebsvorbeugenden Faktoren.

Übergewicht gilt oft als Folge von ungesunder Ernährung und mangelnder Bewegung. Daher spielen diese beiden Faktoren ebenfalls eine wichtige Rolle. Wer körperlich aktiv ist, profitiert in zweierlei Hinsicht. Erstens wirkt er überflüssigen Pfunden entgegen, zweitens senkt er sein Risiko für bestimmte Krebsarten. So erkranken Menschen, die sich regelmäßig bewegen, seltener an Dickdarmkrebs. „Zahlreiche Studien zeigen, dass Personen, die körperlich sehr aktiv sind, ihr Risiko für Darmkrebs gegenüber eher Inaktiven um ungefähr 40 bis 50 Prozent verringern können“, sagt Dr. Karen Steindorf vom Deutschen Krebsforschungszentrum. Die Wissenschaftlerin untersucht seit mehreren Jahren, inwieweit Bewegung vor Krebs schützen kann. Der positive Effekt gilt laut Steindorf in Bezug auf Darmkrebs als gesichert. Wahrscheinlich beugt körperliche Aktivität aber auch Brust- und Gebärmutterkörperkrebs vor. Unter körperlicher Aktivität verstehen Experten nicht nur Sport, sondern jede Art der Bewegung. Also auch Treppen steigen, Putzen, Bügeln, Hecken schneiden und Spazierengehen. Mindestens eine halbe Stunde pro Tag sollten sich Mann und Frau allerdings etwas intensiver bewegen, etwa walken, Rad fahren oder schwimmen. Je aktiver ein Mensch ist, desto effektiver kann er sich wohl vor Krebs schützen.

Ob mehr Obst und Gemüse besser einem Tumor vorbeugt, wissen Forscher derzeit nicht. Dennoch empfiehlt der World Cancer Research Fund, reichlich Obst und Gemüse zu essen, da diese Lebensmittel unter anderem wenig Kalorien enthalten und Ballaststoffe liefern. Ballaststoffe, davon gehen Ernährungsexperten heute aus, können Darmkrebs vorbeugen. Zudem gibt es Hinweise, dass „Tomatenprodukte vor Prostatakrebs schützen können“, weiß Dr. Clarissa Gerhäuser, die am Deutschen Krebsforschungszentrum untersucht, welches krebsvorbeugende Potenzial Pflanzeninhaltsstoffe besitzen. Gerhäuser kennt noch weitere Beispiele: Schwefelhaltige Substanzen aus Zwiebeln und Knoblauch beugen eventuell Magenkrebs vor, Kohlgemüse verringert womöglich das Risiko für Lungen- und Darmkrebs. Hochkalorische Lebensmittel dagegen, ebenso wie zuckerhaltige Getränke, können zu Übergewicht führen und damit das Risiko für bestimmte Tumorarten erhöhen. Auch rotes Fleisch, insbesondere wenn es zu Salami, Räucherschinken oder Ähnlichem verarbeitet wird, weist ungünstige Effekte auf. Krebsforscher nennen es als Risikofaktor für Darmkrebs – zumindest, wenn es jemand in größeren Mengen verzehrt. Wer zuviel Salz zu sich nimmt, kann wohl eher Magenkrebs bekommen.

Auch Alkohol bringen Wissenschaftler mit diversen Tumoren in Verbindung. Zumindest belegen Studien, dass Menschen, die viel Alkohol trinken, vermehrt an Speiseröhren-, Rachen-, Mund- und Kehlkopfkrebs erkranken. Doch auch geringe Mengen gelten als schädlich. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät deshalb: Wenn überhaupt, dann maximal 10 Gramm Alkohol an einem Tag für eine Frau, 20 Gramm für einen Mann. 20 Gramm Alkohol entsprechen zirka 0,5 Liter Bier, 0,25 Liter Wein oder 0,06 Liter Weinbrand. Die Ernährungsexperten betonen, dass diese Angaben nicht als Empfehlung zu verstehen sind! Besser wäre es, ganz auf alkoholische Getränke zu verzichten.

Eine nicht unerhebliche Rolle spielen zudem Umweltfaktoren. Allen voran die Sonne, denn UV-Strahlen gelten als Hauptrisikofaktor für Hautkrebs. Diese Strahlen kommen jedoch auch in künstlichem Licht vor, etwa Solarien. Der beste Schutz vor Hautkrebs gelingt durch einen effektiven Sonnenschutz. Darüber hinaus gibt es radioaktive Strahlen, die in hohen Dosen zur Entstehung von Krebs beitragen können. Radon, ein radioaktives Edelgas, stellt – allerdings mit großen Abstand – nach Rauchen die zweithäufigste Ursache von Lungenkrebs dar. Es reichert sich in manchen Gegenden Deutschlands in Kellerräumen von Häusern an. Wer die Kellertüre aber geschlossen hält und regelmäßig Haus oder Wohnung lüftet, beugt dieser potenziellen Gefahr vor. Denn das Gas entweicht durch die geöffneten Fenster. Pilze und Wild sind in manchen Gebieten Deutschlands immer noch radioaktiv belastet, auch wenn das Reaktorunglück von Tschernobyl bereits Jahre zurückliegt. Das Bundesamt für Strahlenschutz hält die Strahlenbelastung zwar für vergleichsweise gering, aber für vermeidbar. Es empfiehlt daher, vorsichtshalber keine selbst gesammelten Pilze oder selbst erlegtes Wild zu essen. Umweltgifte, seien es Schadstoffe aus der Luft oder Pestizide, spielen Krebsforschern zufolge eine eher geringe Rolle.

Aus der Umwelt stammen allerdings auch Viren. Manche von ihnen können Krebs auslösen. So stellt eine chronische Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus, das hauptsächlich über ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen wird, eine der Hauptrisiken für Leberkrebs dar. Wer chronisch an einer Hepatitis C leidet, kann ebenfalls an dieser Tumorart erkranken. Während es gegen Hepatitis C bislang keine Impfung gibt, können sich Menschen vor Hepatitis B durch einen Impfstoff schützen. Eine Infektion mit humanen Papillomaviren, vor allem mit den Typen 16 und 18, gilt als größter Risikofaktor für Gebärmutterhalskrebs. Vor diesen Viren können sich junge Frauen mit einer Impfung schützen. Für wen eine Impfung gegen Hepatitis oder HPV im Einzelfall infrage kommt, klärt ein Gespräch mit dem Arzt.

Wer auf einen gesunden Lebensstil achtet und die bekannten Risiken meidet, kann sich zumindest ein Stück weit vor Krebs schützen. Dennoch kann auch der gesündeste Mensch plötzlich einen Tumor bekommen. Sind die Gene schuld? „Die Gene spielen eine Rolle, diese wird aber häufig überschätzt“, erklärt Professor Hermann Brenner. Was also im Einzelfall Körperzellen entarten lässt, liegt noch im Dunkeln.

Wichtig ist, auf jeden Fall die gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. Denn nur wenn ein Tumor rechtzeitig entdeckt wird, kann er unter Umständen noch gut behandelt werden. Die Chance, den Krebs zu überleben, ihn vielleicht sogar zu besiegen, steigt deutlich. Eine Mammographie kann beispielsweise Brustkrebs in einem frühen Stadium aufdecken. Untersucht der Arzt die Haut im Rahmen des Hautkrebs-Screenings, kann er frühzeitig verdächtige Hautveränderungen erkennen. Mit einer Darmspiegelung lassen sich unter anderem Polypen im Darm finden und während des Eingriffs entfernen. Darmkrebs entwickelt sich in den meisten Fällen aus solchen gutartigen Wucherungen. Deshalb dient diese Methode nicht nur der Früherkennung, Darmkrebs lässt sich damit sogar vorbeugen.

Die Angst immer dabei - Phobien (phobische Störung) (Gesundheit)

Information

Phobien (phobische Störung)

Sie haben panische Angst vor Spinnen, Flugangst oder Höhenangst? Dann leiden Sie vermutlich an einer Phobie, einer Form der Angststörung. Krankhafte Ängste können das Leben stark einschränken. Mehr über die Ursachen, Symptome und Therapie der Angsterkrankung.

Was ist eine Phobie?

Wer an einer Phobie leidet, der fürchtet sich stark und lang anhaltend vor einem bestimmten Objekt oder einer bestimmten Situation – zum Beispiel vor einer Spinne oder vor dem Besuch beim Zahnarzt.

Nur freuen sich wohl die wenigsten auf einen Arzttermin. Und die meisten ekeln sich vermutlich auch ein bisschen beim Anblick einer großen, haarigen Spinne. Wo endet dieses normale, mulmige Gefühl, das fast jeder kennt – wo beginnt die Krankheit?

Angst ist eine wichtige Empfindung. Sie dient als innerer Gefahrenmelder. Jeder Mensch hat ab und zu Angst. Das ist nichts Ungewöhnliches. Charakteristisch für die Phobie ist, dass die Angst sehr stark ausgeprägt ist, und so zu intensiven unangenehmen körperlichen Symptomen führt, für die sich keine organischen Ursachen finden – wie Herzrasen, Zittern, Atemnot, Übelkeit, Magen-Darm-Beschwerden oder Schwitzen. Die Betroffenen bekommen oft schon beim Gedanken an den Angstauslöser heftige Angstgefühle, die sie kaum noch kontrollieren können. Die Furcht steigert sich manchmal bis zur Panikattacke.


Zweites Merkmal der Krankheit: Objektiv betrachtet ist die Angst bei einer Phobie völlig unangemessen – es gibt also keinen Grund, sich so sehr zu fürchten. Eine echte Bedrohung existiert gar nicht. So kann eine kleine harmlose Spinne zum Beispiel keinen großen Schaden anrichten, trotzdem geraten Menschen mit Spinnenphobie bei ihrem Anblick in Panik. Die Betroffenen wissen oft, dass ihre Furcht übertrieben ist, können ihre Angstreaktion aber trotzdem nicht unterdrücken.

Ein weiteres Kennzeichen der Angststörung: Viele fürchten die angstbesetzten Momente so sehr, sie haben so viel "Angst vor ihrer Angst", dass sie versuchen, die Auslöser komplett aus ihrem Leben zu verbannen. Diese Vermeidungsstrategie scheint auf den ersten Blick eine einfache Lösung des Problems darzustellen – doch sie hat ihre Tücken.

Wer sich seiner Angst nie stellt, merkt auch nicht, dass er sie eigentlich beherrschen könnte. Die Flucht vor der Angst verstärkt die Angst und führt dazu, dass sie sich auf immer mehr Bereiche im Leben auswirkt. Außerdem können Ängste das Leben deutlich einschränken. Wer unter Flugangst leidet, kann seinen Alltag vielleicht so einrichten, dass keine Flugreise darin vorkommt. Bei Zahnarzt-Phobie wird die Sache schon komplizierter: Immerhin drohen auf Dauer ernste Zahnschäden, wenn niemals eine Zahnarztpraxis aufgesucht wird. Wer Angst bekommt, sobald er in Menschenansammlungen gerät oder Kontakt zu anderen aufnehmen möchte, der traut sich womöglich irgendwann nicht mehr in die Straßenbahn, ins Kino oder mit Freunden ins Restaurant. Isolation und Einsamkeit sind mögliche Folgen. Manchmal ist ein normales Leben nicht mehr oder nur noch unter Qualen möglich.

 

Experten unterscheiden drei Formen der Phobie oder phobischen Störung. Genaueres zu den einzelnen Formen lesen Sie im jeweiligen Kapitel:

  • Spezifische (isolierte) Phobie: Die Angst bezieht sich auf eine Situation oder ein Objekt. Dazu zählen unter anderem Tierphobien wie die Angst vor Hunden, Spinnen, Mäusen, Schlangen, Höhenangst, die Angst vor Spritzen und vieles mehr.
  • Soziale Phobie: Die Betroffenen fürchten sich sehr stark davor, von anderen negativ beurteilt oder auch nur beobachtet zu werden – sie haben zum Beispiel panische Angst, wenn sie einen Vortrag halten müssen.
  • Agoraphobie: Diese Angst entsteht in Situationen, in denen man im Notfall nur schwer Hilfe bekäme oder aus denen man nur schlecht entkommen könnte – zum Beispiel in einer Menschenmenge, in einer Bahn oder in einem Aufzug.

 

Nicht jede Phobie muss behandelt werden. Wer seine Ängste jedoch als belastend empfindet, der sollte sich nicht scheuen, den Arzt um Rat zu fragen. Denn in vielen Fällen kann gut geholfen werden. Erster Ansprechpartner ist oft der Hausarzt. Er untersucht, ob eventuell körperliche Ursachen hinter den Symptomen stecken, beispielsweise Herzkrankheiten oder eine Schilddrüsenüberfunktion (mehr im Kapitel Diagnose). Handelt es sich um eine behandlungsbedürftige Angsterkrankung, kann er zum Spezialisten überweisen – dem Psychotherapeuten oder  Psychiater.

Viele Phobien lassen sich mit Psychotherapie – vor allem Verhaltenstherapie – gut in den Griff bekommen. In manchen Fällen verschreibt der Therapeut auch Medikamente. Mehr zur Therapie im entsprechenden Kapitel.

Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Störungen in Deutschland. Mehr Informationen zu anderen Formen der Angsterkrankung finden Sie unter: Symptom Angst.


Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Die Angst immer dabei - Ein Leben ohne Angst (Gesundheit)

Information

Wenn Angst das Leben bestimmt

Bei Angststörungen ist der Leidensdruck groß. Schweißausbrüche, Herzrasen, Schwindel und Atemnot sind typische Symptome. Doch nur jeder zweite Patient wird behandelt.

Zwanzig Jahre lang war die Angst ihr ständiger Begleiter. „Sechs Jahre war es so schlimm, dass ich nicht mehr aus dem Haus gehen konnte“, erzählt Gerda Böhm (Name von der Redaktion geändert) „Ich war der Sklave meiner Ängste, hatte den Radius eines Bierdeckels.“

Begonnen hatte es aus heiterem Himmel: „Ich saß mit einer Freundin am Flughafen“, erinnert sich die heute 46-Jährige. „Plötzlich bekam ich Todesangst mit Schweissausbrüchen, Herzrasen, Schwindel und Atemnot.“ Den Flug überstand sie irgendwie, doch die Panikattacken kamen wieder, überfielen sie immer häufiger ohne Vorwarnung, im Auto oder beim Einkaufen. Die ehemals so lebenslustige Frau zog sich völlig zurück, delegierte alles an ihren Partner.


„Es war schlimm, total von einem anderen Menschen abhängig zu sein.“ Der Göttinger Angstforscher und Psychotherapeut Professor Borwin Bandelow bestätigt: „Angstpatienten entwickeln ein fatales Vermeidungsverhalten, das mit der Zeit chronisch wird.“ So auch Gerda Böhm: Als sie schwanger wurde, gab sie ihre Arbeit auf und saß später mit der kleinen Tochter jahrelang zu Hause.

Der Leidensdruck nimmt zu

„Das war eine willkommene Ausrede“, sagt sie heute. Irgendwann war die Angst ständig da – ein Krankheitsbild, das Psychiater als generalisierte Angststörung bezeichnen. „Der Leidensdruck war schließlich so groß, dass ich sogar an Selbstmord dachte. Erst da fand ich die Kraft, etwas zu ändern.“

Zu diesem Zeitpunkt hatte sie bereits mehrere gescheiterte Therapien hinter sich. „Ich habe alles Mögliche versucht“, sagt sie. „Aber Angsterkrankungen waren damals nicht sehr bekannt, sodass die Ärzte oft nur nach körperlichen Ursachen suchten.“

Schließlich entwickelte Böhm ihre ganz persönliche Strategie: „Ich gab der Angst einen Namen“, erzählt sie, „redete mit ihr, brüllte sie an – und nahm ihr so den Schrecken.“ Sie lernte, die Symptome auszuhalten, erkannte, dass nichts Schlimmes passierte. „Sich der Angst zu stellen ist die einzig wirksame Strategie“, bestätigt Bandelow.

Jeder Fünfte ist betroffen

In vielen kleinen Schritten befreite sich Gerda Böhm allmählich aus ihrer Angstfalle. „Anfangs bin ich nur mit dem Auto zum Supermarkt gefahren oder eine Runde um den Block geradelt“, erinnert sie sich. „Mit der Zeit wurde ich mutiger – es war, als würde ich wieder laufen lernen.“

Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen: „Jeder fünfte Bundesbürger ist irgendwann in seinem Leben betroffen“, sagt Professor Andreas Ströhle, Leiter der Angstambulanz an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Berliner Charité.

Zu ihm kommen vor allem Patienten mit komplexen Angsterkrankungen wie Panikattacken, generalisierten Angststörungen und sozialer Phobie, deren Lebensqualität stark eingeschränkt ist. „Spezifische Phobien wie Spinnen- oder Höhenangst sind einfacher zu behandeln und beeinträchtigen die Patienten im Alltag weniger.“ Angst an sich ist keine Krankheit, sondern eine normale physiologische Reaktion.

„Die Angst vor realen Gefahren ist überlebenswichtig“, betont Bandelow. „Sie schützt uns zum Beispiel davor, vom Laster überfahren zu werden.“ Problematisch wird es, wenn harmlose Dinge wie Fahrstühle oder Fußgängerzonen Angst machen oder der Kontakt zu anderen Menschen zur Qual wird. „Aber auch unrealistische Ängste haben Vorteile“, meint der Psychotherapeut.

„Menschen mit einer sozialen Phobie etwa sind oft sehr erfolgreich – aus Angst, nicht gut anzukommen.“ Allerdings wirkt nur eine gemäßigte Angst als Ansporn und Triebfeder. Starke Angst kann lähmen und völlig handlungsunfähig machen.

„Eine Angsterkrankung liegt vor, wenn der Betroffene bestimmte Dinge nicht mehr tun kann und in seinem Alltag beeinträchtigt ist“, erklärt Ströhle. Wie ängstlich ein Mensch ist, bestimmen zum Teil seine Erbanlagen. „Generalisierte Angst ist zu dreißig Prozent genetisch bedingt, Panik zu fünfzig und eine einfache Phobie zu siebzig Prozent“, weiß Bandelow. „Aber auch belastende Kindheitserlebnisse können zu Angsterkrankungen führen.“

Was genau sich im Gehirn der Patienten abspielt, ist noch nicht geklärt. „Ähnlich wie bei Depressiven ist bei Angstpatienten die Konzentration der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin verändert“, berichtet Bandelow. Entwicklungsgeschichtlich alte Hirnbereiche wie der Mandelkern sind bei ihnen zudem überaktiv und schütten vermehrt Stresshormone aus.

Angst tritt oft schon in der Jugend oder bei jungen Erwachsenen auf und erhöht das Risiko anderer psychiatrischer Erkrankungen. „Jeder zweite Betroffene bekommt mit der Zeit eine Depression oder wird abhängig von Alkohol oder Medikamenten“, warnt Ströhle. „Deshalb müssen Angsterkrankungen frühzeitig erkannt und behandelt werden.“

Die Angst immer dabei - Die Angst vor FREITAG den 13. (Gesundheit)

Information

Bringt Freitag der 13. wirklich Unglück?

Abergläubisches Zeug, sagen die meisten Deutschen. Doch manch einem passiert an so einem Tag tatsächlich eher etwas.

6:15 Uhr im Bett. Der Wecker klingelt. Wo steht das blöde Ding denn? Es soll endlich aufhören zu klingeln. Ah, das fühlt sich nach Wecker an. Mist, jetzt ist er auf den Boden geknallt. Zum Glück gibt es gleich einen Kaffee, zum Aufwachen. Doch der Kaffee will heute einfach nicht in der Tasse bleiben. Ein schwungvoller Griff zur Tasse und der Wachmacher landet auf der neuen Hose. Was ist heute eigentlich los? Ein Blick in den Kalender zeigt: Heute ist Freitag, der 13. Ah, dann ist alles klar.

„Viele Menschen verbinden mit einem Freitag, den 13., etwas Negatives“, sagt die Kieler Psychologin Svenja Lüthge. 17,9 Prozent der Deutschen sagen, dass sie am Freitag, den 13., besonders vorsichtig und auf der Hut sind. Das ergab eine Umfrage der GfK Marktforschung im Auftrag der Apotheken Umschau.

„Wer aber denkt, ihm passiert etwas, der verschüttet zum Beispiel tatsächlich eher die Kaffeetasse“, gibt die Psychologin zu bedenken. Denn Angst macht Menschen unsicher und dadurch kann leichter etwas schief gehen. Stößt sich jemand zufällig am Freitag, den 13., einen Zeh, bringt er das kleine Malheur schnell mit dem angeblichen Unglückstag in Verbindung. „Menschen suchen oft eine Erklärung, warum Dinge geschehen“, sagt Lüthge. Dann ist es mit dem Aberglauben nicht mehr weit.

So achten etwa ein Fünftel der Deutschen darauf, ob eine schwarze Katze von links oder von rechts an ihnen vorbeihuscht. Ersteres bringt angeblich Pech. Jeder Neunte traut sich nicht, unter einer Leiter durchzugehen. Sonst droht ein Unheil. Deshalb trägt wahrscheinlich auch fast jeder fünfte Deutsche einen Glückspfennig mit sich herum, wie sich in der Apotheken Umschau-Umfrage zeigte.

Wer sich am Freitag, den 13., etwas mulmig fühlt, sollte einfach versuchen, positiv zu denken. Vielleicht macht morgens die Musik im Radio gute Laune oder es steht ein Abendessen beim Lieblingsitaliener auf dem Programm. „Es ist wichtig, nicht besonders vorsichtig sein zu wollen“, rät die Kieler Psychologin. Denn der 13. ist eigentlich ein Tag wie jeder andere.

Und übrigens: Es kommt zwar laut Statistischem Bundesamt besonders oft freitags zu Autounfällen, nicht aber am Freitag, den 13. Und in China gilt die Zahl 13 sogar als Glücksbringer.


519 Artikel (65 Seiten, 8 Artikel pro Seite)

Top 10 Downloads

Weitere Themen

Promotion

Newsletter

E-Mail Adresse

Bitte wählen

Newsletter Format wählen

Login

Sponsoren

Username

Passwort

Bitte nutze Deine Zugangsdaten für den Login!