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Gesundheit


Faktor: Der Sonnenschutz und die Irrtümer (Gesundheit)

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Die Sonne ist wichtig für unser Immunsystem, für die Bildung von Vitamin D und nicht zuletzt auch für unser Gemüt. Kein Wunder, dass der Sommer die Menschen nach draußen lockt. Über den richtigen Umgang mit Sonne und Sonnenschutz kursieren jedoch viele Irrtümer.

Sonnenschutz ist wichtig – das hat sich mittlerweile herumgesprochen. Doch nicht alle Weisheiten, die im Umlauf sind, entsprechen der Wahrheit. Hier eine Liste, um mit gängigen Irrtümern aufzuräumen.

Nachcremen verlängert die Schutzzeit

Falsch! Die Wirkung von Sonnenschutzmitteln hält nur für eine gewisse Zeit. Das heißt, durch wiederholtes Eincremen – sinnvoll besonders nach dem Baden – kann man den Schutz zwar erneuern, nicht aber verlängern. Falsch ist auch die Meinung, dass bei gebräunter Haut kein Sonnenschutz mehr nötig ist. Die Bräune bietet nur einen gewissen Schutz vor der aggressiven UV-Strahlung. Auch gebräunte Haut nimmt deshalb bei intensiver Bestrahlung Schaden – nur werden die Folgen erst später, zum Beispiel in Form von vorzeitiger Hautalterung und Altersflecken, sichtbar.
Übrigens: Ist sowohl Sonnenschutz als auch Mückenschutz erforderlich, dann immer erst den Sonnenschutz auftragen und das (flüssige) Mückenmittel darüber.

Im Schatten bekommt man keinen Sonnenbrand!

Falsch! Die verbreitete Meinung, im Schatten brauche man sich nicht eincremen, stimmt ebenfalls nicht. Bis zu 85 Prozent der Strahlungsintensität werden von Sand, Wasser oder Gebäuden reflektiert. Und auch Sonnenschirme oder Wolken halten die Strahlen der Sonne nicht vollständig ab. Das ist übrigens der Grund, warum empfindliche Menschen einen Sonnenbrand bekommen, auch wenn sie sich den ganzen Tag am Strand unter einem Schirm aufhalten. Deshalb gilt: Auch wer nicht in die direkte Sonne geht, muss sich eincremen. Die gute Nachricht: Man kann also auch im Schatten braun werden - zwar langsamer, dafür aber schonender und gleichmäßiger! Und noch ein Tipp: Während der Mittagszeit mit der besonders intensiven Sonneneinstrahlung am besten gar nicht im Freien aufhalten.

Im Wasser ist man sicher

Stimmt überhaupt nicht! Das Gegenteil ist der Fall – Wasser ist sogar besonders gefährlich, da die Oberfläche des Wassers die Strahlen verstärkt. Damit wirkt die Sonne also viel stärker – und zwar bis zu einen halben Meter unter der Wasseroberfläche: Hier kommen noch bis zu 60 Prozent der UVB- und sogar 85 Prozent der UVA-Strahlen an. Besonders tückisch: Da die Haut beim Schwimmen gekühlt wird, merkt man die Sonne oft erst, wenn der Rücken bereits gerötet ist.
Deshalb empfiehlt es sich, zum Schwimmen einen wasserfesten Sonnenschutz zu verwenden. Wasserfeste Produkte halten besser und schützen die Haut besser vor Chlor- bzw. Meerwasser – aber auch hier muss der Sonnenschutz durch wiederholtes Eincremen regelmäßig erneuert werden. Bei Kindern sollte zum Planschen im Wasser eventuell sogar auf eine besondere Schwimmkleidung mit UV-Schutz zurückgegriffen werden.

Kleidung schützt vor Sonne

Nein! Bestimmte UV-Strahlen dringen auch durch Textilien hindurch. Insbesondere enge und leichte Hemden oder eine nasser Stoff lassen die Strahlen hindurch. So kann die Haut z. B. unter einem hellen Bikini aus dünnem Material Schaden nehmen. Sonnenschutzprodukte sollten deshalb eine halbe Stunde vor dem Sonnenbaden auch unter dem Bikini oder Badeanzug aufgetragen werden. Tipp: Auf dem Markt sind Waschmittel mit Sonnenschutz erhältlich, die – nach mehrmaligem Waschen – die Kleidung sonnenundurchlässiger machen. Hilfreich ist auch, zum Schutz weite und eher dunkle Kleidung anziehen. Im Handel ist auch spezielle Sonnenschutz-Kleidung mit einem Lichtschutzfaktor von 20 bis 40 erhältlich, die mit Lichtschutzsubstanzen imprägniert ist. Und nicht vergessen: Den Kopfschutz und die Sonnenbrille!

Ein Sunblocker bietet den ganzen Tag Schutz

Stimmt nicht! Der Name täuscht: Ein Sunblocker kann die Sonne nicht endlos blocken, sondern zeichnet sich nur durch einen besonders hohen Lichtschutzfaktor aus (30 und mehr). Die Gefahr dabei: Viele Menschen fühlen sich damit sicher geschützt und vergessen, den Sonnenschutz in regelmäßigen Abständen zu erneuern und vor allem gleichmäßig aufzutragen.

Gefährlich ist nur ein Sonnenbrand

Nicht korrekt! Verantwortlich für einen Sonnenbrand sind die energiereicheren UV-B-Strahlen. Die langwelligen UV-A-Strahlen sind dagegen für die Bräunung der Haut verantwortlich, aber auch für die Hautalterung und das erhöhte Hautkrebsrisiko. Auch ohne Sonnenbrand kann deshalb die UV-Strahlung der Haut Schaden zufügen: Je länger man sich der Bestrahlung aussetzt, desto höher ist das Risiko, bleibende Schäden zu erleiden. Zuviel Sonne und Hitze können außerdem zu einem Sonnenstich führen, der sich durch Kreislaufbeschwerden und Übelkeit äußert.

Sonnenschutz mit hohem LSF verhindert Bräune

Das stimmt nicht! Viele Menschen meinen, dass ein Sonnenschutzmittel mit hohen Lichtschutzfaktor (LSF) das Braunwerden verhindert – und benutzen stattdessen Produkte mit zu niedrigen Faktoren. Doch auch mit einem starkem Sonnenschutz wird man braun, und sanfter noch dazu. Ein hoher Lichtschutzfaktor schützt vor Sonnenbrand und trägt dazu bei, dass die Bräune länger hält.

Sonnenallergien kommen von fettigen Cremes

Stimmt, aber nur teilweise! Sonnenallergien haben ganz unterschiedliche Ursachen: Arzneimittel, Duftstoffe, Chlor oder Salzwasser, aber auch eine erbliche Veranlagung können bei empfindlichen Personen zu allergischen Reaktionen auf die UV-A-Strahlen im Sonnenlicht führen. Auch ölhaltige Lichtschutzmittel können eine Sonnenallergie auslösen und zur so genannten Mallorca-Akne (oder fachsprachlich Akne aestivalis) führen.
Sonnenallergien können also durch eine fetthaltige Sonnencreme entstehen, müssen aber nicht. Problematisch sind vor allem Sonnenschutzprodukte in Cremes und Emulsionen, da diese Emulgatoren enthalten, die eine allergische Reaktion begünstigen. Bei einer Mallorca-Akne hilft deshalb ein Sonnen-Gel mit einem hohen UV-A-Lichtschutz, das fett- und emulgatorfrei ist. Achtung: auch bei Hautpflege- und After-Sun-Produkten darauf achten, dass sie keine Emulgatoren enthalten. Diese können nämlich länger als 24 Stunden auf der Haut haften und in Verbindung mit UV-Strahlung auch später noch zu Unverträglichkeitsreaktionen führen.

Selbstbräuner schützen die Haut!

Nein! Die Bräune aus der Tube bietet keinen Schutz vor den Sonnenstrahlen, denn Selbstbräuner haben nur einen kosmetischen Effekt. Sie verbinden sich mit Bestandteilen der menschlichen Oberhaut in der so genannten Hornschicht und färben die Hautoberfläche braun – an der Fähigkeit der Haut, sich vor der Sonne zu schützen, ändert das nichts.

Faktor: Magen-Darm (Gesundheit)

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Magen-Darm

Der Magen-Darm-Trakt regelt die Speiseaufnahme und Verdauung. In unserer modernen Gesellschaft jedoch leiden immer mehr Menschen an Problemen – ständiges Sitzen am Schreibtisch, ein schnell herunter geschlungenes Mittagessen, Stress und zu wenig sportlicher Ausgleich sind eine Belastung für Magen und Darm. Hinzu schlagen psychische Belastungen auf den Magen. Sodbrennen, Verstopfung oder Durchfall können die Folge sein. Viele Menschen leiden enorm unter dem sogenannten Reizdarm; ein Begriff, unter dem verschiedene Erkrankungen und Symptome des Verdauungsapparats zusammengefasst werden, die keine körperliche Ursache haben. Wer öfters unter Magen-Darm-Problemen leidet, sollte in jedem Fall einen Arzt aufsuchen, denn es kann sich auch um Hinweise auf eine ernsthafte Erkrankung wie Darmkrebs handeln.

Magenschmerzen

Magenschmerzen (Gastralgie) sind keine selbstständige Krankheit, sondern können wie auch andere Arten von Bauchschmerzen viele Ursachen haben und in Zusammenhang mit unterschiedlichen Erkrankungen als Symptome auftreten. Als Magenschmerzen werden verschiedene Schmerzen des oberen (meist linksseitigen) Bauchbereichs bezeichnet, doch der Magen muss nicht immer das auslösende Organ sein. Magenschmerzen können stechend, krampfartig oder ziehend sein und sind an sich kein Grund zur Beunruhigung. Treten Magenschmerzen jedoch mit anderen Symptomen auf und/oder kehren häufig wieder, muss ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Magenschmerzen nach dem Essen

Magenschmerzen können selbstständig, etwa bei Unverträglichkeit von zu fettem und reichhaltigem Essen, oder als Symptom einer Krankheit auftreten. Um die Ursachen der Magenschmerzen zu ergründen, sollten Sie genau auf die Begleitumstände achten. Magenschmerzen, die zusammen mit Sodbrennen und Aufstoßen vorkommen, können Hinweis auf eine Refluxkrankheit sein, bei der der Mageninhalt gehäuft in die Speiseröhre zurückfließt. Magenschmerzen nach dem Essen sind meist harmlos, wenn sie nur selten auftreten. Dann sind die Magenschmerzen in der Regel Folge einer schwerverdaulichen Mahlzeit und gehen schnell vorüber. Denn bereits eine Dehnung der Magenwand nach einem genussvollen Schlemmen kann zu Magenschmerzen führen. Bestimmte Lebensmittel wirken blähend und können deshalb zusätzlich Magenschmerzen auslösen. Zu meiden sind Milch, Süßigkeiten, Schweinefleisch, Zwiebelgewächse und Kohl, aber auch alkoholische Getränke, Koffein und Zigaretten. Die Speisen sollten nur mäßig gesalzen und nicht zu heiß oder kalt genossen werden. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit zum Essen und vermeiden Sie Stress oder Ablenkungen während der Mahlzeit, wie Diskussionen, Geschäftsessen, Fernseher und Radio.

Magenschmerzen: Symptome verweisen auf Ursachen

Treten mit den Magenschmerzen noch andere Symptome auf, können ernstere Ursachen vorliegen. Magenschmerzen nach dem Essen, kombiniert mit Völlegefühl und Übelkeit bis hin zu Brechreiz, können auf eine entzündete Magenschleimhaut (Gastritis), ein Magengeschwür oder ein Zwölffingerdarmgeschwür hinweisen. Im fortgeschrittenen Stadium können in diesen Fällen zusätzlich Magenblutungen oder Blut im Stuhl auftreten. Die Magenschmerzen können auch erst 20 Minuten bis zwei Stunden nach dem Essen einsetzen, zum Beispiel wenn sie im Zusammenhang mit dem Reizdarmsyndrom durch Blähungen verursacht werden. Eine weitere Ursache für Magenschmerzen kann eine Bauchspeicheldrüsenentzündung sein (Pankreatitis), die im Gegensatz zum zwar unangenehmen, aber harmlosen Reizdarmsyndrom lebensgefährlich sein kann (akute Pankreatitis). Die chronische Pankreatitis hingegen kann zu Bauchspeichelkrebs (Pankreaskarziom) führen, welcher häufig erst spät erkannt wird. Auch Magenkrebs kann sich durch Magenschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Übelkeit äußern.

Magenschmerzen, Übelkeit, Durchfall

Zu den häufigsten Krankheiten, die Magenschmerzen verursachen, gehört die durch Viren ausgelöste Magen-Darm-Grippe. Neben der Übertragung von Mensch zu Mensch kann auch der Verzehr von verdorbenen Lebensmitteln zu einem Magen-Darm-Virus führen. Vor allem heftiges Erbrechen mit Durchfall und Magenkrämpfen sprechen für eine Lebensmittelvergiftung. Die Symptome setzen dann in der Regel innerhalb von sechs Stunden nach Einnahme der Speisen ein. In unterschiedlicher Ausprägung können Magenschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit, Blähungen und Aufstoßen Anzeichen eines Reizmagens oder einer Unverträglichkeit von Milchzucker (Laktose), Fruchtzucker (Fructose), Gluten oder Histamin sein. Weitere Symptome für eine Laktoseintoleranz sind Müdigkeit, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Nervosität, Konzentrationsschwäche, Schwindel, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen sowie Akne. Je nach Ausprägung der Laktoseunverträglichkeit empfiehlt sich eine Einschränkung beziehungsweise der völlige Verzicht auf Milch und Milchprodukte. Betroffene müssen meist radikal ihre Ernährung umstellen, da der Magenschmerzen verursachende Milchzucker auch bei vielen Fertigprodukten und Wurstwaren zugesetzt wird.

Ursachen Magenschmerzen: Krankheit oder Psyche?

Nicht immer muss eine organische Krankheit die Ursache für Magenschmerzen sein. Stress, Depression, Nervosität, Kummer, Ängste und Sorgen schlagen uns auf den Magen. Auch bei seelischen Ursachen können Magenschmerzen von Aufstoßen, Sodbrennen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen begleitet werden. Andererseits können uns Magenschmerzen, oder besser gesagt, gefühlte Schmerzen in der Magengegend, auf eine (akute) gesundheitliche Gefahr oder Erkrankung aufmerksam machen, die man zunächst mit anderen Symptomen assoziieren würde. Lassen sich die Schmerzen unterhalb des rechten Rippenbogens lokalisieren, können die Leber, Gallensteine oder Hepatitis die Ursache sein. Ein linksseitiger Schmerz, der sich bis zum Arm erstreckt und in Zusammenhang mit Spannungsgefühlen in der Brust und Angstzuständen auftritt, können durch einen Herzinfarkt verursacht werden.

Magenschmerzen: Symptom wofür?

Starke und plötzliche Bauchkrämpfe, Erbrechen von Kot und Galle, Verstopfung und ein aufgeblähter Bauch deuten auf einen Darmverschluss hin. Ist der Bauch hingegen hart und gespannt, fällt das Atmen schwer und rast der Puls, könnte die Ursache eine akute Bauchfellentzündung sein. Bei Verdacht muss umgehend ärztliche Hilfe beansprucht werden. Wer in der Schwangerschaft unter Bauchschmerzen leidet, sollte aufhorchen. Zwar leiden Schwangere nicht selten unter Bauchschmerzen, etwa zu Beginn der Schwangerschaft durch Gebärmutterkontraktionen, Tritte des Babys oder vorzeitige Wehen (auch diese Ursachen sind ernst zu nehmen), doch sind speziell Magenschmerzen in der Schwangerschaft eher selten. Magenschmerzen können in Zusammenhang mit den üblichen Beschwerden wie Sodbrennen oder Verdauungsproblemen auftreten, doch sollten starke und wiederkehrende Magenschmerzen medizinisch untersucht werden, um Gefahren für Mutter und Kind auszuschließen.

Magenschmerzen: Diagnose

Da Magenschmerzen Symptom für viele Krankheiten sein kann, wird der Arzt Sie genau nach Ihrer Krankheitsgeschichte und den Begleiterscheinungen befragen. Dabei wird unter Anderem erfasst, wie häufig die Magenschmerzen auftreten, wann sie zum ersten Mal in Erscheinung traten, wo sie zu lokalisieren sind, ob sie in Zusammenhang mit (bestimmtem) Essen auftreten und ob Sie an Gewicht verloren haben. Auch Ihre Lebensgewohnheiten werden analysiert, um festzustellen, ob eine Nikotinsucht, häufiger Alkoholgenuss, Übersäuerung, Medikamente, Bewegungsmangel oder seelische Belastung die Ursache für die Magenschmerzen sind. Kann nach einer ersten körperlichen Untersuchung durch Abtasten des Bauches, Abhören mit einem Stethoskop und einem Ultraschallbild keine Diagnose gestellt werden, wird der Arzt eine Blutuntersuchung und im nächsten Schritt eine Magenspiegelung durchführen. Gegebenenfalls kann auch eine Darmspiegelung sinnvoll sein.


Was tun?

Liegt keine ernsthafte Erkrankung vor, kann eine Reihe von Hausmitteln gegen Magenschmerzen helfen. Sind psychische Probleme die Ursache, sollten dringend die Lebensumstände geändert werden, nicht nur, weil letztlich auch Stress und Belastung zu Magengeschwüren führen können. Vermeiden Sie Hektik sowohl auf der Arbeit (möglichst keinen Schichtdienst) als auch im privaten Umfeld, sorgen Sie ebenso für Ruhe und Entspannung wie für ausgleichenden Sport (etwa Yoga oder Tai Chi) und helfen Sie Ihrer angeknacksten Seele eventuell mit Bachblüten auf die Sprünge. Liegen Depressionen oder andere Ursachen vor, die nicht in einer vorübergehenden Phase begründet sind, sollten Sie unter Umständen eine Psychotherapie in Erwägung ziehen. Generell gilt es, die Magenschmerzen auslösenden Faktoren zu vermeiden und eventuell ein bis zwei Tage Bettruhe zu halten.

Hausmittel gegen Magenschmerzen

  • Kräutertees: Koriander, Kamille, Basilikum Blätter, Kümmel, Fenchel, Ingwer, Anis und Melisse beruhigen den Magen und den Verdauungstrakt und lassen sich je nach Belieben zu Teekreationen verarbeiten oder als fertige Teemischungen kaufen.
  • Wärme: Eine Wärmflasche auf dem oberen Bauch kann Magenschmerzen vertreiben.
  • Regelmäßige Mahlzeiten: Essen Sie zu festen Zeiten, vermeiden Sie üppiges Schlämmen und versuchen Sie, nicht ständig zwischendurch etwas zu knabbern.
  • Verzicht auf Süßes: Versuchen Sie, sich möglichst zuckerfrei zu ernähren.
  • Stilles Wasser: Trinken Sie gleich nach dem Aufstehen ein Glas lauwarmes Wasser aus oder lösen Sie eine Messerspitze Natron im Wasser auf.
  • Magendübler: Artischockensaft, frischer Kohlsaft oder ein kleiner Magenbitter nach einer schweren Mahlzeit erleichtern die Verdauung.
  • Sanddorn: Dreimal am Tag ein halber Teelöffel Sanddorn aus der Apotheke hilft gegen Magenkrämpfe
  • Essigwickel: Essig in eine Schüssel heißes Wasser geben und ein Handtuch eintauchen. Das ausgewundene Tuch für eine Viertelstunde auf den Bauch legen.
  • Kartoffeln: Essen Sie Kartoffelsuppe oder frischen Kartoffelbrei.

Ernährung bei Magenschmerzen

Bei ernährungsbedingten Magenschmerzen lohnt sich eine Umstellung des Speiseplans. Verzichten Sie weitestgehend auf fette Speisen und üppige Mahlzeiten, meiden Sie übermäßigen Konsum von Fleisch sowie tierischen Produkten und steigen Sie stattdessen auf Vollwertkost sowie Obst und Gemüse um. Beginnen Sie den Tag mit Früchten und vermeiden Sie ein spätes Abendbrot. Umgehen Sie eine Übersäuerung des Magens (Azidose), indem sie säurereiche Lebensmittel meiden und nur wenig Kohlenhydrate, aber viele Ballaststoffe zu sich nehmen. Auch leichte Suppen (insbesondere fettfreie Hühnersuppe), Salate und naturbelassener Joghurt haben sich als magenschonende Ernährung bewiesen. Achten Sie auf abwechslungsreiche Kost, die mit verdauungsfördernden Gewürzen – beispielsweise Kümmel, Ingwer und Fenchel - angereichert ist. Zu Beginn der Ernährungsumstellung kann möglicherweise ein individuelles Heilfasten sehr sinnvoll sein, um den Magen-Darm-Trakt zu reinigen. In einigen Fällen müssen weitere Möglichkeiten der Behandlung von Magenschmerzen in Form von Medikamenten zusätzlich erwogen werden.

Das Alarmsignal Unterleibsschmerzen (Gesundheit)

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Unterleibsschmerzen wurden früher als typisches Frauenleiden abgetan. Dabei können auch Männer – wenn auch seltener - von Unterleibsschmerzen betroffen sein. Die Ursachen für Unterleibsschmerzen sind äußerst unterschiedlich, denn sie sind keine Krankheit, sondern ein Symptom. Ebenso verschiedenartig sind die Arten der Beschwerden: Ob sehr starke Unterleibsschmerzen oder ein leichtes Unterleibsziehen, krampfartig oder pochend, links, rechts oder mittig – all diese Merkmale dienen der Anamnese und sollten deshalb genau beobachtet werden. Auch wird der Arzt danach fragen, ob die Unterleibsschmerzen nach dem Essen oder dem Genuss bestimmter Getränke auftreten, ob diese Schmerzen im Unterleib erstmalig in Erscheinung treten oder ein chronisches Problem darstellen.

Starke Unterleibsschmerzen als Alarmsignal

Starke Unterleibsschmerzen können ein Hinweis auf ernsthafte Erkrankungen sein. Hier sind vor allem die Begleitsymptome ausschlaggebend, wie Blut im Stuhl, Blut im Urin, Übelkeit, Durchfall, Erbrechen oder Fieber. Wichtig ist auch zu klären, ob die Unterleibsschmerzen in andere Regionen ausstrahlen, wie dem Oberbauch, dem Rücken oder die Oberschenkel. Mögliche Ursachen und Erkrankungen, die mit Unterleibsschmerzen einhergehen, könnten sein:

  • Tumoren
  • Nierenerkrankungen: Nierenkolik, Nierensteine oder Nierenbeckenentzündung
  • Harnwegsprobleme: Harnleitersteine, Blasensteine, Blasenentzündung, neurogene Blasenfunktionsstörung und Reizblase
  • Erkrankungen des Darmtraktes: Darmkrebs, Darmverschluss, Verschluss von Darmgefäßen, Darmpolypen, Divertikelentzündungen und -abszesse, Verstopfung, Blinddarmentzündung, akute Darminfektion, Reizdarmsyndrom oder entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
  • Leistenbruch oder Abszess im Lendenmuskel
  • Verwachsungen und Vernarbungen vorrangegangener Operationen
  • Depressionen, Stress, Burn-Out-Syndrom
  • Sexuelle Störungen, Missbrauch und Traumata, Persönlichkeitsstörungen
  • Bandscheibenvorfall
  • Fibromyalgie
  • Wirbelsäulenschäden

Unterleibsschmerzen Mann

Neben den obengenannten Ursachen können sich auch geschlechtsspezifische Erkrankungen durch Unterleibsschmerzen bemerkbar machen. Bei Männern können zusätzlich schmerzende und verfärbte Hoden sowie Schmerzen in der Leistengegend auf eine Hodentension (Verdrehung des Hodens) hindeuten. Zudem verursachen Hodenkrebs, Hoden- und Nebenhodenentzündungen, sowie Prostatakrebs, Prostataadenome und Prostatitis (Prostataentzündung) Unterleibsschmerzen beim Mann. Besonders junge Männer leiden häufig unter chronischer Prostataentzündung, was sich meist durch Harnentleerungsstörungen bemerkbar macht. Eine Samenblasenentzündung verursacht hingegen oft Probleme beim Urinieren. Eine gutartige Prostatavergrößerung tritt in der Regel bei Männern ab 30 Jahren auf und wird mit zunehmendem Alter zur wahren Volkskrankheit: Fast die Hälfte der Männer über 50 und beinahe jeder Mann über 80 hat eine vergrößerte Prostata. Eine Behandlung ist allerdings nur selten nötig.

Unterleibsschmerzen Frau

Auch viele frauenspezifische Krankheiten gehen mit Unterleibsschmerzen einher: Etwa die Endometriose, eine schmerzhafte Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut. Aber auch ein Myom, eine Entzündung von Eileiter und Eierstock, Eierstockkrebs oder eine Eierstockzyste führen zu Unterleibsschmerzen. Ferner weisen Schmerzen des Unterbauchs in Zusammenhang mit Ausfluss, Zwischenblutungen/schweren Blutungen (auch in der Menopause) auf Erkrankungen der Gebärmutter hin, wie etwa Gebärmutterkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Gebärmuttersenkung, eine rückwärts geneigte Gebärmutter oder Gebärmutterentzündungen. Auch Fehlbildungen, Scheidenverengungen und Krampfadern im Beckenbereich können Unterleibsschmerzen auslösen, bei Letzterem strahlen die Schmerzen bis in die Beine aus und treten häufig nach langem Sitzen oder Stehen in Erscheinung. Im Gegensatz zu diesen eindeutig diagnostizierbaren Erkrankungen leiden bis zu 25% der Frauen im gebärfähigen Alter unter chronischen Unterleibsschmerzen, auch chronischer urogenitaler Schmerz genannt. Häufig sind keine körperlichen Ursachen festzustellen; der Therapieerfolg ist nur gering. Diagnosen wie Vestibulitis (fokale Vulvitis), Levator Ani Syndrom, interstitielle Zystitis oder Vulvodynie werden äußerst selten und meist erst nach einem mehrjährigen Ärzte-Marathon gestellt, schränken die Betroffenen jedoch erheblich in ihrer Lebensqualität ein.

Unterleibsschmerzen: Periode

Frauen müssen sich weitaus häufiger mit Unterleibsschmerzen herumplagen als Männer. Meist verursachen Hormonschwankungen des weiblichen Zyklus Unterleibsschmerzen – viele Frauen klagen über ein leichtes Ziehen im Unterleib kurz vor oder während der Periode. Manche Frauen, insbesondere junge Mädchen, befallen während der Menstruation krampf- oder kolikartige, sehr starke Unterleibsschmerzen. Frauen, die in der Mitte des Zyklus Unterleibsschmerzen haben, spüren ihren Eisprung. Durch die hormonellen Veränderungen während des Zyklus können sich zu den Unterleibsschmerzen depressive Verstimmungen, Nervosität und Reizbarkeit, Müdigkeit und Leistungsabfall, Akne, niedriger Blutdruck, Herzklopfen, Schwindel, Kopfschmerzen bis hin zur Migräne sowie Appetitlosigkeit, Erbrechen, Verstopfung oder Durchfall, Blähungen und Übelkeit einstellen. Bei starken Unterleibsschmerzen während der Periode spricht man von Dysmenorrhoe. Hier kann eventuell ein hormonelles Präparat wie die Pille gegen Unterleibsschmerzen helfen. Ansonsten können homöopathische Medikamente, pflanzliche Mittel wie Mönchspfeffer und Magnesiumpräparate Unterleibsschmerzen vertreiben. Bewährte Hausmittel gegen Unterleibsschmerzen während der Periode sind ein heißes Bad oder eine Wärmflasche auf dem Unterleib.

Unterleibsschmerzen und Schwangerschaft

Unterleibsschmerzen in der Schwangerschaft sind zwar keine Seltenheit, jedoch genau zu beobachten, da sie einen Hinweis auf schwerwiegende Komplikationen geben können. Meistens führen Dehnungen des runden Gebärmutterbandes und das Wachstum der Gebärmutter zu Unterleibsschmerzen während der Schwangerschaft. Das kann ein leichtes Unterleibsziehen (meist zu Beginn der Schwangerschaft), aber mit fortschreitendem Wachstum des Kindes auch krampfartige, starke Unterleibsschmerzen verursachen. Besteht der Verdacht, schwanger zu sein, weil die Monatsblutung ausbleibt, und setzen dann plötzlich Unterleibsschmerzen und Schmierblutungen ein, könnte eine Eileiterschwangerschaft vorliegen. Starke Blutungen und Unterleibsschmerzen können auf eine Fehlgeburt oder einen Abgang hindeuten. Weiterhin treten Unterleibsschmerzen in der Schwangerschaft bei einer Plazenta-Ablösung, als verfrühte Wehen oder in Zusammenhang mit einem Faser-Geschwulst (Fibrom) auf.

Thema Übergewicht (Gesundheit)

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Wenn wir im Verhältnis zu unserer Körpergröße ein zu hohes Körpergewicht haben, bezeichnen wir dies als Übergewicht. Die WHO definiert Übergewicht mit Hilfe des Body-Mass-Index (BMI).

Die meisten Menschen, insbesondere Frauen, haben jedoch ihren eigenen Maßstab im Kopf, anhand dessen sie entscheiden, wie es um ihr Gewicht steht. Oftmals beurteilen sie sich als zu dick, obwohl sie es gar nicht sind. 

Die Folge davon ist, dass sie sich und ihren Körper ablehnen und zu Diäten greifen und/oder sich in intensive sportliche Aktivitäten stürzen. Frauenzeitschriften, Werbung und Medien tragen ihren Teil dazu bei, zu bestimmen, welche Figur attraktiv ist.

Bei der Idealfigur wird übersehen, dass Menschen einen unterschiedlichen Knochenbau und ein unterschiedliches Körperschema haben.

So lange das Gewicht keine negativen Auswirkungen auf unsere Gesundheit hat, können wir selbst entscheiden, was wir als schön betrachten. Wichtig ist, dass wir uns in unserem Körper wohl fühlen.

Adipositas - Ess-Sucht Test

Überlegen Sie beim Lesen der folgenden Feststellungen, welchen Sie zustimmen:

1. Ich habe schon viele Diäten gemacht, deren Erfolge aber nur von kurzer Dauer waren.
2. Die Waage ist mein täglicher Begleiter.
3. Meine Stimmung hängt von dem ab, was die Waage anzeigt.
4. Meinem Verlangen kann ich nicht widerstehen.
5. Nach einer Diät nehme ich viel schneller zu als vorher.
6. Wenn es mir seelisch schlecht geht, greife ich zum Essen.
7. Nach den gängigen Gewichtstabellen bin ich übergewichtig.
8. Ich beschäftige mich den ganzen Tag mit dem Essen und meinen Gewicht.
9. Immer wieder bekomme ich Fressanfälle.
10. Ich leide unter meinem Übergewicht, aber schaffe es nicht, auf Dauer abzunehmen.
11. Ich versuche über Appetitzügler oder Entwässerungstabletten mein Gewicht zu beeinflussen.
12. Ich kann nicht mehr erkennen, wann ich wirklich Hunger habe und wann ich satt bin.
13. Ich hasse meinen Körper.
14. Ich esse meist mehr, als mir gut tut.
15. Ich wurde schon oft wegen meines Gewichts gehänselt.
16. Ich schäme mich, wenn ich wieder mehr gegessen habe, als ich wollte.
17. Ich esse oft, wenn ich keinen Hunger habe.
18. Häufig esse ich nebenbei, ohne richtig zu registrieren, dass ich esse.
19. Ich bewege mich wenig.
20. Ich kaufe Light- und Diätprodukte.

Auswertung:

Wenn Sie mehreren bzw. vielen Aussagen zustimmen konnten, dann sind dies deutliche Hinweise darauf, dass Ihr Essverhalten gestört ist. Die Auswirkungen sind an Ihrem Übergewicht feststellbar. Sofern sich keine körperlichen Ursachen hinter Ihrem Übergewicht verbergen, was Sie zunächst von einem Arzt abklären lassen sollten, kann es seelische Ursachen geben. Vielleicht haben Sie in Ihrer Kindheit gelernt, Essen mit Beruhigung, Trost oder Belohnung zu verknüpfen. Oder aber Sie sehen vielleicht das Übergewicht als Schutz vor sexuellen Übergriffen oder als Grund, Forderungen anderer ablehnen zu können.

Wenn aber das Essen eingesetzt wird, um Gefühle zu beeinflussen, isst man mehr, als der Körper zu seiner Erhaltung braucht. Man verlernt, Hunger- und Sättigungssignale zu erkennen. Diäten sind dann keine Lösung, um eine dauerhafte Gewichtsreduktion zu erreichen.

Beginnen Sie damit, sich bewusst zu machen, weshalb Sie essen. Lernen Sie neue Strategien, ihre Gefühle auf anderen Wegen als durch Essen zu beeinflussen. Stärken Sie Ihr Selbstwertgefühl und lernen Sie, sich mit Stärken und Schwächen zu akzeptieren. Lernen Sie wieder, Ihren Körper, Ihren Hunger und die Sättigung zu spüren, und das Essen mehr zu genießen.

In dem Ratgeber Abnehmen und dabei genießen finden Sie wirkungsvolle Hilfestellungen, wie Sie zu einem gesunden Essverhalten mit mehr Genuss zurückkehren können.

Tourette Syndrom (Gesundheit)

Information

Das Tourette Syndrom ist eine neuropsychiatrische Erkrankung. Die Kernsymptomatik des Tourette-Syndroms besteht aus motorischen und vokalen Tics. Zusätzlich können AD(H)S, Zwänge, Angst, Depressionen, Autoaggressionen, Lern- und Konzentrationsstörungen auftreten. Da die Umwelt meist an den motorischen und vokalen Tics Anstoß nimmt und mit Ablehnung reagiert, ziehen sich Betroffene in der Regel in die Isolation zurück.

Beim Tourette Syndrom treten mehrere motorische Tics (z.B. Augenblinzeln, Grimassen, Kopfwerfen) zusammen mit einem oder mehreren vokalen Tics (z. B, Räuspern, Grunzen, Gebrauch obszöner Wörter, Wiederholung von Lauten und Worten, die gehört werden) auf.

Die Tics treten meist während des Schlafes nicht auf und verstärken sich in Situationen, in denen die Betroffenen emotional erregt sind. Die Tics können von den Betroffenen kaum willentlich unterdrückt oder kontrolliert werden.

In Deutschland gibt es etwa 40.000 Menschen, die unter dem Tourette Syndrom leiden.

Die Transsexualität (Gesundheit)

Information

Die Transsexualität ist eine Geschlechtsidentitätstörung. Das biologische Geschlecht stimmt nicht mit dem gefühlten Geschlecht überein. D.h., Transsexuelle fühlen sich nicht dem Geschlecht zughörig, das sie von Geburt an haben. Beispielsweise werden sie als Junge geboren und fühlen sich als Frau.

Die Betroffenen haben das Gefühl, in einem falschen Körper zu stecken. Sie denken, fühlen und handeln anders, als Männer oder Frauen, die nicht diesen Konflikt haben.

Aus Angst vor Ablehnung und Unverständnis im sozialen Umfeld halten Betroffene in jungen Jahren ihr Problem geheim. Dies ist für sie jedoch eine seelische und körperliche Tortur.

Nach ihrem Coming-Out greifen viele Betroffene zu einer Hormontherapie und zahlreichen geschlechtsangleichenden Operationen, um auch äußerlich ihrem gefühlten Geschlecht zu entsprechen.

Über die Ursachen für die Geschlechtsidentitätstörung herrscht noch Unklarheit. Eine Ursache können traumatische Erfahrungen, wie etwa Missbrauchserfahrungen, sein.

Die Kaufsucht - der Rausch beim Einkaufen (Gesundheit)

Information

Kaufsucht ist eine psychische Störung, bei der Betroffene unter dem innerem Zwang stehen, kaufen zu müssen. Die Kaufsucht ist kein Laster, sie ist eine Krankheit, eine Sucht, mit all den negativen Auswirkungen, die viele Süchte haben: Überschuldung, Isolation, Zerstörung der Familie und des Freundeskreises, starke persönliche und soziale Probleme.

Kennzeichen der Kaufsucht sind:

  • Kontrollverlust
  • Zwang zur Wiederholung
  • Dosissteigerung
  • Kauf von Waren weit über den Bedarf hinaus
  • Entzugserscheinungen wie etwa Schweißausbrüche, Zittern, innere Unruhe
  • Depressionen.

Anfangs glaubt der Süchtige, durch materielle Dinge Anerkennung zu finden. Später löst nur noch das Kaufen selbst kurze Glücksmomente aus - das Gefühl, wichtig und bedeutend zu sein. Danach folgt der Absturz in tiefe Depressionen. Der Süchtige lügt und kapselt sich ab.

60 Prozent sind Frauen, vor allem jüngere Frauen zwischen 20 und 30 Jahren. Die Sucht geht durch alle Schichten. Nach einer Untersuchung der Universität Hohenheim sind 9 Prozent der Bundesbürger kaufsüchtig, und 23 Prozent stark kaufsuchtgefährdet. Betroffene haben ein schwaches Selbstwertgefühl und neigen zu Depressionen.

Hinter der Kaufsucht verbergen sich ganz unterschiedliche Ursachen: Ängste, Depressionen, innere Leere, Langeweile, schlechte Laune, geringes Selbstwertgefühl. Das Kaufen ist der Versuch, diese (unangenehmen) Gefühle in Griff zu bekommen. Je schlechter die Gefühle, desto größer ist die Dosis des Rauschmittels Kaufen.

Betroffene kommen in einen Teufelskreis: negative Gefühle wie Ärger, schlechte Laune oder Stress (ver)führen zum Kaufen. Die Betroffenen fühlen sich stark und wichtig, haben ein Gefühl der Macht und Kontrolle. Dieser Zustand der Errgeung hält jedoch nur kurz an. Die Betroffenen bekommen Schuldgefühle und Depressionen. Um diese unangenehmen Gefühle zu unterdrücken, kaufen sie wieder ein.

Die Wurzeln für das Suchtverhalten liegen in der Kindheit: Mangel an Zuwendung und Anerkennung, Mangel an Liebe und Geborgenheit.

Behandlung der Kaufsucht

Die Verhaltenstherapie hat sich in der Therapie der Kaufsucht bewährt. Der Weg aus der Kaufsucht ist zweigleisig:

1. Unterbrechen des Kaufsuchtverhaltens und lernen, einzukaufen, ohne die Kontrolle zu verlieren.

2. die Ursachen des Suchtverhaltens beseitigen durch z.B.:

  • Erarbeitung eines gesunden Selbstwertgefühls
  • Erlernen von Konfliktlösestrategien
  • Aufbau von Interessen
  • Erlernen von Selbstbehauptungsstrategien
  • das Erlernen von Strategien, um mit negativen Gefühlen umgehen zu können.

Die Internetsucht - Computerspielsucht (Gesundheit)

Information

Unter Internetsucht, Computerspielsucht oder Internetabhängigkeit versteht man den zwanghaften Drang, sich regelmäßig und extensiv mit dem Internet zu befassen.

3 Prozent aller Online-Nutzer sind internetsüchtig (Studie Humboldt Universität Berlin), insbesondere Jugendliche unter 18 Jahren neigen zum exzessiven chatten, surfen und spielen (ca. 8 Prozent sind süchtig).

Von Computerspielen abhängig sind vor allem Männer im Alter von 15 bis 25 Jahren. Meist ist der Rückzug in die virtuelle Welt des Internet eine Flucht. Die Betroffenen kommen nicht mit dem realen Leben zurecht, haben Probleme mit Partnerschaften oder dem Beruf.

In der Ersatzwelt des Internet werden sie nicht mit ihren Ängsten und Unsicherheiten konfrontiert und können sich ausleben, können das tun und sein, was ihnen in der realen Welt nicht möglich ist. Sie bekommen dort die Anerkennung und Bestätigung, die ihnen im realen Leben versagt bleibt.

Hinter der Computerspielsucht oder der Internetsucht verbergen sich immer psychische Probleme - Ängste, soziale Unsicherheiten, mangelndes Selbstvertrauen, Depressionen, usw. Man könnte auch sagen: die Internetsucht ist eine Flucht vor den Problemen des Betroffenen.

Für eine Computersucht besonders empfänglich sind vor allem Menschen, die sich schwertun, mit anderen in Kontakt zu treten, die unter einer starken sozialen Angst leiden und/oder im realen Leben keine Anerkennung und Bestätigung finden. Bei den Betroffenen handelt es sich also um Jugendliche, die im realen Leben nicht klarkommen. Im Internet erleben die Betroffenen, dass sie beliebt und wichtig sind. Sie erleben, dass sie etwas bewirken, etwas steuern können, dass sie Kontrolle haben. Ihr Spielverhalten wird belohnt, weil sie das, wonach sie sich sehnen, bekommen: Kontrolle, Anerkennung und Wertschätzung. Und dies fördert die Spielsucht und macht abhängig.

Die Internetsucht ist eine Sucht wie die Spiel- oder Alkoholsucht, d.h. der Süchtige weist alle Merkmale eines abhängigen Menschen auf.

Merkmale der Internetsucht (Computerspielsucht):

  • ein Großteil der Tageszeit wird im Internet verbracht (20 und mehr Stunden wöchentlich)
  • man verliert die Kontrolle über die Zeit
  • man steigert die tägliche Dosis ständig, um die gleiche Befriedigung zu erhalten
  • man hat Entzugserscheinungen wie Nervosität, Schweißausbrüche, Angst und Schlaflosigkeit
  • man vernachlässigt seine sozialen Kontakte, geschäftlichen Verpflichtungen und Interessen
  • man schränkt die Nutzung nicht ein, obwohl es negative Auswirkungen auf Gesundheit, Kontakte, Beruf, Familie und Freunde gibt
  • man denkt unentwegt an das Spiel.

Zu den therapeutischen Strategien gehören:

  • Zeitpläne zu erstellen, um online Stunden zu verringern. (Wecker neben Computer stellen)
  • Ein alternatives Freizeit- und Sozialverhalten aufzubauen
  • Soziale Ängste, Hemmungen und seelische Probleme, die sich hinter der Internetsucht verbergen, zu bearbeiten und zu überwinden
  • sich bewusst wieder für genügend langen Schlaf und gesunde regelmäßige Ernährung entscheiden.

Bei der Behandlung der Internetsucht leistet die Verhaltenstherapie wertvolle Dienste. An der Uniklinik Mainz gibt es eine Ambulanz für Computerspielsüchtige.

Eine andere Form der Internetsucht ist die Internetpornographie. Hiervon betroffen sind hauptsächlich Männer im Alter von 30 bis 50 Jahren. Betroffene surfen täglich stundenlang auf Internetseiten mit pornographischen Inhalten. Im wahren Leben läuft in puncto Sex in der Regel nichts mehr. Das war entweder schon vor dem exzessiven Surfen so oder hat sich erst mit der Intersucht ergeben, weil die Betroffenen durch die Pornografie emotional und sexuell immer mehr abstumpfen. Die sexuellen Praktiken und Inhalte im Internet haben nämlich wenig mit dem realen Leben zu tun, d.h. es ist schwierig, diese im realen Leben auszuleben.


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