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Gesundheit


Erste Hilfe bei Kindern (Gesundheit)

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Erste Hilfe bei Kindern

Früher waren es vor allem Infektionskrankheiten, die die Gesundheit von Säuglingen und Kindern bedrohten. Konsequentes Impfen schon im Säuglingsalter und Einsatz moderner Medikamente haben diesen schweren Krankheiten ihren Schrecken genommen. Heute sind es vor allem Unfälle, die für Kinder eine Gefahr darstellen. Laut Statistiken hat ein Kind in Deutschland 4-5 Unfälle hinter sich gebracht bevor es 15 Jahre alt ist.

Jedes Alter hat seine Gefahren

Unfälle treten - ähnlich wie Krankheiten - bevorzugt in einem bestimmten Lebensalter auf. Die Unfallgefahr bei Kindern hängt stark von deren jeweiligem Aktionsradius ab.

  • Im Säuglingsalter z.B. kommt es besonders häufig zu den gefürchteten Stürzen vom Wickeltisch oder aus dem Kinderwagen.
  • Im Kleinkindalter, wenn die Mobilität zunimmt, erhöht sich die Gefahr weiter. Dann gehören vor allem Ertrinkungs- und Erstickungsnotfälle, Verbrennungen und Vergiftungen zu den häufigsten Unfällen.
  • Im Schulkindalter kommt als weitere Gefahrensituation der Verkehr hinzu, weil Kinder z.B. die Geschwindigkeit von Fahrzeugen noch nicht richtig abschätzen können. Auch Sportunfälle wie Knochenbrüche oder Brustkorbverletzungen sind in diesem Alter nicht selten.

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Damit der Anfang mit dem Baby gelingt: Tipps gegen kleine Wehwehchen (Gesundheit)

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Damit der Anfang mit dem Baby gelingt: Tipps gegen kleine Wehwehchen

Die Zeit nach der Geburt ist aufregend - vor allem beim ersten Kind. Und nicht selten sind die "neugeborenen" Kindseltern auch besonders besorgt. Dabei braucht der "Frischling" auf seinem Weg in die Welt vor allem Nahrung, Liebe, Wärme und viel Körperkontakt - Bedingungen, bei denen sich die meisten Eltern auf ihre natürlichen Instinkte verlassen können. Und auch die kleinen Wehwehchen bekommt man gut in den Griff.

Für die Seele: viel Nähe

 

Eben noch im wohlig-warmen Fruchtwasser, schwerelos und immer den gedämpften Herzton der Mutter im Ohr. Jetzt in einer lauten, hellen und manchmal auch kalten Welt. Das müssen Säuglinge erst einmal verkraften. Um Ihnen bei dieser Umstellung zu helfen, gibt es nur eines: viel, viel Körpernähe.
Tagsüber wollen Babys gerne überall dabei sein, am liebsten auf Mamas oder Papas Arm oder beim Spazieren ganz nah am Körper, z.B. in einem Tragegurt oder -tuch.

 

Ein fester Rhythmus

Im Bauch der Mutter - das waren Vollpension und Sorglosigkeit. Jetzt muss sich der Körper an die Selbstversorgung erst gewöhnen. Die Nahrung z.B. fliesst nicht mehr automatisch und die Temperaturregulation muss erst in Schwung kommen.
Letzteres ist auch der Grund dafür, warum Babys am Anfang warm angezogen werden müssen: Sie können nämlich ihre Körpertemperatur noch nicht "halten" und kühlen leicht aus. Ob Ihr Baby friert oder ihm sogar zu warm ist, können Sie im Nacken kontrollieren (nicht an Händen und Füssen, die sind bei Babys oft kühl).
Manche Säuglinge sind aufgrund der Umstellungsprozesse am Anfang schwierig, sie weinen viel, lassen sich nur schwer beruhigen. Begründet wird dies mit einer Unreife des Gehirns, die dazu führt, dass das Baby unter einem Zuviel an Reizen leidet.
Solchen Babys hilft es, wenn sie einen möglichst stabilen Tagesrhythmus mit regelmässigen Ruhepausen (etwa alle 1,5 Stunden) haben. Dass die eingehalten werden, dafür müssen die Eltern sorgen, denn nicht alle Babys signalisieren, dass sie müde sind. Wenn das Baby schläft, sollte es nicht durch laute Geräusche aufgeschreckt werden (Telefon also z.B. besser ausstellen).
Vielen Babys tut es gut, wenn sie zur Beruhigung eng in eine Decke eingewickelt werden. Diese Begrenzung erinnert sie an die Geborgenheit der Gebärmutter und gibt ihnen Halt und Sicherheit.

Was tun bei…

Bauchweh
Der Magen-Darm-Trakt der meisten kleinen Babys ist noch unreif. Es kommt vor allem in den ersten drei Monaten (deshalb Dreimonats-Koliken genannt) häufig zu Beschwerden. In der Regel nimmt das Schreien gegen Abend immer mehr zu und das Kind ist kaum zu beruhigen. Meist haben die Babys beim Trinken zu viel Luft geschluckt und leiden jetzt unter Blähungen. Achten Sie deshalb vorbeugend darauf, dass das Kind in einer ruhigen Atmosphäre trinkt und danach ausgiebig aufstösst. Verzichten Sie als stillende Mutter auf blähende Speisen und trinken Sie regelmässig Kümmel- oder Fenchel-Tee.
Hilfreich gegen Bauchweh ist Wärme
Legen Sie ihrem Baby z.B. ein warmes (nicht heisses!) Kirschkernsäckchen auf den Bauch oder massieren Sie seinen Bauch im Uhrzeigersinn mit warmem Kümmelöl. Oft hilft es, das Baby in der so genannten Fliegerhaltung zu tragen. Dabei liegt das Baby mit dem Bauch auf ihrem Unterarm. Manchen Babys tut es gut, wenn sie eingewickelt in eine Decke oder fest umschlossen gehalten werden.
Durchfall
Die häufigste Ursache ist ein Magen-Darm-Katarrh. Bei Säuglingen ist Durchfall nicht ungefährlich, da sie Flüssigkeitsverluste nicht so schnell ausgleichen können und leicht austrocknen. Man sollte deshalb mit dem Arztbesuch nicht länger als 6 Stunden warten; kommt zum Durchfall noch Erbrechen hinzu, sollte man sofort einen Arzt aufsuchen. Zeichen einer Austrocknung sind Trockenheit des Mundes, der Zunge und Schleimhäute. Die Haut des Säuglings wirkt schlaff, er ist meist unruhig und schwer zu beruhigen; bei Schmerzen zieht er die Beine an den Körper.
Der Arzt verordnet in der Regel Elektrolytlösungen, um den Mineratstoffhaushalt auszugleichen. Brustkinder können weiter gestillt werden, wenn sie danach verlangen, bei Flaschenkindern sollten Sie den Arzt befragen.
Erbrechen
Auch beim Erbrechen verliert das Baby viel Flüssigkeit. Bieten Sie deshalb Ihrem Kind immer wieder etwas zu trinken an. Erbricht das Baby zwei Mahlzeiten nach einander oder leidet es zusätzlich an Fieber oder Bauchschmerzen, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen. Auch wenn das Kind keinerlei Flüssigkeit (auch nicht kleinste Mengen) bei sich behalten kann, ist ein Arztbesuch sofort nötig.
Fieber
Säuglinge fiebern schnell - vor allem bei Erkältungen. Fieber kann aber auch noch viele andere Gründe haben. Deshalb ist länger als ein Tag anhaltendes Fieber über 38,5 Grad Celsius bei Babys bis zum Alter von 6 Monaten immer ein Grund zum Arzt zu gehen. Denn sie können in diesem Alter durch das starke Schwitzen viel Wasser und Elektrolyte verlieren. Weil sie meist auch keinen Appetit haben und nichts trinken wollen, kann der Flüssigkeitsverlust unter Umständen nicht schnell genug ausgeglichen werden.
Mittel der Wahl zur Behandlung sind Wadenwickel und Medikamente (in der Regel Zäpfchen mit dem Wirkstoff Paracetamol).
Wichtig: Die Wadenwickel dürfen erst bei einer Temperatur über 39 Grad Celsius angelegt werden und wenn die Beinchen fühlbar heiss sind; sonst droht ein Kreislaufkollaps. Geben Sie dem Baby reichlich zu trinken, bekleiden Sie es leicht (wenn es sich heiss anfühlt) oder wärmer (wenn es fröstelt) und sorgen Sie für frische Luft.
Neugeborenenakne
Sie kann direkt nach der Geburt auftreten oder bis zu vier Wochen danach. Auslöser sind wahrscheinlich die Hormone der Mutter, die über die Plazenta weitergegeben werden. Die Knötchen, die sich auf Stirn und Wangen breit machen, sind harmlos und verschwinden innerhalb von Wochen von selbst wieder. Das Betupfen mit Muttermilch kann bei der Heilung helfen. Um Entzündungen zu vermeiden, bitte nicht ausdrücken!
Ohrenschmerzen
Meist ist der Grund eine Mittelohrentzündung. Sie kommt bei Säuglingen häufig vor, wenn ein Infekt des Nasen-Rachen-Raumes aufsteigt. Der Säugling ist unruhig und gereizt, trinkt schlecht, hat evtl. Durchfall und Fieber. Manche Babys wackeln mit dem Kopf und greifen sich immer wieder ans Ohr. Bei Verdacht auf eine Mittelohrentzündung sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen. Als Selbsthilfe nützen abschwellende Nasentropfen (keine Ohrentropfen, diese gelangen nicht tief genug ins Innenohr), Rotlicht und Wärme (z.B. das Kind mit dem Ohr auf eine warme Wärmflasche legen).
Gut wirksam ist es, ein Säckchen mit klein gehackten Zwiebeln aufs Ohr zu legen. Der Arzt verordnet in der Regel Nasentropfen und Antibiotika sowie Zäpfchen oder Säfte gegen die Schmerzen. Schlafschwierigkeiten
Nur die Ruhe. Im ersten Monat kann das Baby meist nicht länger als 2-4 Stunden ohne Nahrung auskommen. Noch dazu kann es Tag und Nacht noch nicht unterscheiden. Es ist also völlig normal, wenn es tagsüber und auch nachts regelmässig seine Bedürfnisse anmeldet. Schreit ein Baby, hat es in diesem Alter entweder Hunger oder Bauchschmerzen bzw. es sehnt sich nach körperlicher Nähe.
Sind diese Bedürfnisse befriedigt und schreit das Baby immer noch weiter, findet es nicht mehr alleine in den Schlaf. Dann können ihm rhythmisches Wiegen, Tragen oder Streicheln helfen.
Schluckauf
Bei Babys sehr häufig und harmlos. Meist tritt er auf, wenn beim Wickeln der Bauch entblösst wird und Verdunstungskälte entsteht. In diesem Alter hilft sanftes Klopfen auf den Rücken, warmer Tee oder ein warmes Kirschkernsäckchen auf dem Bauch.
Schnupfen
Da Babys Nasenatmer sind, kann sie ein Schnupfen ganz schön quälen. Natürlich funktioniert auch das Trinken nicht mehr so gut, wenn das Kind ersatzweise durch den Mund atmen muss. Ist die Nase stark verstopft, können spezielle Babynasentropfen nötig werden. Da diese die Schleimhäute langfristig austrocknen, sollten sie aber nur wenige Tage gegeben werden. Wenn ihr Baby den Kopf ruhig hält, können Sie versuchen, den Schleim mit einer Nasenpumpe abzusaugen (Achtung Verletzungsgefahr!).
Da es sich beim Schnupfen meist um Virusinfektionen handelt, können nur die Symptome behandelt werden. Viel frische Luft und das Aufhängen feuchter Tücher im Schlafzimmer - diese Basismassnahmen helfen den meisten Babys schon sehr viel. Hilfreich sind auch kochsalzhaltige Tropfen, die bedenkenlos auch länger eingesetzt werden können.
Spucken
"Speibabys sind Gedeihbabys", an diesem Spruch ist tatsächlich etwas dran. Aber vor allem deshalb, weil sie "trotzdem" gedeihen. Das Spucken ist auf jeden Fall nicht mit Erbrechen gleich zu setzen. Es werden hier nur kleine Nahrungsmengen nach draussen befördert und das geht völlig schmerzfrei und mühelos vonstatten; das kann sich auch noch Stunden nach der Nahrungsaufnahme ereignen. Verursacher des "sauren Aufstossens" ist der Magenpförtner (Schliessmuskel zwischen Magen und Speiseröhre), der noch nicht richtig funktioniert.
Nimmt das Baby regelmässig zu, muss man sich keine Sorgen machen. In der Regel verschwindet das Symptom von alleine wenn der Säugling zu Sitzen und zu Stehen anfängt oder auch schon früher, wenn von Muttermilch auf Beikost umgestellt wird.
Windeldermatitis
Der wunde Po kommt bei fast jedem Säugling gelegentlich vor, wobei die Anzeichen von leichten Rötungen bis hin zu starken Entzündungen, unter Umständen auch zu blutenden Stellen gehen können. Als Ursache kommt die Nahrung in Betracht, sowohl die der Mutter (säurehaltiges Obst oder Gemüse), als auch die des Kindes. Es kann sich aber auch um eine Pilzerkrankung (scharf begrenzte, erhabene Rötung und Schuppung) oder eine bakterielle Infektion handeln. Die Rötung lässt sich durch häufiges Windelwechseln und die Pflege mit einer Zinksalbe meist schnell beseitigen. Alternativ helfen Johanniskrautöl oder Eichenrindensud (aus der Apotheke) bzw. Muttermilch dünn auf die geröteten Stellen aufgetupft. Führt diese Behandlung nicht nach wenigen Tagen zu einer Besserung, sollten Sie den Arzt aufsuchen.
Hilfreich ist es, nach dem Baden den Po mit einem nicht zu heissen Fön nachzutrocknen und das Baby möglichst oft mit nacktem Po strampeln zu lassen.
Verstopfung
Manche Babys haben jeden Tag Stuhlgang, andere nur einmal in der Woche. Um eine Verstopfung handelt es sich erst, wenn weniger als einmal die Woche in harten Bröckchen entleert wird und das Baby sich beim Pressen sehr anstrengen muss. Das kommt bei gestillten Kindern selten vor, denn ihr Stuhl ist eher weich und breiig. Unter Umständen liegt ein Flüssigkeitsmangel zugrunde und das Baby muss mehr trinken. Bei manchen Babys ist die Ursache ein Riss in der Afterschleimhaut, der dazu führt, dass das Kind den Stuhl aus Angst vor Schmerzen zurückhält.
Zahnungsschmerzen
Wenn Babys zahnen (meist zwischen dem fünften und achten Monat) ist das nicht selten eine Zeit besonderer Anspannung und Unruhe, in der das Kind viel Zärtlichkeit braucht. Denn die durchbrechenden Zähnchen erzeugen ein Spannungsgefühl, können kitzeln, brennen oder sogar richtig schmerzen (wenn das darüber liegende Zahnfleisch schon geschwollen ist). Meist kündigen sich die ersten Zähne mit Weinerlichkeit, vermehrtem Speicheln, selten mit Fieber oder Durchfall an. Gegen das Spannungsgefühl helfen vor allem Druck und Kühlung, z.B. durch einen (im Kühlschrank, nicht Eisfach) gekühlten Beissring oder Löffel.
Aber auch Nahrungsmittel (Äpfelchen, Karotten, Brotkanten), auf denen das Kind herum beissen kann, sind geeignet. Gut bewährt haben sich homöopathische Kügelchen (z.B. Globuli Chamomilla D30) oder spezielle Zahnungsgels, Salbeitee oder verdünnte Salbei-Tinktur (schmeckt allerdings bitter). Manche Eltern schwören auf Veilchenwurzeln (aus der Apotheke). Weint Ihr Kind vor Schmerzen, können Sie ihm auch Schmerz-Zäpfchen aus der Apotheke geben.
Ina Mersch

Progerie - Warum Kinder im Zeitraffer altern (Gesundheit)

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Progerie - Warum Kinder im Zeitraffer altern

Es sind fröhliche Kinder mit ganz normalen kindlichen Bedürfnissen und Wünschen - aber ihre Lebenszeit ist erschreckend kurz. Wie im Zeitraffer altern sie, die kindlichen Greise, ihr 15. Lebensjahr erreichen die meisten schon nicht mehr. Dank der Humangenomforschung ist ein erster Durchbruch bei Ursache und Therapie gelungen. Das "Hutchinson-Gilford-Syndrom", kurz HGS oder Progerie, ist zum Glück eine sehr seltene Krankheit. Weltweit, so liegen die Schätzungen, gibt es um die 50 Patienten, in Deutschland sind es etwa sechs Kinder. Progerie kommt aus dem Lateinischen und Griechischen und bedeutet "Vorzeitige Vergreisung". Die Betroffenen leiden unter anderem an.

  • Wachstumsstörungen, schneller Hautalterung,
  • Knochenschwund, Arteriosklerose,
  • Haarausfall und Gelenkveränderungen.


 

Herzkrankheiten oder Schlaganfälle führen zum frühen Tod. Sehr seltene Krankheiten wie diese werden zwar erforscht, doch die Mittel sind begrenzt, nicht zuletzt aufgrund der grossen Diskrepanz zwischen Aufwand und Ertrag für die Pharmaunternehmen. Im Falle HGS zeichnet sich ein allererster, wenn auch kleiner Hoffnungsschimmer ab.

Ursache: ein genetischer Defekt

Forscher hatten im Jahr 2003 herausgefunden, dass Progerie offenbar auf einer einzigen Mutation im Laminin-Gen auf dem Chromosom 1 beruht. Die Folge der Mutation: das Gewebe kann sich nicht mehr regenerieren. Laminine sind, vereinfacht gesagt, Proteine, also Eiweisse. Diese sind beim Aufbau der Zellkernhülle von entscheidender Bedeutung. Dr. Francis S. Collins, der Direktor des amerikanischen Humangenom-Forschungsinstituts in Bethesda, Maryland (USA), berichtete zusammen mit Wissenschaftlern der Progerie-Forschungsstiftung (Progeria Research Foundation), was bei der Mutation passiert: Ein einziger "Schreibfehler" im Lamin-A-Gen (LMNA) ist verantwortlich. Lamin-A ist die Schlüsselkomponente der Membran, die den Zellkern umgibt. Die Forscher fanden heraus, dass 18 von 20 Kindern mit Progerie alle den gleichen Schreibfehler im Lamin-A-Gen besitzen: die Base Cytosin ist mit der Base Thymin vertauscht. Das veränderte Eiweiss heisst Progerin. Zum Verständnis: In der DNA - auf ihr sind alle Erbinformationen gespeichert - treten die vier Basen Adenin, Cytosin, Guanin und Thymin auf, und wenn sie korrekt "angeordnet" sind, entwickeln sich die Zellen normal. Diese Entdeckung und das Wissen um den Gen-Defekt bei Progerie war die Voraussetzung für eine entscheidende Entdeckung.

Hoffnung: Ein Krebsmedikament

Diese Entdeckung und das Wissen um den Gen-Defekt bei Progerie war die Voraussetzung für eine entscheidende Entdeckung in Zusammenhang mit einem noch im Test befindlichen Krebsmedikament. Wie die Zeitschrift "Science" am 16. Februar 2006 berichtet, wird der Wirkstoff FTI (Farnesyltransferase-Hemmer, engl. Farnesyltransferase Inhibitor) als Hoffnungsträger in der Behandlung verschiedener Krebserkrankungen wie Leukämie gesehen. Er greift nämlich in Signalübertragungswege und Enzymaktivitäten ein und verhindert die Stimulation der krebstypischen Zellteilung. Und er wirkt möglicherweise auch bei Progerie. Im Laborversuch mit Mäusen an der University of California in Los Angeles (UCLA) haben die kleinen Nager, die an Progerie litten, FTI bekommen. Die FTI waren entscheidend dabei verantwortlich, dass ein Enzym blockiert wurde: mit der Folge, dass die fehlerhaften Progerin-Moleküle gar nicht erst in die Kernmembran eingebaut wurden. Stattdessen sammelten sie sich im Kern an, wo sie nach Einschätzung der Wissenschaftler viel weniger schaden. Die meisten Mäuse zeigten nach der Behandlung mit FTI eine deutliche Verbesserung etwa im Körpergewicht, in der Knochenstabilität im Vergleich zu einer Kontrollgruppe. Allerdings wurde die Krankheit nicht komplett geheilt.

Fazit

Die Schritte, die die Genforschung macht, sind klein, es braucht manchmal viele Jahre, bis ein Durchbruch erzielt wird. Die Diskussion um ethische Verantwortung, Machbares und Vertretbares bekommt angesichts solcher Krankheiten wie Progerie eine menschliche Dimension. Viel Aufklärung wird noch nötig sein. Tatsache aber ist: Die umfassende Analyse der DNA-Sequenz zielt auf das Verständnis des menschlichen Organismus. "Die genetische Ausstattung des Menschen ist der Ansatzpunkt für das Erkennen und Behandeln von Krankheitsursachen. Man erwartet, durch das Humangenomprojekt genetische Veränderungen im Entstehungskomplex von etwa 10.000 Krankheiten zu finden." - so heisst es beim Deutschen Humangenomprojekt. Diese vom Bundesforschungsministerium und der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Initiative zielt darauf ab, Struktur, Funktion und Regulation menschlicher Gene, besonders derer mit medizinischer Relevanz, systematisch zu identifizieren und zu charakterisieren.

Mein Kind hat Durchfall - was hilft? (Gesundheit)

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Mein Kind hat Durchfall - was hilft?

Durchfallerkrankungen und Brechdurchfälle trocknen den Körper sehr rasch aus. Gerade bei Säuglingen, kleinen Kindern und auch älteren Menschen besteht diese Gefahr. Flüssigkeit und Salze müssen schnell ersetzt werden, und das in grossen Mengen: drei bis vier Liter geeignete Flüssigkeit bei Erwachsenen, bei Kindern etwas weniger.

Das empfehlen Ärzte

Mineralwasser (ohne oder mit wenig Kohlensäure), verschiedene Kräutertees (z. B. Kamille, Fenchel) und auch stark verdünnte Fruchtsäfte. Elektrolytlösungen aus der Apotheke sind ebenfalls geeignet. Säuglingen und Kindern löffelt man den Tee am besten portionsweise ein, sie spucken sonst die mühsam eingeflösste Flüssigkeit zu leicht wieder aus.

Und wie sieht's mit dem Essen aus?


Wenn der Appetit sich langsam wieder meldet und der Kinderbauch Hunger verspürt, dürfen es zunächst nur leichte "Stärkungsmittel" sein, also geriebene Äpfel und pürierte Bananen – schmeckt auch zusammen richtig lecker –, gekochte Haferflocken und Kartoffelbrei, Zwieback, später auch mageres gekochtes Fleisch oder eine Brühe, klar oder aus frischen Möhren zubereitet. Scharfes und Fettes sowie Milchprodukte sollten in den ersten Tagen tabu sein, meist verspürt der kleine Patient aber ohnehin eine Abscheu dagegen. Präparate mit Lactobazillen können den Heilungsprozess und die Abwehr im Darm unterstützen. Die zerstörte Darmflora kann so wieder aufgebaut werden.
Professor Dr. Michael Radke, Chefarzt der Kinderklinik des Klinikums Ernst von Bergmann in Potsdam und Beirat der Gesellschaft für pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung e. V. (GPGE), rät Eltern, ihren erkrankten Kindern Arzneimittel nicht "in Eigenregie" zu geben. Dies sollte stets nur nach Absprache mit dem Arzt erfolgen. Manche Präparate gegen Durchfall und Erbrechen sind vor allem bei Kindern nicht geeignet, sie können sogar im Gegenteil Schaden anrichten.

Folgende Symptome deuten auf eine schwere Erkrankung hin, mit der Sie mit Ihrem Kind sofort zum Arzt sollten:

  • länger als 6 Stunden dünner, wässriger Stuhl
  • Müdigkeit, Apathie
  • Fieber und Erbrechen
  • eingesunkene Fontanelle
  • seltener Lidschlag
  • geringe Urinproduktion
  • Kind ist trinkfaul oder verweigert die Nahrung.

Hygienemassnahmen

An gewissenhafter Hygiene kommt keiner vorbei, wenn ein Patient mit akuter Magen-Darm-Erkrankung im Haus ist: Hände stets gründlich mit Seife unter fliessendem warmen Wasser waschen. Direkten Kontakt zu Stuhl oder Erbrochenem vermeiden, indem man zum Beispiel Gummihandschuhe anzieht, verschmutzte Wäsche muss mit Waschmittel bei 60° C gewaschen werden.

Babys und Kleinkinder - Tipps für coole Winterwonnen (Gesundheit)

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Babys und Kleinkinder - Tipps für coole Winterwonnen

Staunend die ersten Schneeflocken auffangen und schmelzen lassen, mit Mama den Raureif bewundern oder mit Papa auf dem Schlitten die Hügel hinuntersausen – im Winter gibt es für Babys und Kleinkinder eine Menge Neuland zu entdecken.
Damit das Wintervergnügen auch bei Wind und Wetter ungetrübt bleibt, sollten Sie ein paar Tipps beherzigen:

Kleiden im Zwiebel-Look

Der so genannte Zwiebel-Look, mit mehreren Schichten Kleidung übereinander, ist als winterliches Outfit für drinnen und draussen am besten geeignet. Geht es an die frische Luft, kommt noch ein Schneeanzug darüber. Der Lagen-Look hat mehrere Vorteile: Zwischen den einzelnen Schichten bilden sich wärmende Luftpolster, die Kinder behalten ihre Bewegungsfreiheit und bei Bedarf kann man schnell etwas ausziehen. So hat Ihr Liebling es jederzeit ausreichend warm, ohne zu schwitzen.
Ob es Ihrem Baby zu warm ist oder ob es schwitzt, testet man am besten an seinem Nacken. Fühlt sich die Haut dort trocken und warm an, ist alles in bester Ordnung. Hände und Füsse sind dagegen nicht besonders verlässlich – Säuglinge haben häufig kühle Finger und Zehen, ohne dass sie frieren.

 

Kopf und Körper warmhalten

Der Babykopf ist im Verhältnis zum übrigen Körper sehr gross, bietet unbedeckte daher eine grosse Fläche, über die das Kind rasch auskühlen kann. Kleine Babys sollten daher auch in kühlen Innenräumen ein dünnes Seiden- oder Baumwollmützchen tragen. Draussen ist für alle Kinder eine wärmende Kopfbedeckung angesagt. Achten Sie darauf, dass das Material möglichst nicht kratzt (z. B. Fleece), damit Uhr Kind seine Mütze nicht auszieht, sobald Sie wegschauen. Hat es besonders empfindliche Haut, können Sie auch ein dünnes Baumwolltuch oder -mützchen drunter anziehen. Handschuhe sind bei Kälte ebenfalls ein unverzichtbares Accessoire.
Ein Fusssack aus Fell oder anderem Material macht Kinderwagen und Buggy winterfest. Liegen die Kleinen noch im Kinderwagen, muss dieser gut von unten gegen die Kälte isoliert werden. Dies kann man z. B. mit einer Isomatte unter der Matratze oder einem Lammfell und einem Tuch über der Matratze erreichen. Eine spezielle Plastikhülle aus dem Kinderausstattungsgeschäft schützt den Kinderwagen vor Regen und Schnee.

Das Gesicht nicht vergessen

Schützen Sie vor jedem Spaziergang Wangen, Nase, Lippen und Hände mit einem Extratupfen Creme. greifen Sie dafür auf spezielle Wasser-in-Öl-Emulsionen zurück, die wenig Wasser und gleichzeitig nicht zuviel Fett enthalten. So wird der Feuchtigkeitsgehalt der empfindlichen, dünnen Babyhaut stabilisiert und witterungsbedingtem Austrocknen vorgebeugt.
Selbst Neugeborene dürfen bereits nach 10 bis 14 Tagen an die frische Luft. Doch sollte dabei immer wieder geprüft werden, ob es dem Baby warm genug ist.

Raus oder nicht raus?

Für Babys gilt grundsätzlich: Bei klarem, kaltem Wetter heisst die Devise „nichts wie raus“, bei starkem Nebel oder Temperaturen unter minus 10 Grad bleibt man mit dem Kind am besten zu Hause. Vorsicht ist vor "Kälteseen" in Mulden angesagt. Dort sammelt sich kalte Luft (die schwerer ist als warme) an, sodass Temperaturdifferenzen von 5 °C und mehr entstehen können. Krabbelkinder können Sie mit einer molligen Decke, Wollhöschen und Strümpfen gegen Erkältungen schützen.
Generell können Sie Ihrem Kind mit gesunder, vitaminreicher Ernährung und viel Bewegung an frischer Luft beim Aufbau starker Abwehrkräfte helfen. So kommt es gesund und mit viel Spass durch die Winterzeit.

Chromosomendefekte (Defekte in der Erbanlage) (Gesundheit)

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Chromosomendefekte (Defekte in der Erbanlage)

Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Joachim Gnirs, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Was sind Chromosomen?

Jeder Mensch verfügt in jeder Zelle über 46 Chromosomen, auf denen die gesamte Erbinformation gespeichert ist. Zwei davon, X und Y, sind die Geschlechts-Chromosomen. Diese 46 Chromosomen bestehen aus 23 Chromosomenpaaren. Die geschlechtliche Erbanlage bei Mädchen wird mit 46XX bezeichnet, denn sie weist zwei X-Chromosomen auf. Jungen haben je ein X und ein Y-Chromosom, die Erbanlagen werden daher mit 46XY abgekürzt.

Was sind Chromosomendefekte?

Bei jedem Entwicklungsprozess teilen sich die menschlichen Zellen. Bei diesen Vorgängen kann es zu Fehlern kommen. Wenn diese während der Fortpflanzung auftreten, kann es zu Krankheiten und Missbildungen der Föten kommen. Unter den bekanntesten sind Trisomie 21 (Down-Syndrom) und das Turner-Syndrom. Mit bestimmten Untersuchungsmethoden während der Schwangerschaft (Fruchtwasseruntersuchung, Plazenta-Untersuchung, Nabelschnurpunktion) stellt man diese Chromosomendefekte fest.

Zellteilung und Befruchtung

Der Kern der weiblichen Eizelle trägt stets den Chromosomensatz 23X. Die Samenzelle des Mannes trägt entweder den Chromosomensatz 23X oder 23Y. Bei der Befruchtung verschmilzt eine Eizelle der Mutter mit einer Samenzelle des Vaters. Danach vereinigen sich auch die Chromosomensätze, und es entsteht ein Junge (46XY) oder ein Mädchen (46XX).

Ein gesundes Kind kann sich entwickeln, wenn keine Abweichungen in den Chromosomen bei der Mutter und beim Vater vorhanden sind und die Verschmelzung sowie die folgenden Zellteilungen normal ablaufen.

Abweichungen in der Erbanlage

Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, wie Abweichungen der normalen Chromosomenordnung entstehen können. Sie kommen bei der Zellteilung (Vermehrung der Zellen) oder bei der Fortpflanzung (Entstehung der Keimzellen und ihre Verschmelzung) vor. So können zum Beispiel Abschnitte eines Chromosoms fehlen oder vertauscht sein. Chromosomen können falsch verteilt werden, was zu einer Verminderung oder Vermehrung der Chromosomenanzahl beim Kind führt. Auch die Form des einzelnen Chromosoms kann sich verändern. Manche Anomalien der Erbanlage können durch äussere Einflüsse entstehen z. B. durch Strahlung oder Chemikalien. Je nach Art der Chromosomenveränderung können sich unterschiedliche Krankheitsbilder entwickeln.

Kinder mit fehlerhafter Erbanlage

  • Die bekannteste Chromosomenabweichung ist die Trisomie 21 (Down-Syndrom). Trisomie 21 bedeutet, dass das Chromosom Nummer 21 dreimal anstatt nur zweimal vorhanden ist. Die betroffenen Kinder sind in ihrer Entwicklung gehemmt und weisen häufiger als andere Kinder Fehlbildungen (z. B. Herzfehler) auf.
  • Kinder mit anderen Trisomien (z. B. drei Chromosomen Nr. 13 oder 18) sind entweder überhaupt nicht lebensfähig oder sie haben eine deutlich geringere Lebenserwartung wie gesunde Kinder und leiden unter schweren Behinderungen.
  • Hat ein Fötus die Erbanlage 45X0 bedeutet dies, dass ihm ein Geschlechts-Chromosom fehlt. Es entwickelt sich dann ein Mädchen mit dem so genannten Turner-Syndrom. Frauen mit dieser Erbkrankheit sind kleinwüchsig, weisen einen verbreiterten Halsansatz auf (Pterygium colli) und können keine Kinder bekommen. Sie sind jedoch meist normal begabt.

Untersuchungen und Diagnostik fötaler Chromosomen-Anomalien

Die Erbanlage des Fötus kann bereits im Mutterleib mit Hilfe verschiedener Techniken untersucht werden:

  • Fruchtwasserentnahme (Amniozentese). Das mit einer Nadel entnommene Fruchtwasser enthält Zellen des Kindes, die untersucht werden können. Auch chemische Analysen geben Hinweise auf eine chromosomal bedingte Erkrankung.
  • Plazenta-Untersuchung (Chorionzottenbiopsie) aus der Anlage des Mutterkuchens (CVS)
  • Nabelschnurpunktion: ultraschall-kontrollierte Blutentnahme aus der Nabelschnur und Untersuchung des Chromosomensatzes der kindlichen Blutzellen
  • Direktpunktion des Föten: Direktentnahme kindlicher Körperzellen oder Punktion der Harnblase unter Ultraschall-Kontrolle

Bei sicherem Nachweis einer Chromosomen-Anomalie, die zu einer schweren kindlichen Behinderung führt oder gar nicht mit dem Leben vereinbar ist, kann die Schwangerschaft abgebrochen werden. Ein Schwangerschaftsabbruch sollte zum frühest möglichen Zeitpunkt durchgeführt werden, nachdem eine ausführliche Beratung der Eltern erfolgt ist.

Schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck (Präeklampsie) (Gesundheit)

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Beschreibung

Die Präeklampsie ist eine Erkrankung, die in der Schwangerschaft entsteht. Betroffene entwickeln Bluthochdruck und scheiden über den Harn zu viel Eiweiss aus.

Nach Angaben der Universitätsklinik Leipzig leiden durchschnittlich fünf bis acht Prozent aller Schwangeren unter Präeklampsie. Bei etwa zehn Prozent aller Frauen erhöht sich der Blutdruck während der Schwangerschaft. Dies lässt sich relativ unkompliziert behandeln.

Schwieriger wird es, wenn zusätzlich Eiweiss über den Urin ausgeschieden wird und es zu Flüssigkeitseinlagerungen (Ödemen) im Körper kommt - dies sind Symptome einer Präeklampsie.

Zur schwersten und lebensgefährlichen Verlaufsform der Präeklampsie mit Krampfanfällen der Schwangeren kommt es bei 1 von 2000 bis 3500 Schwangerschaften. Diese Verlaufsform nennt man Eklampsie.

Frühgeburt (Gesundheit)

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Wann spricht man von einer Frühgeburt?

Dauert die Schwangerschaft kürzer als 260 Tage oder weniger als 37 abgeschlossene Wochen, spricht man von einer Frühgeburt. Früher galt eine Schwangerschaft, die vor der 28. Schwangerschaftswoche beendet wurde, als Spätabort. Mittlerweile gibt es deutliche Fortschritte in den medizinischen und technischen Möglichkeiten, so dass auch extreme Frühgeburten eine Überlebenschance haben. Den Terminus "Spätabort" benutzt man deshalb nicht mehr. Heute haben sogar Kinder eine Überlebenschance, die in der 24. Schwangerschaftswoche entbunden werden. Das Ziel ist es, die Schwangerschaft in der Gebärmutter möglichst lange zu erhalten.

Was sind die Ursachen für die Frühgeburtlichkeit?

Es gibt einen groben Risikokatalog, der bis zu 75 Prozent der Frühgeburten abdeckt. Man unterscheidet mütterliche allgemeine, die mütterliche lokale und die kindliche Ursachen. Meistens kommen aber mehrere Faktoren zusammen.

Mütterliche allgemeine Risikofaktoren:

  • Lebensalter der Mutter: unter 18 Jahren und älter als 30 Jahre
  • Erstgebärende
  • Bereits eine Frühgeburt vor der jetzigen Schwangerschaft
  • Körperliche Belastung
  • Schlechte Ernährung und Ernährungszustand
  • Niedriges Körpergewicht der Mutter (weniger als 55 kg vor der Schwangerschaft)
  • Bestehende Erkrankungen bei der Mutter, z.B. Diabetes, Bluthochdruck, Nierenerkrankungen, Störungen der Schilddrüsenfunktion
  • Schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck (Präeklampsie)
  • Starker Nikotinkonsum
  • Infektionserkrankungen allgemein

Mütterliche lokale Risikofaktoren:

  • Gebärmutteranomalien, z.B. eine Scheidewand in der Gebärmutterhöhle
  • Gebärmuttermyome (gutartige Muskelknoten)
  • Blutungen während der Schwangerschaft
  • Infektionen am Gebärmutterhals während der Schwangerschaft, z.B. Chlamydien
  • Frühere Operationen am Gebärmutterhals, z. B. Konisation
  • Teilweise vorausgegangene Schwangerschaftsabbrüche
  • Unzureichender Verschluss des Gebärmutterhalses
  • Vorzeitige Wehentätigkeit

Kindliche Risikofaktoren:

  • Mehrlingsschwangerschaft
  • Zuviel Fruchtwasser (Polyhydramnion)
  • Veränderte Funktion des Mutterkuchens
  • Veränderte Lage des Mutterkuchen
  • Vorzeitiger Blasensprung

Was kann man gegen die Frühgeburtlichkeit tun?

Um eine Frühgeburt zu verhindern oder wenigstens die Schwangerschaft so weit als möglich zu verlängern, sollten die vorbestehenden mütterlichen Erkrankungen behandelt werden. Ausserdem ist es wichtig, Ruhe einzuhalten. Die werdende Mutter sollte frühzeitig mit dem Arbeiten aufhören und unter Umständen sogar in ein Krankenhaus gehen.

Man kann versuchen, vorzeitige Wehen mit Wehenhemmern und Magnesiumgaben zum Stillstand zu bringen. Gleichzeitig sollte man Kortison geben, um die kindliche Lungenreife zu fördern. Infektionen am Muttermund sollten zusätzlich mit Antibiotika behandelt werden.

Es bedarf einer genauen Überwachung und Aufklärung der Schwangeren. Wie und wann das Kind letztlich entbunden wird, lässt sich meistens nicht genau vorhersagen. In der Regel werden Frühgeburten unter der 32. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt entbunden, weil der Eingriff schonender für das Kind ist.

Welche Risiken tragen Frühgeborene?

Zu früh geborene Babys sind folgenden Risiken ausgesetzt:

  • Gehirnblutungen
  • Lungenfunktionsstörungen bei unreifer Lunge
  • Atemstillstand, weil der Atemreflex noch unreif ist
  • Ausgeprägte Neugeborenengelbsucht, weil die Leberfunktion noch nicht reif ist
  • Erhöhtes Infektionsrisiko, weil die Körperabwehr noch nicht voll ausgebildet ist
  • Trinkstörungen
  • Temperaturregulationsstörungen

Worauf sollte man bei Frühgeborenen achten?

  • Die Entbindung sollte in einer Klinik mit angeschlossener Kinderklinik stattfinden.
  • Der Kinderarzt/In sollte bei der Geburt dabei sein.
  • Das Kind sollte in einem Inkubator, einer speziellen Transportkiste mit Heizung und anderen technischen Möglichkeiten transportiert werden.
  • Die Wasser und Nährstoffzufuhr muss kontrolliert werden.
  • Störungen des Salzhauthaltes müssen ausgeglichen werden.
  • Atemstörungen müssen behandelt werden.
  • Infektionskontrollen und Therapien müssen durchgeführt werden.

Mit der neuesten Technik gelingt es immer besser, den kleinen Wesen zu helfen. Trotzdem geht der Trend dahin, so wenig wie möglich an dem Kind zu manipulieren. Für die Eltern, die häufig von der frühzeitig beendeten Geburt überrascht werden, ist es anfangs nicht ganz einfach, mit den Kleinen umzugehen. Gerade die extremen Frühgeburten flössen vielen Eltern Angst ein. Sie wirken so verletzlich, dass man Angst hat, sie überhaupt anzufassen.

Durch die Unterstützung des Personals der Neugeborenenintensivstationen lernen die Eltern den Umgang mit ihrem Kind. Nach und nach verlieren sie die Scheu vor den Apparaten. Dann ist auch der Körperkontakt möglich. Beispielsweise das Känguru-Verfahren, bei dem die Kleinen auf die Brust der Mutter gelegt werden, um den Herzschlag und die Wärme des mütterlichen Körpers zu spüren. Das unterstützt das Gedeihen manchmal mehr, als die beste Medizin.


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