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Gesundheit


Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) (Gesundheit)

Information






"Unser Kind kann absolut nicht stillsitzen, redet immer dazwischen und scheint nur selten wirklich zuzuhören. Es will ständig seinen Kopf durchsetzen, tanzt beim Spiel oft aus der Reihe und geht mit anderen Kindern öfter rücksichtslos oder sogar recht brutal um." So oder so ähnlich klingen oft die Erfahrungsberichte der Eltern eines Kindes mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung.


Doch worum handelt es sich bei einem ADHS genau? Vereinfacht gesagt, um eine verminderte Fähigkeit zur Selbststeuerung und Selbstkontrolle. Diese macht sich in erster Linie durch
Beeinträchtigungen der Konzentration und der Aufmerksamkeit,
impulsives und unüberlegtes Handeln sowie
körperliche Unruhe und einen ausgeprägten Bewegungsdrang bemerkbar.

Wegen dieser zuletzt genannten Symptome sprach man früher vom "Hyperkinetischen Syndrom". Auch heute wird dieser Begriff im deutschen Sprachraum noch ab und an benutzt.


Wie häufig ist ADHS?

Das ADHS ist eines der meist verbreiteten psychiatrischen Krankheitsbilder im Kindes- und Jugendalter, wobei die Zahlen zur Häufigkeit stark schwanken - nicht zuletzt wegen der international unterschiedlichen Diagnosekriterien. Experten gehen davon aus, dass im deutschsprachigen Raum vier bis acht Prozent aller Schulkinder unter einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung leiden. Jungen sind etwa drei- bis fünfmal so oft betroffen wie Mädchen.

Obwohl die Erkrankung sehr wahrscheinlich bereits im frühen Kindesalter beginnt, wird sie oft erst in der Schule erkannt. Denn dort müssen die betroffenen Kinder sich in ein Regelwerk äusserer Strukturen einfinden, was die Verhaltensauffälligkeiten deutlicher zu Tage bringt. Wie ausgeprägt die Symptome sind und welche Probleme im Vordergrund stehen, kann allerdings von Fall zu Fall deutlich variieren. Das ist sicherlich ein Grund, warum ADHS manchmal gar nicht erkannt oder erst sehr spät diagnostiziert wird.

Auch Erwachsene können unter einem ADHS leiden. Allerdings macht sich die Erkrankung dann meist etwas anders bemerkbar als bei Kindern und Jugendlichen. So macht die körperliche Hyperaktivität eher einer starken inneren Unruhe Platz. Ausserdem zeigen viele erwachsene Betroffene neben Aufmerksamkeitsproblemen verschiedene andere psychische Störungen wie Depressionen, Angststörungen, soziale Phobien oder Essstörungen.


Welche Ursachen hat ADHS?

Trotz intensiver Forschungsbemühungen sind die Ursachen der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung nach wie vor nicht abschliessend geklärt. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand handelt es sich um ein multifaktorielles Geschehen. Das heisst, bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von ADHS spielen einerseits verschiedene neurobiologische Ursachen, andererseits aber auch psychosoziale Einflüsse wie ungünstige Bedingungen in der Familie oder der Schule eine Rolle. Da nicht selten auch andere Familienmitglieder ähnliche Auffälligkeiten zeigen, scheint es zudem eine gewisse erbliche Veranlagung zu geben. Wie dieses komplexe Zusammenwirken von unterschiedlichen Faktoren genau funktioniert, ist noch nicht bekannt.

Nach dem momentan gültigen Erklärungsmodell liegt der Erkrankung eine fehlerhafte Informationsverarbeitung im Gehirn zu Grunde - und zwar zwischen den Hirnarealen, die für die Steuerung von Konzentration, Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und Impulskontrolle verantwortlich sind. Diese Funktionsstörung wiederum ist durch Veränderungen des Botenstoffhaushalts in diesen Hirnbereichen bedingt. So geht man untere anderem von einem gewissen Mangel an Dopamin aus. Durch die Unterversorgung mit diesem wichtigen Botenstoff, werden Reize nur unzureichend gefiltert. In Folge dessen wird das Aufkommen neuer Gedanken und Verhaltensimpulse nicht gehemmt. Was wiederum dazu führt, dass begonnene Gedankengänge nicht zu Ende gedacht werden können.

Letztlich unterliegen Menschen mit ADHS wegen der Stoffwechsel- und Funktionsstörungen in ihrem Gehirn einer permanenten Reizüberflutung. Deshalb sind sie nur eingeschränkt in der Lage, ihre Aufmerksamkeit auf eine Sache zu fokussieren. Gleichzeitig können die Betroffenen wichtige Wahrnehmungen kaum von unwichtigen unterscheiden.

Dass "schlechte Erziehung" oder kindliche Traumata Ursache der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung sind, gilt inzwischen als ausgeschlossen. Allerdings können psychosoziale Faktoren wie familiäre Instabilität, häufige Kritik und Bestrafungen oder ein unstrukturierter Tagesablauf betroffene Kinder zusätzlich belasten, was sich dann wiederum negativ auf den Schweregrad und den Verlauf von ADHS auswirkt.


Wie sieht das Krankheitsbild ADHS aus, und wie wird es diagnostiziert?

Wie sich ADHS äussert, kann von Fall zu Fall sehr variieren. So müssen beispielsweise nicht alle Hauptsymptome gleichzeitig bestehen. Und auch die Ausprägung der Verhaltensauffälligkeiten ist bei den betroffenen Kindern oft sehr unterschiedlich. Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, die Krankheitsmerkmale von normalen altergemäss typischen Verhaltensweisen abzugrenzen. Deshalb - und weil keine apparativen Methoden wie Laboruntersuchungen existieren, die ein ADHS zweifelsfrei beweisen - erfolgt die Diagnosestellung nach festgelegten Kriterien und Klassifikationssystemen. Im Mittelpunkt stehen dabei die folgenden drei Hauptsymptome:

Aufmerksamkeitsstörungen

Kinder mit ADHS fallen oft dadurch auf, dass sie sich leicht ablenken lassen und sich nur schwer länger auf eine Aufgabe oder ein Spiel konzentrieren können. Sie können Aktivitäten oder vorgegeben Aufgaben wie die Schularbeiten nur schlecht organisieren und bringen sie auch nicht zu Ende. Ausserdem machen sie dabei häufig Flüchtigkeitsfehler und sind sehr nachlässig bei Details. Stifte oder Sportsachen gehen häufig verloren.

Sie scheinen nur schlecht zuzuhören, lassen sich durch äussere Reize leicht ablenken und sind bei Alltagstätigkeiten oft vergesslich. Aufgaben, die eine gewisse Konzentration erfordern - etwa Basteln oder Malen - mögen viele ADHS-Kinder nicht, weil Ihnen die Geduld fehlt und sie diese Aktivitäten ans anstrengend empfinden.

Impulsivität und unüberlegtes Handeln

Da die Impulskontrolle bei ADHS eingeschränkt ist, handeln die betroffenen Kinder oft ohne nachzudenken. Sie platzen mit einer Antwort heraus, bevor die Frage überhaupt zu Ende gestellt wurde, reden oft unüberlegt und wechseln von Thema zu Thema. Beim Spielen oder im Unterricht fällt es ihnen schwer zu warten, bis sie an der Reihe sind.

Nicht nur in der Schule und im Kindergarten, sondern auch in der Familie stören sie oft die geregelten Abläufe und können sich nur schwer in die Gemeinschaft einordnen. Was auch damit zusammenhängt, dass es ihnen Probleme bereitet, Mimik und Gestik ihres Gegenübers einzuschätzen. Deshalb fühlen sich ADHS-Kinder schnell bedroht und provoziert. Dieses impulsive Verhalten wird häufig mit Aggressivität gleichgesetzt.

Heftige Stimmungsschwankungen, eine allgemeine starke Reizbarkeit, Distanzlosigkeit, Dazwischenreden und Wutausbrüche über geringfügige Ursachen sind ebenfalls mögliche Zeichen einer gestörten Impulskontrolle.

Hyperaktivität

Haben die Kinder einen sehr ausgeprägten Bewegungsdrang und sind motorisch unruhig, spricht man von einer Hyperaktivität. Diese kann ein Krankheitszeichen sein, muss es jedoch nicht. Bei einer Hyperaktivität sind die Kids praktisch permanent in Aktion - auch in unpassenden Situationen wie dem Unterricht. Sie fuchteln mit den Händen herum, rutschen auf dem Stuhl hin und her oder stehen einfach auf und gehen los. Auffällig ist auch, dass sie beim Spielen extrem viel Lärm machen, sehr experimentierfreudig sind und sich immer wieder in "neue Abenteuer" stürzen wollen.

Damit überhaupt von einem ADHS ausgegangen werden kann, müssen die Verhaltensauffälligkeiten folgende Bedingungen erfüllen:
Sie müssen deutlich ausgeprägt sein,
über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten bestehen,
in mindestens zwei Lebensbereichen zu Tage treten (Schule, Kindergarten, Familie etc.),
schon im Vorschulalter begonnen haben,
von der altersgemässen Entwicklung abweichen.

Alle oben beschriebenen Verhaltensweisen können alters- und entwicklungsabhängig auch bei gesunden Kindern auftreten - wenn auch meist in abgeschwächter Form. Das macht die Diagnose einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung so schwierig, dass sie in die Hände eines auf diese Erkrankung spezialisierten Kinderarztes beziehungsweise Kinderpsychiaters gehört.

Besteht der Verdacht auf ADHS, werden zunächst die Eltern und andere Personen aus dem Umfeld ausgiebig zur Lebenssituation und Krankheitsgeschichte befragt. An eine gründliche körperliche und neurologische Untersuchung des Kindes schliessen sich dann psychologische Tests an, die Konzentrationsfähigkeit, Intelligenz, schulische Fähigkeiten sowie die emotionale und soziale Entwicklung überprüfen.

Meist bekommen die Eltern Beobachtungsbögen, auf denen sie dokumentieren, wann und in welcher Form die ADHS-Symptome im Alltag auftreten. Apparative Untersuchungen wie die Messung der Hirnströme oder Labortests des Blutes dienen dazu, andere Erkrankungen, die zu ähnlichen Verhaltensauffälligkeiten führen könnten, auszuschliessen.

Neben den genannten Symptomen geht die Krankheit oft mit weiteren Beeinträchtigungen einher. Dazu gehören zum Beispiel Störungen im Sozialverhalten, Lernschwierigkeiten, Lese- oder Rechtschreibschwäche, depressive Verstimmung, Angststörungen und ein geringes Selbstwertgefühl. Diese Probleme zu identifizieren, um sie dann gegebenenfalls gesondert zu behandeln, gehört ebenfalls zur Diagnose des ADHS.


Wie wird ADHS behandelt?

Ursächlich heilbar ist ein ADHS zwar nicht, doch die charakteristischen Verhaltensauffälligkeiten lassen sich oft gut behandeln. Besonders dann, wenn die Diagnose frühzeitig erfolgt.

Am erfolgversprechendsten ist ein sogenanntes multimodales Therapiekonzept. Dabei werden psychosoziale, pädagogische, psychotherapeutische und medikamentöse Therapiemassnahmen miteinander kombiniert - immer in Abhängigkeit vom Erscheinungsbild, dem Schweregrad der Erkrankung und der Art der Begleitstörungen.

Eine ADHS-Therapie muss ganz individuell an die Kinder und Jugendlichen angepasst werden. Wichtig ist dabei, das nähere soziale Umfeld - also nicht nur die Familie sondern auch Erzieher/Lehrer, Verwandte und Freunde - mit einzubeziehen. Denn diese Menschen können den Betroffenen entscheidend dabei helfen, ihre Leben so gut wie möglich zu meistern. Um dieses Ziel zu erreichen, werden bei der multimodalen Behandlung die folgenden Therapieansätze und -massnahmen je nach Bedarf vereint.

Elterntraining

In speziellen Schulungen bekommen die Eltern verhaltenstherapeutische Techniken vermittelt, die sie dann im familiären Alltag einsetzen können. Vor allem lernen sie, dem Kind in Problemsituationen ein entsprechendes Feedback zu geben. Positive Verhaltensweisen sollten durch ein Lob oder eine Belohnung gezielt verstärkt werden - etwa wenn das Kind sich konzentriert mit seinen Hausaufgaben beschäftigt hat.

Umgekehrt müssen auffällige Verhaltensweisen auch negative Konsequenzen haben. Doch diese sollten angemessen ausfallen. Wut, Ärger oder erhöhter Druck helfen keinem der Beteiligten weiter. Deshalb lernen Väter und Mütter im Elterntraining auch, ihre negativen Reaktionen auf das Kind zu kontrollieren.

Ratsam ist ausserdem, gemeinsam mit dem Kind feste Regeln zu etablieren und auch festzulegen, welche Folgen es hat, wenn diese nicht eingehalten werden. Diese Konsequenzen aus diesen möglichst einfachen und nachvollziehbaren Absprachen müssen dann aber wirklich erfolgen - im Positiven wie im Negativen. Verlässliche und berechenbare Abläufe im Alltag helfen ADHS-Kindern oft dabei, mit ihrer krankheitsbedingten Reizüberflutung besser klar zu kommen.

Interventionen im Kindergarten und in der Schule

Um die Probleme eines Patienten mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung verstehen und berücksichtigen zu können, müssen Lehrer und Erzieher ausführlich über die Erkrankung informiert werden. Sofern sie dann bereit sind, ein ADHS-Kind zu unterstützen, bekommen sie ähnlich wie beim Elterntraining verhaltenstherapeutische Techniken vermittelt.

Bei Schulkindern ist es wichtig, eine Klasse oder Schule zu finden, die der Leistungsfähigkeit der Betroffenen angemessen ist. Bei sorgfältiger Auswahl der Schule und guter Zusammenarbeit mit den Lehrkräften müssen nur die allerwenigsten Kinder und Jugendlichen mit ADHS eine Sondereinrichtung besuchen.

Verhaltenstherapie des Betroffenen

Dies ist sicherlich eine der wichtigsten Säulen der Behandlung. Mit speziellen verhaltenstherapeutischen Konzepten werden Dinge wie Konzentrationsvermögen, Lernverhalten und soziale Kompetenz gezielt gefördert. Die Kinder bekommen dort Wege vermittelt, ihre Aufmerksamkeit, ihre Impulsivität und ihre Hyperaktivität besser zu kontrollieren und Aufgaben strukturierter zu lösen. Die Verhaltenstherapie kann sowohl einzeln, als auch in der Gruppe durchgeführt werden.

Medikamente

Das Mittel der ersten Wahl in der medikamentösen Therapie heisst Methylphenidat. Obwohl es sich dabei eigentlich um einen anregenden Wirkstoff handelt - ein so genanntes Psychostimulans - bessert eine Behandlung mit Methylphenidat die Symptome des ADHS oft deutlich. Das Medikament reguliert das Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn der Betroffenen, das den Verhaltensauffälligkeiten zu Grunde liegt. Studien zeigen, dass die Substanz bei 70-80 Prozent der Kinder mit ADHS die Unaufmerksamkeit und die Hyperaktivität mindert und das Konzentrationsvermögen steigert.

Um die Behandlung des ADHS mit Methylphenidat gibt es zahlreiche Diskussionen, nicht zuletzt weil viele Eltern befürchten, ihr Kind würde auf diese Weise nur "ruhig gestellt". Dies ist so sicherlich nicht richtig. Nichtsdestotrotz sollte die Entscheidung über den Einsatz des Medikaments zwischen behandelndem Arzt, Eltern und, sofern vom Alter her möglich, auch mit dem betroffenen Kind beziehungsweise Jugendlichen sorgfältig abgewogen werden.

Entscheiden sich die Beteiligten dafür, sind regelmässige Kontrolluntersuchungen unabdingbar, um die Wirksamkeit zu überprüfen und die Dosierung anzupassen. Auch eventuell auftretende Nebenwirkungen wie Appetitminderung, Schlafprobleme, Schwindel, sowie Kopf- und Bauchschmerzen werden bei diesen ärztlichen Kontrolluntersuchungen erfasst.


Wie ist die Prognose bei ADHS?

Eine möglichst hohe Lebensqualität mit normalen sozialen Kontakten und einer qualifizierten Ausbildung - dieses Therapieziel lässt sich durch eine optimale Behandlung bei vielen Kindern und Jugendlichen mit ADHS erreichen. Optimal heisst einerseits, dass die Erkrankung möglichst früh erkannt und behandelt wird. Andererseits, dass die Therapie immer wieder neu an die Entwicklung und das Verhalten des Patienten angepasst wird. Manche müssen ein Leben lang behandelt werden, bei anderen genügen wenige Jahre.

Gerade die Pubertät mit ihren hormonellen Veränderungen ist für viele Jugendliche mit ADHS eine noch schwierigere Zeit als für gesunde Gleichaltrige. Ist sie aber erst einmal überwunden, kommt es sehr oft zu einer Besserung der Symptome. Nichtsdestotrotz haben viele Betroffene aber auch noch im Erwachsenenalter Probleme, sich zu konzentrieren. Ein Umfeld, das die Besonderheiten des Krankheitsbildes kennt und entsprechend berücksichtigt, ist für ADHS oft die grösste Hilfe - egal in welchem Alter.

Ernährung in der Schwangerschaft (Gesundheit)

Information Wie in vielerlei anderer Hinsicht ist die Schwangerschaft auch in Sachen Ernährung eine besondere Zeit. Während der gesamten neun Monate muss der Nachwuchs über die Plazenta mitversorgt werden. Die Mutter ist die einzige Nahrungsquelle für das Ungeborene - von allem, was sie zu sich nimmt, gelangen Stoffe über die Nabelschnur zum Baby. Fehlen der werdenden Mutter wichtige Nährstoffe, so fehlen sie auch dem Kind. Aus diesem Grund ist die Ernährung in der Schwangerschaft ausgesprochen wichtig.

Innerhalb gewisser Grenzen hat die Natur dafür gesorgt, dass das Baby nicht zu kurz kommt: So wird der Organismus einer schwangeren Frau dahingehend ausgerichtet, dass die Versorgung des Föten oberste Priorität besitzt. Folglich muss darauf geachtet werden, dass die Nahrung für zwei reicht, dass also der intensive "Nahrungstransport" zum Baby keinen Mangel im Körper der Mutter entstehen lässt.

Schwanger zu sein bedeutet, dass sich der Bedarf an Energie und Nährstoffen ändert - ein Umstand, dem eine optimale Ernährung Rechnung zu tragen hat. Schwanger zu sein bedeutet allerdings nicht, dass werdende Mütter doppelt so viel essen müssen. "Doppelt so gut" lautet vielmehr die Devise. Wer sich an diesen Grundsatz hält, schafft eine wichtige Vorrausetzung für einen ungestörten Schwangerschaftsverlauf.


Wie hoch ist der Energiebedarf in der Schwangerschaft?

"Jetzt musst du für zwei essen!" Diesen sicherlich wohlgemeinten Rat hören auch heute noch viele Schwangere, oft von ihren eigenen Müttern oder Grossmüttern. Wer sich an diese Empfehlung hält und tatsächlich versucht, die doppelte Menge Nahrung auf den persönlichen Speiseplan zu setzen, tut allerdings weder sich noch dem Kind einen Gefallen.

Richtig ist, dass der Energiebedarf in der Schwangerschaft ansteigt: Während eine Frau normalerweise täglich etwa 2.100 Kilokalorien (kcal) braucht, benötigt eine werdende Mutter ab der 16. Schwangerschaftswoche je nach Empfehlung täglich zwischen 255 und 350 Kilokalorien mehr, insgesamt also rund 2.400 kcal. Dieses Plus an Energie wird einerseits für das Wachstum des Fötus benötigt, andererseits für neu zu bildendes Gewebe im Körper der Mutter. Um ausreichend Energie für diese Prozesse beizusteuern, braucht es aber keinen zweiten Tagesteller und eine extragrosse Portion Dessert, sondern nur eine Scheibe Vollkornbrot mit Käse und einen Apfel.


Wie sollte dieser Bedarf gedeckt werden?

Ideal für Schwangere ist das, was Ernährungsexperten eine ausgewogene, gesunde Kost nennen. Viel frisches Obst und Gemüse, Fisch und nicht allzu fettes Fleisch, eher magere Milch- und Milchprodukte sowie hochwertige Fette. Die Verteilung der Hauptnährstoffe unterscheidet sich allerdings ein wenig von jener unter normalen Umständen.
Eiweiss: Proteine sind nicht nur Bestandteil von Botenstoffen und Enzymen, die verschiedenste Funktionen des Körpers kontrollieren, sondern vor allem der Grundbaustein für die menschlichen Zellen. Da im Körper der Mutter ein neues Leben heranwächst, ist es also nicht verwunderlich, dass der Eiweissbedarf in der Schwangerschaft steigt. Das gilt von Beginn an, besonders aber ab dem vierten Monat: Ab diesem Zeitpunkt sollte die Frau täglich etwa zehn Gramm mehr Eiweiss zu sich nehmen. Dieses sollte vor allem aus pflanzlichen Eiweissquellen wie Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten und Kartoffeln stammen. Bei tierischen Proteinen empfiehlt es sich, darauf zu achten, dass diese nicht zu fetthaltig sind. Hier wird vor allem zu Fisch und magerem Fleisch geraten. Rund ein Zehntel der Gesamtenergie sollte in Form von Proteinen aufgenommen werden.


Kohlenhydrate: Kohlenhydrate sind die Hauptenergiequelle des Körpers, ihr Anteil an der Gesamtenergiezufuhr sollte bei werdenden Müttern zwischen 55 und 60 Prozent liegen. Ideal sind langkettige Kohlenhydrate, da sie den Blutzucker langsamer und kontinuierlicher ansteigen lassen als kurzkettige Kohlenhydrate wie Fruchtzucker oder die in Süssigkeiten reichlich enthaltene Glukose. Man findet diese komplexen Kohlenhydrate in Nudeln, Kartoffeln, Reis und - wegen des hohen Ballaststoffanteils besonders empfehlenswert - in Getreide und Vollkornprodukten. Ballaststoffe wirken der bei Schwangeren häufig anzutreffenden Verstopfung entgegen.


Fette: Der Fettbedarf ist in der Schwangerschaft vergleichsweise geringfügig erhöht. Empfohlen wird ein Anteil von 30 bis 35 Prozent der Gesamtenergiezufuhr (ansonsten 30 Prozent). Allerdings benötigen Schwangere in besonderem Masse hochwertige essentielle Fettsäuren, die sich weniger in Fleischprodukten als in Pflanzenölen und Fisch finden. Insbesondere Meeresfische wie Lachs, Makrele oder Thunfisch enthalten für die Entwicklung des kindlichen Nervensystems wichtige Omega-3-Fettsäuren.


Welche Nährstoffe sind für Schwangere sonst noch wichtig?

Unter normalen Umständen gewährleistet eine ausgewogene und gesunde Ernährung, dass unser Körper mit allem versorgt ist, was er benötigt. In der Schwangerschaft gibt es allerdings eine Reihe von Nährstoffen, auf deren ausreichende Zufuhr geachtet werden sollte.
Dazu zählen:
Folsäure: Die zu den B-Vitaminen gehörende Folsäure ist wichtig für den Aufbau des zentralen Nervensystems des Kindes, also für Gehirn und Rückenmark. Das gilt von der Empfängnis an, und somit bereits zu einem Zeitpunkt, an dem die Frau oft noch gar nicht ahnt, dass sie schwanger ist. Ein Folsäuremangel erhöht die Gefahr von Neuralrohr-Defekten (Spina bifida, offener Rücken), Entwicklungsstörungen und Fehlgeburten. Deshalb sollten Frauen, die eine Schwangerschaft planen, darauf achten, ausreichend Folsäure zu sich zu nehmen, konkret bis zu ein Milligramm täglich.

Die Zufuhr kann dabei durch entsprechende Nahrungsergänzungsmittel erleichtert werden (Folsäuresubstitution). Die erhöhte Dosis wird auch für das erste Schwangerschaftsdrittel empfohlen, für die Folgezeit werden täglich 0,6 mg angeraten. Gute Folsäurequellen sind Vollkornprodukte, Gerste, Weizenkeime, Soja, Bohnen, Linsen, Erbsen, Blattgemüse wie Kohl und Spinat sowie Obst, Fleisch und Fisch. In jedem Fall sollte mit Arzt oder Ärztin besprochen werden, ob der Bedarf über die Nahrungsaufnahme gedeckt werden kann oder zusätzlich Folsäuretabletten eingenommen werden sollten.

Vitamin B: Vitamine der B-Gruppe sind sowohl für die Entwicklung des Kindes als auch für das Wohlbefinden der Mutter von Bedeutung. Sie sind in Lebensmitteln wie Fisch, Fleisch, Geflügel, Milch, Eiern und Käse so reichlich enthalten, dass ein Mangel nur selten vorkommt. Ausnahme sind Frauen, die sich streng vegetarisch oder vegan ernähren. Sie sollten sowohl in der Schwangerschaft als auch in der Stillzeit entweder ihre Ernährung umstellen oder in Rücksprache mit Arzt oder Ärztin zusätzlich B-Vitamine einnehmen (vor allem Vitamin B12).

Eisen: Eisen ist ein zentraler Bestandteil des roten Blutfarbstoffes und damit verantwortlich für den Sauerstofftransport in unserem Körper. Da die Blutmenge in der Schwangerschaft erhöht wird, brauchen werdende Mütter mit rund 30 mg täglich auch deutlich mehr Eisen als sonst. Müdigkeit und Infektionsanfälligkeit sind mögliche Folgen einer Unterversorgung. Eisen steckt in grünem Gemüse, einigen Obstsorten und Getreideprodukten, die wichtigste Quelle ist aber Fleisch. Aus diesem Grund sollten Schwangere dreimal die Woche eine magere Fleisch- oder Wurstportion essen. Die Aufnahme des in Gemüse und Vollkorn enthaltenen, schlechter verwertbaren Eisens lässt sich verbessern, indem frau zusätzlich Vitamin C zu sich nimmt.

Kalzium: Dieser Mineralstoff wird in erster Linie für den Knochenaufbau benötigt. Nimmt die werdende Mutter mit der Nahrung nicht ausreichend Kalzium zu sich, greift der Organismus auf die Kalziumvorräte in den Knochen und Zähnen der Mutter zurück. Hauptquelle sind Milch und Milchprodukte, deren regelmässiger Verzehr Schwangeren ausdrücklich empfohlen wird. Allerdings gibt es viele Frauen, die aus Geschmacks- oder Gewissensgründen keine Milchprodukte zu sich nehmen bzw. diese nicht vertragen (Laktoseintoleranz). In diesem Fall sind Hülsenfrüchte, Gemüse wie Brokkoli, Fenchel, Mangold und Grünkohl oder Samen wie Sesam wichtige Kalziumlieferanten, die gegebenenfalls durch mit Kalzium angereicherte Fruchtsäfte ergänzt werden sollten.

Jod: Jod dient dem Aufbau von Schilddrüsenhormonen, die das Ungeborene ab der zwölften Schwangerschaftswoche selbst produziert. Auch für die Entwicklung des Gehirns besitzt Jod grosse Bedeutung. Zwar wird mittlerweile überall jodiertes Speisesalz verwendet, eine ausreichende Versorgung in der Schwangerschaft ist allein dadurch aber nicht gewährleistet. Um den in dieser Zeit erhöhten Bedarf zu decken, empfehlen Experten, ein- bis zweimal wöchentlich Meeresfisch zu speisen. Als Alternative dazu beziehungsweise zur Absicherung, dass kein Mangel entsteht, kann der Arzt Jodtabletten verschreiben, die während der gesamten neun Monate eingenommen werden sollten.


Was sollten schwangere Frauen trinken?

Nicht nur das Essen, auch das Trinken ist in der Schwangerschaft wichtig: Mindestens 1,5 Liter, eher sogar zwei bis drei Liter Flüssigkeit sollten täglich zugeführt werden. Als Durstlöscher am besten geeignet ist Mineral- oder auch Leitungswasser, das hierzulande sehr gute Qualität besitzt. Kräuter- und Früchtetees (am besten ungezuckert) sind eine Alternative mit mehr Geschmack.

Kaffee ist in der Schwangerschaft übrigens nicht verboten, wegen der aufputschenden Wirkung sollte sich die Menge allerdings in engen Grenzen halten. Ähnliches gilt für andere koffeinhaltige Getränke wie Schwarztee. Alkohol hingegen sollte während der neun Monate nach Möglichkeit generell gemieden werden.


Wie lässt sich eine Verstopfung vermeiden?

Aufgrund des veränderten Hormonhaushalts ist die Darmfunktion eingeschränkt. Verstopfungen sind die mögliche Folge. Durch ballaststoffreiche Kost können Sie diese Beschwerden vermeiden oder zumindest lindern: Früchte, Gemüse gekocht und roh, Vollkornbrot, Vollkornflocken, Müsli, Zwetschken, Pflaumen und Pflaumensaft bieten sich hierzu an.

Reichlich Flüssigkeit erleichtert den Stuhlgang und auch körperliche Bewegung beugt der Verstopfung vor, indem sie die Darmfunktion anregt. Zweimal die Woche Schwimmen oder jeweils 20 bis 30 Minuten in flottem Tempo spazieren gehen sind nicht nur für eine fitte Verdauung, sondern für das allgemeine Wohlbefinden empfehlenswert.

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) (Gesundheit)

Information Gebärmutterhalskrebs ist eine bösartige Erkrankung, welche von den oberflächlichen Zellen des Gebärmutterhalses (Zervix) ausgeht. Der Gebärmutterhals ist der untere Teil der Gebärmutter, welcher mit dem äusseren Muttermund (Portio) in die Scheide ragt.

In der westlichen Welt handelt es sich bei Gebärmutterhalskrebs, im Vergleich zu anderen bösartigen Erkrankungen, um eine relativ seltene Erkrankung. In Europa erkranken ca. 13 von 100.000 Frauen pro Jahr an einem Zervixkarzinom. Zum Vergleich: Im Jahr 2005 wurde in Österreich bei 442 Frauen die Diagnose Gebärmutterhalskrebs gestellt, während im gleichen Zeitraum 4.833 Frauen an Brustkrebs erkrankten.

Gebärmutterhalskrebs stellt für die betroffene Frau eine ernsthafte Gefahr dar. Trotz intensiver Therapien verstirbt ca. ein Drittel der betroffenen Frauen. In Österreich ist der Gebärmutterhalskrebs somit für ca. 1,3 Prozent der weiblichen Krebssterbefälle verantwortlich zu machen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt in etwa um das 50. Lebensjahr.


In den letzten Jahrzehnten konnte erfreulicher Weise eine deutliche Reduktion der Erkrankungsfälle wie auch der Sterblichkeit beobachtet werden. Diese Abnahmen werden von Experten in erster Linie auf die Einführung der Krebsvorsorgeuntersuchung (Krebsabstrich) zurückgeführt. Durch regelmässig durchgeführte Kontrollen beim Gynäkologen ist es möglich, den Krebs schon in einem sehr frühen Stadium seines Entstehens zu erkennen und zu behandeln.

Ein Grossteil der Frauen, die ein Zervixkarzinom entwickeln, haben entweder nie an einem Krebsvorsorgeprogramm teilgenommen oder wurden die letzten fünf Jahre vor der Krankheitsentstehung nicht untersucht.



Die Zervix ist der untere Teil der Gebärmutter, welcher mit dem äusseren Muttermund (Portio vaginalis uteri, kurz: Portio) in die Scheide ragt.


Wie entsteht Gebärmutterhalskrebs?

Als eine primäre Ursache für das Entstehen eines Zervixkarzinomes gilt heute die chronische Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV). Für die Entdeckung dieses Zusammenhangs wurde im Jahr 2008 der Nobelpreis für Medizin an den deutschen Mediziner Harald zur Hausen verliehen.

Von den ca. 120 bekannten Stämmen der HP-Viren befallen nur etwa 30 den Urogenitaltrakt des Menschen, die wiederum in sogenannte Hochrisiko- und Niederrisiko-Viren unterschieden werden. Die Hochrisiko-Viren, allen voran HPV 16 und HPV 18, werden für einen Grossteil der Zervixkarzinome verantwortlich gemacht. Niederrisiko-Viren, z.B. HPV 6 und HPV 11, sind die hauptsächlichen Verursacher von Genitalwarzen (Kondylomen).

An dieser Stelle muss hervorgehoben werden, dass eine Infektion mit HP-Viren nicht zwangsläufig zur Entstehung eines Gebärmutterhalskrebses führt. In den meisten Fällen kann das Virus nach neun bis zwölf Monaten nicht mehr nachgewiesen werden. Das bedeutet, dass das Immunsystem die HPV-Infektion erfolgreich bekämpft hat. Bei manchen Frauen kommt es allerdings zu einer chronischen Infektion mit HP-Viren. In dieser Situation steigt das Erkrankungsrisiko dramatisch an. So hat eine Frau mit einer chronischen Hochrisiko-Virus-Infektion ein bis zu 300-faches Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken.

Aufgrund von Studienergebnissen lassen sich folgende Risikofaktoren für die Entstehung eines Zervixkarzinomes ableiten:
früher Beginn von sexueller Aktivität
häufiger Wechsel der Sexualpartner
viele Schwangerschaften
Immunsuppression
Rauchen
Sexuell übertragbare Erkrankungen (z.B. Chlamydien, Herpes simplex, HIV)

Die Entwicklung des Gebärmutterhalskrebses benötigt neben einer chronischen Infektion mit HP-Viren meist auch sehr viel Zeit. So vergehen zwischen der primären HPV-Infektion und der Ausbildung eines Karzinoms oft fünf bis zehn Jahre. Die Zellen des Gebärmutterhalses durchlaufen dabei meist charakteristische Vorstufen, sogenannte zervikale intraepitheliale Neoplasien (CIN), welche durch einen Krebsabstich bzw. eine Biopsie erkannt werden können. Diese langsame, stadienhafte Entwicklung des Zervixkarzinoms ermöglicht es, die Erkrankung zu erkennen, bevor sie sich manifestiert, und gibt somit dem Krebsabstrich seine grosse Bedeutung in der Krebsprävention.


Welche Symptome bemerkt die Frau?

Gebärmutterhalskrebs verursacht in seinen frühen Stadien meist keine Symptome. Erst relativ spät kommt es zu klinischen Zeichen der Erkrankung. Diese Tatsache unterstreicht die Bedeutung der regelmässigen Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen.

Erste Symptome sind vaginale Blutungen, spontan oder nach dem Geschlechtsverkehr, sowie Ausfluss aus der Scheide. Der Ausfluss kann schleimig, eitrig oder übelriechend sein und darf nicht mit den Symptomen einer Infektion des Gebärmutterhalses verwechselt werden. Ist der Krebs schon fortgeschritten, kann er zu Schmerzen im Unterbauch oder der Lendenwirbelsäule führen. Bricht das Zervixkarzinom in einem sehr fortgeschrittenen Stadium in umliegende Organe ein, kommt es auch zu Veränderungen von Harn und Stuhl.


Wie wird ein Zervixkarzinom diagnostiziert?

Der Verdacht auf ein Karzinom wird aufgrund des klinischen Befundes bei der gynäkologischen Untersuchung gestellt. Dabei werden durch eine Spiegeluntersuchung sowohl die Scheide als auch der Muttermund begutachtet. Weiters wird die Beweglichkeit und Konsistenz des Gebärmutterhalses durch die Tastuntersuchung beurteilt. Ergänzend kann auch eine Untersuchung mittels Kolposkop durchgeführt werden.

In der Früherkennung von Krebsvorstufen kommt dem Krebsabstrich die grösste Bedeutung zu.

In den meisten Fällen lassen sich in einem fortgeschrittenen Stadium Veränderungen im Bereich des äusseren Muttermundes erkennen. Nur in ca. 15 Prozent der Fälle kann man von aussen keinen Tumor erkennen, da sich dieser im Inneren des Gebärmutterhalskanales ausbreitet.

Um die Diagnose zu bestätigen, müssen Gewebeproben gewonnen werden (Biopsie). Dabei wird unter Kolposkopkontrolle aus dem suspekten Areal Gewebe entnommen und mikroskopisch aufgearbeitet. Weiters wird eine Kürettage der Zervix durchgeführt.

Wurde die Diagnose aufgrund der Biopsie gesichert, muss in weiteren Untersuchungen abgeklärt werden, wieweit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist (Staging). Hierfür werden ein Thoraxröntgen, eine Ultraschalluntersuchung der Nieren und der Leber und eine Beurteilung der Nierefunktion durchgeführt. Besteht der Verdacht, dass die Harnblase oder der Enddarm mitbetroffen sind, wird eine Blasen- und Enddarmspiegelung veranlasst. In manchen Fällen kann auch eine Magnetresonanztomographie (MRT) sinnvoll sein.


Wie sieht die Therapie aus?

Die Therapie des Gebärmutterhalskarzinomes richtet sich nach dem Fortschritt der Erkrankung sowie dem Allgemeinzustand der Patientin. Daher ist vor Therapiebeginn eine exakte Abklärung der Karzinomausdehnung notwendig.

In frühen Stadien, besonders bei prämenopausalen Frauen, wird ein chirurgisches Vorgehen empfohlen. Dabei wird, je nach Forschritt der Erkrankung, nur ein Teil des Gebärmutterhalses im Rahmen einer Konisation oder der gesamte Uterus entfernt. Weiters müssen gegebenenfalls auch regionale Lymphknoten entfernt werden. Die Eierstöcke verbleiben dabei meist im Körper der Frau.

In manchen Fällen ist neben der operativen Entfernung der Gebärmutter auch eine postoperative Strahlentherapie oder eine kombinierte Strahlen-Chemotherapie notwendig, um das Risiko eines Wiederauftretens der Erkrankung zu verringern.

Bei einer Beteiligung der Blase und/oder des Enddarmes können auch diese im Zuge einer radikalen Operation entfernt werden.


Vorsorge ist besser als Nachsorge!

Die beste Vorsorge gegen Gebärmutterhalskrebs ist die Vermeidung einer genitalen Infektion mit HP-Viren. Die konsequente Verwendung von Kondomen bei wechselnden Geschlechtspartnern kann das Übertragungsrisiko einer Infektion entscheidend vermindern.

Seit kurzem kann man sich auch gegen HPV impfen lassen, wobei ein Vierfachimpfstoff und ein Zweifachimpfstoff zur Verfügung stehen. Beide Impfstoffe richten sich gegen die Hochrisikovirenstämmen HPV 16 und HPV 18, die für ca.70 Prozent aller Zervixkarzinome verantwortlich sind. Der Vierfachimpfstoff richtet sich zusätzlich auch gegen HPV 6 und HPV 11, Hauptauslöser von Genitalwarzen und in sehr seltenen Fällen auch karzinogen.

Da aber auch andere Virengruppen Krebs auslösen können (z. B. HPV 31, 33, 45 und 51), bietet die Impfung keinen absoluten Schutz vor einer HPV-Infektion bzw. vor Gebärmutterhalskrebs. Auch eine schon stattgefundene Infektion kann die Impfung nicht bekämpfen. Die Impfung kann und darf somit die regelmässige Kontrolle durch den Gynäkologen nicht ersetzten.

Um frühzeitig Veränderungen der Zervixschleimhaut zu entdecken, sollte regelmässig ein Krebsabstrich (PAP-Test) durchgeführt werden. Die Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe empfiehlt ab dem 18. Lebensjahr einen jährlichen Zervixabstrich.

16 Hausmittel gegen Zahnschmerzen (Gesundheit)

Information Auaha, Zahnschmerzen sind grauenvoll. Doch wir haben gleich 16 Hausmittel gegen Zahnschmerzen gefunden. Sicher ist da auch ein Tipp für Sie dabei. Einfach hier weiter lesen.

Zahnschmerzen hat bestimmt fast jeder Mensch irgendwann in seinem Leben. Dabei können die Ursachen sehr vielfältig sein, es muss sich also nicht immer um ein Loch im Zahn handeln. Zahnschmerzen sind jedoch immer ein Grund, den Zahnarzt aufzusuchen, um die Ursache genau abklären zu lassen, denn in den meisten Fällen werden die Schmerzen nicht wieder von alleine verschwinden, weil ihnen eine Entzündung zugrunde liegt.

Ein paar Tage kann man ruhig warten, ob sich die Schmerzen doch wieder von alleine legen und sich in dieser Zeit selbst behelfen. Zahnschmerzen treten ja auch gerne mal am Wochenende auf, so dass man nicht unbedingt den Notdienst aufsuchen möchte, oder man muss wenige Tage auf einen Termin warten, wenn die Schmerzen nicht allzu heftig sind. In diesem Fall gibt es einige gute Hausmittel, die bei Zahnschmerzen durchaus helfen können. Den Gang zum Zahnarzt sollten sie langfristig jedoch nicht ersetzen.

Natürliche Mittel gegen Zahnschmerzen
Die Natur hält mit ihrer Pflanzenwelt so einige Zutaten für alte Hausmittel bereit, ob sie immer wirken, das muss jeder selbst ausprobieren, denn schliesslich handelt es sich um Naturheilkunde, und nicht um chemische Keulen.

Tipp 1
Aus Wacholderbeeren, Huflattichblättern und getrockneten Wacholderzweigspitzen wird eine Mischung zu jeweils gleichen teilen hergestellt, und diese dann in einem feuerfesten Topf angezündet. Wenn man den Rauch nun mit dem Mund aufsaugt, dann können die Dämpfe zu einer Linderung der Zahnschmerzen führen (Vorsicht: Quelle für diesen Tipp nicht bekannt).

Tipp 2
In der Apotheke kann man sich einen speziellen Tee bei Zahnschmerzen mischen lassen und zwar aus drei Teilen Pfefferminze, jeweils vier Teilen Johanniskraut und Melisse, einem Teil Quendel und fünf Teilen Baldrian. Davon überbrüht man etwa drei Teelöffeln mit 250 ml kochendem Wasser und lässt den Tee dann 14 Minuten ziehen, bevor man ihn abseiht. Bei Zahnschmerzen sollte man ein oder zwei Tassen davon zu sich nehmen.

Tipp 3
Viele Menschen schwören auch darauf, eine Gewürznelke zu verbeissen und zwar möglichst dicht an der schmerzenden Stelle. Es kann auch hilfreich sein, einen äusseren Umschlag zu machen, wozu man von frischen Wirsingblättern die Mittelrippe entfernt und die Blätter anschliessend mit einem Nudelholz walkt. Die ausgewalkten Blättern werden dann auf ein Leinentuch gelegt und auf die Wange gedrückt.

Tipp 4
Kleine Kinder haben häufig Schmerzen, wenn die Zähnchen durchbrechen, sie sind dann sehr quengelig und weinen vermehrt. Um die Schmerzen etwas zu lindern kann man ein Stück Apfel in einen gekühlten Waschlappen geben, und dem Kind zum darauf herum beissen geben. Den Kindern schmeckt der Apfel und die Kälte kann gleichzeitig die Schmerzen lindern.

Akupressur gegen Zahnschmerzen
Es gibt einige Punkte am Körper, die aus der Akupunktur dafür bekannt sind, dass sie Zahnschmerzen lindern können, wenn sie stimuliert werden.

Tipp 5
Einer dieser Akupressur-Punkte befindet sich neben dem Fingernagel des Zeigefingers, und zwar rechts aussen. Hier drückt man nun mit dem Fingernagel des Daumens kräftig drauf, auch wenn es ziemlich schmerzhaft ist.

Tipp 6
Darüber hinaus gibt es noch drei weitere Körperstellen, die man bearbeiten kann, um Zahnschmerzen zu lindern. Zum einen kann man den Bereich hinter dem äusseren Knöchel fest mit den Kuppen von Zeigefinger und Daumen massieren.

Tipp 7
Ausserdem kann man auch den Zeigefinger am Oberschenkel, im Bereich vor der Hüfte, fest hinein drücken und anschliessend über dem Handgelenk die Daumenseite massieren.

Tipp 8
Ein weiterer Schmerzpunkt befindet sich am Schädel, und zwar vor dem Ohrläppchen. Wenn man die Schmerzpunkte stimuliert wird man erstaunt sein, dass die Schmerzen sich tatsächlich bessern.

Weitere Hausmittel bei Zahnschmerzen

Tipp 9
Da den Zahnschmerzen in den meisten Fällen eine Entzündung zugrunde liegt, kann hochprozentiger Alkohol helfen. Diesen sollte man allerdings nicht trinken, sondern nur den Mund damit spülen, damit Bakterien abgetötet werden. Sehr gut geht das mit Cognac, den man einfach in den Mund nimmt und die Flüssigkeit eine Weile im Mund belässt.

Tipp 10
Eine andere Möglichkeit besteht darin, eine starke Salzlösung herzustellen, indem man möglichst viel Kochsalz in warmem Wasser auflöst. Diese Lösung behält man dann so lange im Mund, bis die Zahnschmerzen nachlassen, in der Regel etwa zwei Minuten.

Tipp 11, 12 und 13
Um die Zahnschmerzen zu lindern kann man auch mit verdünntem Teebaumöl den Mund spülen, oder etwas Nelkenöl auf die schmerzende Stelle geben, auch Spülungen mit Salbeitee helfen manchmal wahre Wunder, da sie der Entzündung entgegenwirken.

Tipp 14 und 15
Ausserdem kann man getrocknete Rosmarinblätter kauen oder sich eine Gurgellösung aus Steinklee und heissem Wasser herstellen.

Tipp 16
Wem die tränenden Augen nichts ausmachen, der kann auch eine zerkleinerte Zwiebel in ein Tuch geben und sie dann auf die Wange drücken.

Kennen Sie weitere Hausmittel gegen Zahnschmerzen? Schreiben Sie uns Ihre Tipps doch bitte per Kommentar.

TOP 10 Medikamente gegen Zahnschmerzen (Gesundheit)

Information Viele Menschen leiden oft unter teils chronischen Zahnschmerzen. Die Beschwerden können unterschiedliche Ursachen haben. Manchmal ist es ein empfindliches Reagieren auf Kälte oder Hitze, manchmal aber auch ein Nerv, der Schmerzen verursacht. Auch postoperative Schmerzen bereiten oft Probleme.

Wir von fastmed.de haben nun die TOP10 Medikamente gegen Zahnschmerzen für Sie zusammen gestellt, um Ihnen die Auswahl zu erleichtern. Die Produktpalette gegen Zahnschmerzen ist sehr umfangreich und teils auch unübersichtlich.So ist es uns ein Anliegen, Ihnen bei der Findung des richtigen Arzneimittels zu helfen. In der Liste der TOP10 Medikamente gegen Zahnschmerzen fügen sich bestens geeignete Produkte aneinander. Selbstverständlich sind alle auf höchste Qualität geprüft und bei uns auf fastmed.de erhältlich.

Die Liste der TOP10 Medikamente gegen Zahnschmerzen führt Sie als Patient zum richtigen Produkt, um Ihnen Ihre Schmerzen zu lindern. Wählen Sie das für Sie passende Produkt und bestellen Sie am besten gleich online bei fastmed.de.

1. Dolormin extra Filmtabletten (30 Stück)



2. Paracetamol Ratiopharm 500 mg Tabletten



3. Optalidon Schmerztabletten mit Paracetamol & Coffein



4. Pfeil Zahnschmerz-Tabletten forte



5. IBU-ratiopharm 400 akut Schmerztabletten



6. Tispol Ibu-DD Filmtabletten



7. Ibu 400 akut - 1 A Pharma



8. Aktren Dragees



9. Ibuprofen Heumann Schmerztabletten 400 mg Filmtabletten



10. Dolormin extra Filmtabletten (50 Stück)



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Alzheimer - Prognose, Tipps für Angehörige und wie man Vorbeugt... (Gesundheit)

Information

Alzheimer - Prognose

Dr. med. Patrick Bussfeld

Stetiger Abbau

Im Durchschnitt dauert die Alzheimer-Erkrankung neun bis zwölf Jahre, wobei sie häufig erst nach ein bis drei Jahren diagnostiziert wird. Vom Zeitpunkt der Diagnose an leben die meisten Patienten also noch etwa zehn Jahre, einige aber auch bis zu 20 Jahre.

Je früher im Leben die Krankheit einsetzt, desto schneller ist meistens auch ihr Verlauf. Nur ungefähr fünf Prozent der Alzheimer-Erkrankungen sind erblich bedingt. Auch in diesen Fällen schreitet die Erkrankung rascher voran.

Mit Medikamenten und anderen Therapiemassnahmen sowie bewusster, liebevoller Zuwendung und Aktivierung kann diese Entwicklung in einigen Fällen verlangsamt werden. Gelegentlich kommt es dabei auch zu einer vorübergehenden Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit.

Früher oder später werden jedoch alle Menschen mit Alzheimer pflegebedürftig, was für die Angehörigen eine hohe psychische Belastung darstellt. Wenn die Aufnahme in ein Pflegeheim unausweichlich wird, treten erhebliche finanzielle Verpflichtungen hinzu.

Alzheimer - Vorbeugen

Dr. med. Patrick Bussfeld

Keine anerkannte Prophylaxe

Offizielle Empfehlungen zur Vorbeugung gibt es nicht. Aus grossen epidemiologischen Untersuchungen ist bekannt, dass Frauen, die über viele Jahre eine Hormonersatztherapie mit Östrogenen erhalten haben, seltener an Alzheimer erkranken. Wegen der erhöhten Herzinfarkt-, Schlaganfall - und Thromboserate empfehlen Experten Östrogene aber nicht zur Vorbeugung gegen Alzheimer-Demenz.

Der vorbeugende Effekt von Langzeittherapien mit Schmerzmitteln wie Acetylsalicylsäure oder ähnlichen entzündungshemmenden Medikamenten wurde untersucht. Bisher ergaben aber alle Studien keine nachweisbare Wirkung. Dies gilt ebenso für hohe Dosen von Vitamin E und anderen Antioxidanzien, die schädliche Stoffwechselprodukte (Radikale) abfangen können.

Schliesslich gibt es Studien, die darauf hindeuten, dass geistig rege Menschen die Folgen der Alzheimer-Krankheit länger kompensieren können als andere.

Auch eine ausgewogene, fettarme Ernährung mit viel Obst und Gemüse sowie vielen ungesättigten Fettsäuren (Pflanzenöle, Fisch) sowie die konsequente Behandlung von bestehendem Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Diabetes Mellitus (Zuckerkrankheit) können möglicherweise das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, senken.

Alzheimer - Die Diagnose - welche Therapie & Medikamente... (Gesundheit)

Information

Alzheimer - Medikamente

Medikamente, Kapseln, Behälter 

Verschiedene Arten von Demenz

In Deutschland leben nach Expertenschätzungen über eine Million Demenzkranke. Mit rund zwei Dritteln ist die Alzheimer-Krankheit die häufigste Ursache von Demenz, gefolgt von Durchblutungsstörungen und Gefässschäden. Infektionen, Schilddrüsenerkrankungen und Gehirntumore kommen ebenfalls als Ursachen in Frage.

Eine Demenz kann auch durch mehreren Faktoren verursacht werden. Für eine medikamentöse Therapie ist es wichtig, die genaue Ursache zu kennen, um die Krankheit gezielt behandeln zu können.

Alzheimer: Was geschieht im Gehirn?

Die Ursachen von Alzheimer sind bisher nur in Ansätzen bekannt. Sicher ist jedoch, dass die Nervenzellen langsam, aber stetig absterben und der Kontakt zwischen den ihnen verloren geht.

Typisch ist die Entstehung von Plaques. Das sind Ablagerungen zwischen den Nervenzellen im Gehirn, die überwiegend aus krankhaft veränderten Eiweissstoffen bestehen. Die erkrankten Nervenzellen produzieren dadurch geringere Mengen des Botenstoffs Acetylcholin, mit dem sich besonders die für die Merkfähigkeit und das Gedächtnis zuständigen Nervenzellen untereinander verständigen.

Am Absterben der Nervenzellen sind auch entzündliche Vorgänge beteiligt. In den betroffenen Hirnregionen findet sich dann eine grosse Zahl an Stoffen, die normalerweise bei Entzündungen vorkommen.

Botenstoffe und Nerven schützen

Als Folge des Nervenzellensterbens wird der Botenstoff Acetylcholin immer knapper. Eine Gruppe von Arzneistoffen, die Acetylcholinesterase-Hemmer, verhindern, dass das körpereigene Enzym Cholinesterase den Botenstoff abbaut. Damit lässt sich die Wirkung des vorhandenen Acetylcholins verlängern. Diese Medikamente sind aber nur bei leichten bis mittelschweren Formen von Alzheimer sinnvoll, da eine Restfunktion der Nervenzellen für die Effektivität notwendig ist.

Durch den Einsatz von Cholinesterase-Hemmern lässt sich der Verfall der Leistungsfähigkeit aufhalten. In einigen Fällen gewinnen die Betroffenen sogar verloren geglaubte Fähigkeiten zurück. Die Patienten bleiben durch die Behandlung länger selbstständig und kommen insgesamt im Alltag besser zurecht. Nach einer gewissen Zeit schreiten die Symptome aber erneut weiter fort.

Das Funktionieren der Nerven hängt auch von dem Botenstoff Glutamat ab. Bei der Alzheimer-Demenz ist das Glutamatgleichgewicht gestört. Ein Zuviel dieses Botenstoffes schädigt die Nervenzellen und lässt sie zugrunde gehen. Die Gruppe der NMDA-Antagonisten (Memantine) verhindert die Nervenüberreizung durch den Botenstoff Glutamat. Sie blockieren den Wirkort von Glutamat an den Nerven, den Methyl-D-Aspartat-Rezeptor (NMDA). NMDA-Antagonisten sind bei moderaten bis schweren Formen der Erkrankung einsetzbar. Sie verbessern die Gedächtnisstörungen der Patienten und damit ihre Fähigkeit sich im Alltag zurechtzufinden. Dadurch wird auch den Pflegekräften der Umgang mit den Patienten erleichtert.

Generell gilt, dass die Wirkung der Medikamente alle drei bis sechs Monate überprüft und Therapie entsprechend angepasst werden sollte.

Energie für das Gehirn

Es gibt eine Reihe von Medikamenten, die auf unterschiedliche, oft auch nicht genau bekannte Art die Gehirnleistungen verbessern sollen.

So soll der Extrakt des Ginkgo-Baums das Gehirn besser mit Sauerstoff und Glucose (Zucker) versorgen, indem er die Gehirndurchblutung fördert. Die Wirksamkeit von Ginko-Präparaten ist wissenschaftlich jedoch nicht bewiesen. Die Fachgesellschaften empfehlen diese Medikamente deshalb nicht.

Kalzium-Antagonisten sollen den gestörten Kalzium-Stoffwechsel der Nervenzellen normalisieren und dadurch die Weiterleitung von Informationen verbessern.

In wie vielen Fällen und im welchem Masse mit diesen Substanzen tatsächlich eine Verbesserung herbeigeführt werden kann, lässt sich nicht pauschal in Zahlen fassen. Die Deutschen Fachgesellschaften empfehlen nur Acetylcholinesterase-Hemmer und Memantine gegen den geistigen Abbau.

Begleitsymptome mildern

Weitere Medikamente können Begleitsymptome wie niedergeschlagene Stimmung, Ängstlichkeit, Aggressivität, Unruhe, Schlaflosigkeit, Wahngedanken oder Sinnestäuschungen wesentlich mildern oder ganz beheben. Sie schaden jedoch mehr als sie nützen, wenn sie nicht richtig angewendet werden. Eine eindeutige Diagnose ist deshalb besonders wichtig.

Depressionen dürfen bei dementen Menschen daher nur mit speziellen Medikamenten behandelt werden. Geeignet sind Wirkstoffe aus der Gruppe der MAO-A Hemmer und Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) sowie Vertreter der tetrazyklischen Antidepressiva. Eine Reihe anderer Antidepressiva mindert die Wirkung des ohnehin spärlichen Acetylcholins zusätzlich.

Bei Unruhe und Halluzinationen werden atypische Neuroleptika mit Wirkstoffen wie Olanzapin, Risperidon und Clozapin eingesetzt. Unter Umständen kommen herkömmliche, sogenannte schwach potente Neuroleptika infrage. Über die Art und Dauer der Anwendung entscheidet im Einzelfall der behandelnde Arzt.

Schlaf- und Beruhigungsmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine sollten nur zur Überbrückung von kritischen Angst- und Spannungszuständen dienen. Diese Substanzen beruhigen zwar, gleichzeitig verschlechtert sich in der Regel aber die geistige Leistungsfähigkeit. In manchen Fällen verstärkt sich die Unruhe sogar, besonders bei hochbetagten Patienten.

Im Spätstadium der Alzheimer-Krankheit können Steifheit in den Bewegungen und Zittern auftreten - Erscheinungen, die der Parkinson-Erkrankung ähneln. Sie lassen sich mit Medikamenten gegen Parkinson behandeln.

So verhindert man Blasen an den Füssen (Gesundheit)

Information
Mit Blasen an den Füssen machen weder eine Shoppingtour noch eine Wanderung wirklich Spass. Die Ungusteln am Fuss entstehen durch Reibung der Haut mit den Socken oder Schuhen. Besonders nackte Füsse in Schuhen sind in Gefahr. Teile der oberen Hautschicht lösen sich ab, es bildet sich ein mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum.

Die wohl wichtigste Prophylaxe ist der richtige Schuh samt der richtigen Schuhgrösse, erklärt Johannes Sailer vom Orthopädischen Spital Speising in Wien.

Experte: Schablone basteln für Schuhkauf

"Untersuchungen haben gezeigt, dass neun von zehn Schuhen nicht in der Grösse geschnitten sind, die oben steht", berichtete Sailer. Deshalb sollte man sich am Abend vor dem Schuhkauf auf einen Karton stellen, die Fussform umranden und diese dann ausschneiden. Die Schablone sollte man dann in die verschiedenen Schuhe stecken und schauen, welcher passt.

"Herumrutschen" und Nässe vermeiden

Ein "Herumrutschen" im Schuh sollte vermieden werden, so der Orthopäde und Bandagist. Zwienähte schaffen Stabilität und machen den Schuh auch wasserdicht - auch wichtig, denn nasse Füsse machen bekanntlich noch blasenempfindlicher. Der Facharzt rät auch zu entsprechend dicken oder gepolsterten Socken. Woraus diese bestehen sollten, sollte nach Expertenratschlägen mit dem jeweils getragenen Schuhmaterial abgestimmt werden.

Für geschmeidige Haut sorgen

Zu Tipps wie Eincremen mit Hirschtalg oder mit Pulver gibt es laut dem Experten zwar keine Untersuchungen, allerdings gilt: "Je geschmeidiger die Haut, desto geringer die Blasenbildung."

Tipps, wie du deine Füsse schmeichelweich und fit fürs Zehen-Open-Air pflegst, erfährst du in der Infobox!

Blase nicht aufstechen

Hat sich bereits eine Blase gebildet, wird empfohlen, sie nicht aufzustechen, sondern nur zu überdecken oder mit Blasenpflastern abzukleben. "Wenn man sie aufsticht, sollte man sie desinfizieren und fachgerecht abdecken - aber das sollte nur ein Experte tun."

Wandern ohne Blasengefahr

Wer wandert, ist besonders lange in seinen Schuhen unterwegs und hat deshalb ein noch grösseres Risiko, sich eine Blase zu holen.

Sailer empfiehlt: "Mit kurzen Touren anfangen, damit sich die Haut daran gewöhnt." Beim Kauf eines Bergschuhs sollte darauf geachtet werden, dass er orthopädisch geformt ist, ein herausnehmbares Fussbett, Schlag- und Stossschutz sowie eine rutschsichere und UV-beständige Sohle hat. Weiters sei eine sogenannte Pronationsverhinderung hilfreich: "Damit man nicht nach innen kippen kann", sagt Sailer. Die richtige Länge der Schuhbänder sollte man als Unfallprophylaxe beachten.


519 Artikel (65 Seiten, 8 Artikel pro Seite)

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